Im Zug nach Leverkusen Großer Teil der Wolfsburg-Spieler trägt keine Maske

Stand: 23.10.2022 13:25 Uhr

Mit dem Zug geht es für die Mannschaft des VfL Wolfsburg zum Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen – für einen großen Teil der Mannschaft allerdings ohne die in der Bahn verpflichtende Maske. Ein zufällig mitreisender WDR-Reporter schildert die Situation im Abteil.

Von Marcus Werner

Die Mannschaft des VfL Wolfsburg reiste am Freitag (21.10.2022) gemeinsam mit Trainer Niko Kovač im ICE ins Rheinland, wo das Team am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, live hören und im Ticker bei sportschau.de) in Leverkusen antritt – allerdings zum großen Teil ohne die im Fernverkehr vorgeschriebene FFP2-Maske.

Ein Video belegt, wie mehrere Spieler ohne Maske am Handy spielen, dösen oder sich unterhalten, einige ließen ihre Maske am Ohr baumeln, andere unter dem Kinn. Erlaubt ist die Abnahme der Maske im Wesentlichen nur zum Essen und Trinken.

WDR-Reporter beobachtet die Situation

Ein zufällig mitreisender WDR-Reporter wurde Zeuge, wie mehrere Spieler auf die mehrmaligen Hinweise der Zugbegleiterin mit kollektiv lautem Gelächter reagierten. Micky van de Ven setzte sich die Maske kurzzeitig wie einen Hut auf den Kopf.

Paulo Otávio gab seinem Sitznachbarn und Torwart Pavao Pervan nach dessen vierter Ermahnung durch die Zugbegleiterin ("Mir ist das langsam peinlich, es zu sagen…") lachend den Tipp, er müsse besser aufpassen und die Maske immer nur einige Sekunden aufsetzen, bevor ein Bahn-Mitarbeiter vorbeikäme. Die Zugbegleiterin sagte dem WDR: "Ich finde das Verhalten der Spieler nicht respektvoll."

Verein entschuldigt sich für Verhalten

Der Versuch, direkt an Bord eine Einordnung des VfL Wolfsburg auf die Situation zu erhalten, blieb erfolglos. Der Verein reagierte auf WDR-Anfrage und entschuldigte sich für das Verhalten der Mannschaft: "Wir können uns nur dafür entschuldigen und werden der Sache nachgehen."

Wie der Verein am Samstag mitteilte, habe VfL-Coach Kovac am Freitag unmittelbar nach der Ankunft im Teamhotel vor der versammelten Mannschaft das Fehlverhalten klar und deutlich angesprochen, hieß es weiter. Eine "detaillierte Aufarbeitung" des Vorfalls soll nach der Rückkehr aus Leverkusen stattfinden.

Schmadtke kritisiert Spieler: "Sollten anfangen, Kopf einzuschalten"

Deutlichere Kritik am Verhalten der Spieler gab es bereits von Geschäftsführer Jörg Schmadtke. "Das, was passiert ist, ärgert mich extrem. Die Jungs sollten anfangen, den Kopf einzuschalten", sagte Schmadtke gegenüber dem "kicker".

Schmadtke betonte, dass die Spieler durch den Verzicht auf eine Maske auch gegen vereinsinterne Vorschriften verstoßen hätten. "Wenn sie glauben, dass sie sich darüber hinwegsetzen können, dann ist das nicht hinnehmbar", sagte Schmadtke und kritisierte zugleich den mitgereisten Betreuerstab, der offenbar nicht einschritt.