Sieben Bundesliga-Spiele mit Zuschauern - was sie beachten müssen

Ein Mainzer Fan hält vor dem Spiel seinen Fanschal hoch

Bundesliga-Start

Sieben Bundesliga-Spiele mit Zuschauern - was sie beachten müssen

Endlich wieder live dabei sein und mitfiebern: Wenn am Samstag um 15.30 Uhr der Ball in der Fußball-Bundesliga rollt, dürfen zumindest einige Fans nach Monaten der Zwangspause wieder in die Arenen kommen.

Anders als beim Eröffnungsspiel des FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 am Freitag und dem Samstagsspiel in Köln sind an den restlichen Spielorten des Wochenendes Zuschauer in den Stadien zugelassen - die Anzahl reicht von 500 in Wolfsburg bis 10.000 in Dortmund. Mit dem gewohnten Stadionerlebnis hat der Besuch aber nur bedingt zu tun. Auf diese Corona-Regeln und -Empfehlungen müssen sich die Fans an den verschiedenen Bundesliga-Standorten als neue Regeln einstellen:

Ticketvergabe

Um die Infektionsketten bei möglichen Corona-Fällen möglichst gut nachvollziehen zu können, vergibt Borussia Dortmund für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach seine rund 10.000 Eintrittskarten ausschließlich an Dauerkarteninhaber, die ihren ersten Wohnsitz in Dortmund oder einer anderen nordrhein-westfälischen Stadt haben.

Zudem müssen die Fans ihren Namen, ihre Anschrift, ihre Handynummer und ihre E-Mail-Adresse angeben. In Leipzig läuft es ähnlich. Dort ist eine Wohnortadresse in Sachsen unerlässlich, um bei einer Bewerbung für ein Ticket Erfolgschancen zu haben. Andere Klubs setzen solche Regeln nicht durch: Beispiel Bremen: Ein Großteil der Besucher kommt nicht aus dem Stadtstaat, sondern aus dem niedersächsischen Umland.

Eintracht Frankfurt hat viele Stammzuschauer aus der Umgebung von Aschaffenburg, das gehört aber bereits zu Bayern. In Frankfurt werden die 6.500 zur Verfügung stehenden Tickets unter jenen 31.000 Dauerkarteninhabern verlost, die sich für das Heimspiel gegen Arminia Bielefeld angemeldet haben. Wer zum Start den Zuschlag erhält, geht aber bei der Verlosung fürs Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (3. Oktober) leer aus - es sei denn, es liegen zu wenige Bewerbungen vor. Bremen hat von 8.500 Tickets immerhin 1.450 an Logenbesitzer und Vip-Kunden vergeben.

Anreise

Volle Züge oder gemeinsame Fan-Märsche zum Stadion sollen beim Weg zum Spiel vermieden werden. In Frankfurt werden daher besonders lange Züge eingesetzt, zudem werden beim Abgang zwei große S-Bahnhöfe - Sportfeld und Niederrad - genutzt, je nachdem in welche Richtung der Zuschauer abfahren will. So sollen Menschenmengen auf den Bahnsteigen verhindert werden. Die Eintracht hat bei der Vorstellung des Zuschauerkonzepts genau ausgerechnet, wie die zugelassen 6.500 Zuschauer anreisen: Rund 2.600 benutzen den ÖPNV, 2.300 das Auto und 1.600 kommen per Fahrrad, Taxi oder zu Fuß. Das sollte unproblematisch ablaufen, da allein der ÖPNV bis zu 19.100 Personen pro Stunde zum Stadion im Stadtwald transportieren könnte.  

Aber nicht überall ist die Anreise so einfach zu entzerren, wenn nur eine Straßenbahnlinie beispielsweise das Stadion anfährt. Der BVB bittet seine Anhänger beispielsweise, möglichst zu Fuß oder mit dem Auto zum Stadion zu kommen.

Jakob Scholz: "Die Straßenbahn ist kritischer" Sportschau 16.09.2020 04:52 Min. Verfügbar bis 16.09.2021 Das Erste

Einlass

Um auch am Einlass große Menschenansammlungen zu vermeiden, setzen viele Vereine auf verschiedene Zutrittszeiten, die in Dortmund und Leipzig beispielsweise auf den Tickets vermerkt sind. Auch in Bremen werden die Ticketbesitzer informiert, wann sie ins Stadion kommen sollen.

Auf den Karten ist aufgedruckt, wann der Zugang erfolgen soll. Was in Frankfurt als Empfehlung gilt, soll beim SV Werder aber bindend sein. "Es ist ganz, ganz wichtig, dass sich die Fans ganz diszipliniert verhalten und sich an die Zeiten halten. Sonst können wir den Einlass nicht gewährleisten", sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald. Das Weserstadion wird in zehn Sektionen geteilt, die strikt voneinander getrennt sind. Bei RB Leipzig gibt es 15 Bereiche.

Toilettenbesuch

Schlangen und dichtes Gedränge sollen auch an den Toiletten und Würstchenbuden verhindert werden. "Toilettengänge direkt vor Anpfiff, in der Halbzeit sowie mit Abpfiff sollten vermieden werden", schreibt der BVB in einer Information für seine Fans.

Beim Gang zur Toilette gilt bei Eintracht Frankfurt zudem: Ruhe Bitte! "Die Besucher sind angewiesen, bei Toilettengängen während des Spiels keine Gespräche im Vorbeigehen mit anderen sitzenden Besuchern zu führen", heißt es im Zuschauer- und Hygienekonzept der Hessen. Singen ist aber im Stadion ansonsten ausdrücklich erlaubt, weil auf allen Plätzen bei der geringen Auslstung ausreichend Abstand zur Seite, nach vorne und hinten besteht. Die Sanitärbereiche stellen daher ein Nadelöhr dar.

Gesamtverhalten

Bremen bietet im Stadion allein 600 Ordner auf - so viele wie bei einem mit 42.100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion. Auch an anderen Standorten wird das Sicherheitspersonal beileibe nicht im gleichen Umfang wie die Zuschauerzahl reduziert, sondern an den Regelbetrieb vor der Corona-Krise angelehnt.

Manche Vereine wehren sich allerdings dagegen, dass Ordner die Hygieneregeln überwachen. "Wir werden nicht die Pandemie-Polizei spielen", stellt Eintracht-Vorstand Axel Hellmann fest. Die Zuschauer sind angehalten, überall Mund- und Nasenschutz zu tragen, sollen das Essen nur am Platz einnehmen, dort herrscht als einziges keine Maskenpflicht. Hellmann setzt darauf, dass die Fans das Konzept mittragen, weil sie sonst ein Eigentor schießen würden.

Das Konzept könne nur umgesetzt werden, "wenn alle intrinsisch motiviert sind. Die Leute müssen bereit sein, das zu leben und mitzumachen - sonst funktioniert es nicht." Insgesamt gilt bundesweit in den Stadien die Prämisse, die Hess-Grunewald im Namen von Werder Bremen ausgegeben hat: "Wir wollen kein Spreader sein. Alle sollen gesund kommen und nicht infiziert wieder nach Hause gehen."

hel, dpa | Stand: 19.09.2020, 09:50

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