Premier League - Klubs drohen Verluste, Saisonfortsetzung nicht vor Juni

Mo Salah im Zweikampf mit Watfords Craig Cathcart

Britische Regierung legt Erklärung vor

Premier League - Klubs drohen Verluste, Saisonfortsetzung nicht vor Juni

Den Fußballklubs der englischen Premier League droht laut englischen Medienberichten die Rückzahlung von TV-Geldern, selbst wenn die Saison wie geplant hinter verschlossenen Türen fortgesetzt wird. Die angekündigten Lockerungen gelten für den Profisport frühestens ab Juni.

Der britische Sender BBC hatte veröffentlicht, dass Vereine durch Rückzahlungen von TV-Geldern umgerechnet 340 bis 400 Millionen Euro verlieren. Auch die Zeitung "Guardian" schrieb, die Klubs müssten sich darauf einstellen, umgerechnet knapp 390 Millionen Euro an britische und internationale TV-Rechteinhaber zurückzahlen zu müssen.

Hintergrund sei demnach, dass die Premier-League-Klubs bestimmte Vereinbarungen der TV-Verträge nicht mehr erfüllen könnten. Dazu gehört laut dem Bericht unter anderem der vorgesehene Zeitplan. Die Liga könnte frühestens im Juni fortgesetzt werden, das wäre deutlich nach dem bevorzugten Zeitrahmen der übertragenden Rechteinhaber. Auch die leeren Stadien widersprechen demnach den Vereinbarungen.

Sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden, wäre der Verlust laut dem Interims-Boss der Premier League, Richard Masters, deutlich höher. Laut Masters würde dann ein Verlust von mehr als einer Milliarde Euro drohen. Die britische Regierung hatte nationalen Sportverbänden am Montag (11.05.2020) mitgeteilt, dass Sportveranstaltungen frühestens ab dem 1. Juni hinter verschlossenen Türen zum Zweck der TV-Übertragung stattfinden könnten.

Premier League muss warten

Am Montag hatte die britische Regierung eine 50-seitige Erklärung veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass in Großbritannien frühestens ab dem 1. Juni kulturelle und sportliche Veranstaltungen stattfinden dürfen - und dann natürlich nur hinter verschlossenen Türen. Der Profisport in England muss sich also noch etwas gedulden.

Zuvor hatten bereits die Zeitung "Telegraph" und die BBC unter Berufung auf britische Regierungskreise von entsprechenden Plänen berichtet. Voraussetzung dafür seien strenge Sicherheitsvorkehrungen, und dass die Zahl der Corona-Infizierten nicht wieder steige. In dem nun veröffentlichten Papier heißt es, dass große Menschenmengen in Sportstadien voraussichtlich erst "deutlich später" möglich seien.

Beratungen der Premier-League-Klubs

Das gilt auch für die Premier League, dort ruht der Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie seit Mitte März. In Videkonferenzen besprechen die Klubs derzeit das weitere Vorgehen. Dabei geht es auch um die Trainingssteuerrung im Vorfeld einer möglichen Wiederaufnahme der Liga.

Voraussichtlich wird auch darüber abgestimmt, wie mit Spielerverträgen umgegangen wird, die am 30. Juni - und damit vor dem verspäteten Ende der Fußball-Saison - auslaufen. Die FIFA hatte empfohlen, die Verträge für die notwendige Dauer zu verlängern.

Wird der Abstieg ausgesetzt?

Ein Streit unter den Vereinen droht zudem darüber, wo die verbleibenden 92 Spiele ausgetragen werden. Es galt bisher als wahrscheinlich, dass die Partien auf neutralen Plätzen gespielt werden. Mehrere Klubs aus der unteren Tabellenhälfte wollen das allerdings nicht hinnehmen, weil sie ohne Heimspiele einen Wettbewerbsnachteil befürchten.

Laut eines Berichts des "Mirror" wollen sich die sechs schwächsten Teams der Liga ("The six Premier League rebels") dem Plan nur anschließen, wenn der Abstieg in dieser Saison ausgesetzt werde. Neben Brighton & Hove Albion, Aston Villa und Watford sind das Norwich City, der AFC Bournemouth und West Ham United.

Angst in Anfield - der FC Liverpool bangt um den Titel Sportschau 26.04.2020 07:05 Min. Verfügbar bis 26.04.2021 Das Erste

red/dpa | Stand: 11.05.2020, 16:35

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