FC Arsenal - immerhin die Stimmung ist besser

Arsenals Trainer Mikel Arteta umarmt Mesut Özil

Premier League - Stadt-Duell beim FC Chelsea

FC Arsenal - immerhin die Stimmung ist besser

Von Christian Hornung

Kurz vor Weihnachten hat Mikel Arteta den FC Arsenal auf Platz elf übernommen. Doch auch unter dem neuen Coach tritt das ambitionierte Team auf der Stelle - nur die Stimmung hat sich laut Mesut Özil vor dem Londoner Stadt-Duell am Dienstag (21.01.2020) beim FC Chelsea sehr verbessert.

Möglicherweise nicht jeder Fan der "Gunners" wird sich über diese Ankündigung gefreut haben. Am vergangenen Donnerstag offenbarte Özil in einem Interview des TV-Senders "BeIN Sports" die feste Absicht, seinen bis 2021 laufenden und herausragend dotierten Vertrag beim FC Arsenal zu erfüllen.

"Schwierige Zeit" unter Emery

Es gibt also endlich mal etwas Verlässliches in diesem hektischen und immer verrückteren Fußballgeschäft: Özil hält Arsenal die Treue. Das hat vermutlich viel mit dem neuen Trainer zu tun, denn der ehemalige deutsche Nationalspieler räumt ein, dass er bei Arsenal eine "schwierige Zeit" hinter sich habe: "Vor allem auch mit dem alten Trainer."

Unter Unai Emery hatte Özil in London keine Rolle mehr gespielt, der 48-Jährige musste aber Ende November 2019 gehen. Am 20. Dezember kam dann Ex-Arsenal-Profi Arteta, der als aktiver Spieler drei Jahre mit Özil zusammen auf dem Platz gestanden hatte. Seinen Einstand gab Arteta am Boxing Day mit einem enttäuschenden 1:1 in Bournemouth - plötzlich mit Özil in der Startelf.

Nur zwei Siege aus sechs Spielen

Seitdem ist der Spielmacher wieder gesetzt, was sich sportlich noch nicht ausgezahlt hat: Nur zwei seiner sechs Partien gewann Arteta bisher, und unter den Gegnern war keines der Top-Drei-Teams Liverpool, ManCity oder Leicester.

Arsenal ist immer noch nur Zehnter, doch trotz erneuter Patzer zuletzt bei Crystal Palace (1:1) und gegen Sheffield United (1:1) herrscht Optimismus. Özil: "Wir sind auf einem guten Weg. Das Team wird alles dafür geben, um am Saisonende unter den Top Vier zu stehen."

Kein Tor, kein Assist unter Arteta

Das Bemühen, dieses ambitionierte Vorhaben umzusetzen, merkt man dem 2014er-Weltmeister auf dem Platz schon an. Er wirkt wieder aktiver, sein zuvor ein wenig verschütt gegangenes Freilaufverhalten hat sich verbessert, er weicht auch viel auf beide Flügel aus. Und es ist ja gar nicht immer richtig, diesen Sport nur an seinen Statistiken zu messen.

Täte man das, wäre Özil seinem neuen Trainer gegenüber noch etwas in der Bringschuld. Bei den Toren unter Arteta steht bei ihm noch die Null, übrigens auch bei den Torvorlagen. Dafür macht er sich um die Stimmung verdient.

"Alle sind glücklich und lachen"

Özil hält Arteta nämlich eine ganze Menge zugute: "Man merkt, dass er hungrig ist, viel gelernt hat und der Mannschaft helfen will. Alle Spieler sind glücklich und lachen - das ist das, was wir brauchen. Das hat die Mannschaft in den vergangenen Monaten vermisst." Vermutlich genauso wie die Fans die Erfolge.

Gegen Chelsea kann der Coach nun aber beweisen, dass er zumindest schnell dazulernt. Er hat bei seinen sechs Ligaspielen bei den "Gunners" nämlich tatsächlich schon einmal gegen Chelsea gespielt, das war zwei Tage vor Silvester. Arsenal war - mit Özil in der Startelf - in der 13. Minute durch Pierre-Emerick Aubameyang in Führung gegangen, in der Schlussphase kippte die Partie aber durch die Tore von Jorginho (83.) und Tammy Abraham (87.) noch zugunsten der "Blues". Chelsea geht nun in das erneute Duell als Tabellenvierter mit zehn Punkten Vorsprung auf Arsenal. Wenn es also noch etwas werden soll mit der von Özil anvisierten Champions League, müssten zur guten Stimmung diesmal auch Punkte kommen.

Stand: 20.01.2020, 21:00

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