WDR-Doku: MSV Duisburg - die Schatten der Vergangenheit

Das Duisburger Stadion

WDR-Dokumentation: "Traditionsklubs am Abgrund"

WDR-Doku: MSV Duisburg - die Schatten der Vergangenheit

Von Tim Beyer

Der MSV Duisburg war mal ein großer Klub, Vizemeister und Europapokalteilnehmer - doch das ist lange her. Die Realität ist eine andere: Kampf gegen den Abstieg aus der 3. Liga. Doch die Fans des abgestürzten Traditionsklubs sind noch da.

An einem Samstagnachmittag im Pandemieherbst 2020 steht Danny Wustlich ganz alleine auf dem Parkplatz vor dem Stadion des MSV Duisburg und ist einigermaßen irritiert. Drinnen im Stadion jubeln Fußballer, draußen steht Wustlich und drückt auf seinem Handy herum.

"Jetzt geht das Ding nicht an", sagt Wustlich - und sieht dabei so aus, als ahne er bereits, was er Sekunden später erfahren wird: Das Tor, das gerade bejubelt wird, hat nicht der MSV Duisburg erzielt.

Wustlich, 50, geht seit 36 Jahren zum MSV. Er ist einer Protagonisten in der WDR-Dokumentation "Traditionsvereine vor dem Absturz: MSV Duisburg" von Andreas Kramer. Man sieht Wustlich in diesem Film nie ohne MSV-Fanschal, und er raucht ohne Pause.

Wustlich sagt über sich, er sei mal Millionär gewesen und dann insolvent. Doch die Liebe zum MSV, die sei für immer.

Die Schatten der Vergangenheit

Als Meidericher SV wurde der Klub erster Vizemeister der Bundesliga, als MSV Duisburg nahm er später an internationalen Wettbewerben teil und stand viermal im Finale des DFB-Pokals. Für alle, die es mit Duisburg halten, sind das schöne Erinnerunge. Doch die Realität ist eine andere: 3. Liga, Kampf gegen den Abstieg.

Das Stadion in Duisburg und eine Liebeserklärung an den MSV

Das Stadion in Duisburg und eine Liebeserklärung an den MSV

"Mich kriegse nicht kaputt", sagt Wustlich einmal. Es geht dabei um ihn und um sein Leben, doch ein wenig klingt da immer auch der MSV mit und das Ruhrgebiet. Wustlich sagt dann auch nicht "was" und "das", er sagt "wat" und "dat", so wie man das eben sagt in Duisburg.

"Minusstände auf dem Konto, Herschmerz, viel Freude"

In der vergangenen Saison war Duisburg an 19 von 38 Spieltagen Tabellenführer der 3. Liga und ist doch nicht aufgestiegen. "Da war ich sprachlos, das bin ich eigentlich nie", sagt Wustlich.

Als Wustlich darüber spricht, ist der verpasste Aufstieg schon ganz weit weg und Duisburg in akuter Abstiegsgefahr. Ein halbes Jahr später, zur Erstausstrahlung des Films, hat sich daran nur wenig geändert. Einen neuen Trainer hat der MSV, aber immer noch zu wenig Punkte.

In einer Szene soll Wustlich erklären, was ihm der Verein gegeben habe. Er überlegt einen Moment, dann sagt er: "Minusstände auf dem Konto, Herzschmerz, viel Freude."

Am Sonntag (09.05.2021) ist der Film "Traditionsvereine vor dem Absturz: MSV Duisburg" ab 22.15 Uhr im WDR-Fernsehen zu sehen.

Stand: 07.05.2021, 08:00

Darstellung: