Vor WM-Quali: Fußballer fordern Einhaltung der Menschenrechte

Die deutsche Nationalmannschaft trägt Shirts mit der Aufschrift Human Rights

DFB-Elf protestiert

Vor WM-Quali: Fußballer fordern Einhaltung der Menschenrechte

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Qualifikation für die WM 2022 im stark kritisierten Katar ein eindeutiges Zeichen für Menschenrechte gesetzt. Bei der Aufstellung für die Nationalhymnen trug jeder Spieler vor dem Duell mit Island (3:0) in Duisburg ein schwarzes T-Shirt mit einem weißen Buchstaben - zusammen lautete die starke Botschaft: "HUMAN RIGHTS".

"Wir möchten der Gesellschaft klarmachen, dass wir das nicht ignorieren, sondern ganz klarmachen, welche Bedingungen da herrschen müssen", sagte Torschütze Leon Goretzka bei "RTL": "Die Buchstaben haben wir selber draufgeschrieben. Wir haben eine große Reichweite - und können die wunderbar nutzen, um Zeichen zu setzen für die Werte, für die wir stehen wollen. Das war eindeutig."

"Ein erstes Zeichen von uns" - Löw über die Human-Rights-Aktion Sportschau 26.03.2021 00:32 Min. Verfügbar bis 26.03.2022 Das Erste

Norwegens Verband will Druck ausüben - DFB setzt auf Dialog

Der englische "Guardian" hatte kürzlich berichtet, dass seit der WM-Vergabe an das Emirat 2010 mehr als 6.500 Menschen auf katarischen Baustellen gestorben sind. Katar steht bei Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International seit Jahren wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Zumeist kommen die Arbeiter aus Nepal oder Indien.

Am Mittwoch hatte die norwegische Nationalmannschaft mit Borussia Dortmunds Topstar Erling Haaland eine ähnliche Botschaft ausgesandt. Vor ihrem WM-Qualifikationsspiel in Gibraltar (3:0) trugen die Spieler weiße T-Shirts mit der Aufschrift: "Menschenrechte - auf und neben dem Platz".

Man wolle den Weltverband FIFA unter Druck setzen, damit dieser gegenüber Katar härter auftritt, sagte Trainer Stale Solbakken. Der norwegische Fußball diskutiert seit Wochen über einen möglichen WM-Boykott. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) möchte stattdessen weiter auf einen kritischen Dialog setzen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass 6.500 Menschen auf Stadion-Baustellen ums Leben gekommen seien. Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen. Es handelt sich dabei nicht nur um Baustellen, die im Zusammenhang mit der WM 2022 stehen.

red/dpa | Stand: 25.03.2021, 23:07

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