Nach dem Aus von Geschäftsführer Bierhoff DFB sucht Sportdirektor, Sammer als Berater möglich

Stand: 07.12.2022 12:38 Uhr

Nach dem Aus für Oliver Bierhoff beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nehmen die Diskussionen um seine Nachfolge Fahrt auf. Im Gespräch sind einige Kandidaten, darunter Ralf Rangnick, Fredi Bobic und Matthias Sammer.

Am Dienstagvormittag (06.12.2022) hatte es nach Sportschau-Informationen noch Signale gegeben, dass Matthias Sammer der Favorit auf eine führende Rolle bei der deutschen Nationalmannschaft sei. Im Laufe des Tages hat sich die Lage geändert. Es ist zwar weiterhin möglich, dass Sammer als Berater tätig sein wird und damit zum Verband zurückkehrt. Zunächst muss aber ein Sportdirektor gefunden werden. Dieser Posten, für den Sammer nicht zur Verfügung steht, war zuletzt unter Bierhoff nicht besetzt.

Sportschau-Experten diskutieren über Bierhoff-Nachfolge

Sportschau, 06.12.2022 15:15 Uhr

Auch Fredi Bobic vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC sieht sich derzeit nicht als Nachfolge-Kandidat von Bierhoff. "Ich habe einen Job, ich fühle mich sauwohl bei Hertha", sagte der 51-Jährige am Mittwoch bei einer Medienrunde der Berliner.

Bierhoff und DFB lösen Vertrag auf

Oliver Bierhoff einigte sich am Montag mit dem DFB auf die Auflösung seines Vertrages als Geschäftsführer der DFB GmbH, zuständig für Akademie und Nationalmannschaften. Dieser Posten muss ebenfalls besetzt werden, eine Personalunion mit dem Job des Sportdirektors ist unwahrscheinlich.

Die offenen Posten dürften in dieser für den deutschen Fußball wegweisenden Woche, in der es auch um eine wahrscheinliche Ablösung von DFL-Chefin Donata Hopfen gehen wird, vorrangig beim DFB auf den Tisch kommen. 

Vordergründig haben sportliche Gründe zum Aus für Oliver Bierhoff geführt. Das fehlende Gespür für den Fußball außerhalb der Nationalmannschaft war jedoch entscheidend.

Beim DFB hat es die erste Konsequenz nach dem Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft gegeben: Oliver Bierhoff löst seinen noch laufenden Vertrag auf. Sportschau-Reporter Marcus Bark schätzt die Lage ein.

Erst beim DFB, dann beim FC Bayern.

Sammer war schon von 2006 bis 2012 als Sportdirektor für den DFB tätig, bevor er überraschend als Sport-Vorstand zum FC Bayern München wechselte und dort an etlichen Titelgewinnen beteiligt war.

Nach einem leichten Schlaganfall des heute 55 Jahre Sammers lösten die Parteien den Vertrag auf. Der ehemalige Nationalspieler der DDR und Bundesrepublik, der entscheidenden Anteil am Gewinn der Europameisterschaft 1996 hatte, zog sich danach ein wenig aus der Öffentlichkeit zurück.

Beim DFB wurden nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase bei der WM 2022 in Katar Konsequenzen gezogen. Der Vertrag von Oliver Bierhoff, dem Geschäftsführer der Nationalmannschaften, wurde vorzeitig aufgelöst.

Watzke mit Schlüsselrolle

Im Frühjahr 2018 gab Borussia Dortmund bekannt, dass Sammer fortan als externer Berater für den Bundesligisten tätig sei. Zuvor hatten Sammer und Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wieder zusammengefunden. Sammer war bereits von 1993 bis 2004 als Spieler und Trainer beim BVB, bevor sich die Wege im Zerwürfnis trennten.

Franziska Eder, Sportschau, 07.12.2022 09:34 Uhr

Als am Montag (05.12.2022) über die Auflösung des Vertrages von Oliver Bierhoff verhandelt wurde, war Watzke als mächtigster Vertreter aus dem Bereich der Deutschen Fußball Liga dabei. Er soll nach Informationen der Sportschau wesentlich dazu beigetragen haben, dass Bierhoffs Zeit beim DFB nach 18 Jahren endet.

Hans-Joachim Watzke ist zum bedeutendsten deutschen Fußball-Funktionär aufgestiegen, weil neben ihm ein Machtvakuum entstanden ist. Die Bedeutung des BVB-Chefs ist in diesen Tagen besonders groß.