Hertha zeigt Hoffenheim klar die Grenzen auf

Die Herthaner bejubeln den Sieg gegen HoffenheimTSG 1899 Hoffenheim, Hertha BSC

TSG 1899 Hoffenheim - Hertha BSC 0:3

Hertha zeigt Hoffenheim klar die Grenzen auf

Bruno Labbadia hat in seinem Lieblingsstadion einen perfekten Einstand als Trainer von Hertha BSC gefeiert. Die Berliner gewannen am Samstag (16.05.2020) beim Neustart der Fußball-Bundesliga nach der Corona-Zwangspause 3:0 (0:0) bei der TSG Hoffenheim.

Für Bruno Labbadia, der nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri bereits der vierte Hertha-Coach in dieser Spielzeit ist, war es bereits der siebte Sieg in Sinsheim - das schaffte noch kein Trainer.

Doppelschlag binnen drei Minuten

Der frühere Hoffenheimer Vedad Ibisevic (60.) und Matheus Cunha (74.) trafen für die Hertha, die zuvor nur eine der zurückliegenden zwölf Partien gegen die TSG gewonnen hatte. Dazu kam ein Eigentor des TSG-Innenverteidigers Kevin Akpoguma (58.).

Hertha-Verteidiger Marvin Plattenhardt sagte der Sportschau: "Der Sieg fühlt sich schon besonders an unter diesen Umständen. Wir haben uns lange schwergetan, dann aber die Tore sehr gut rausgespielt." Über die Atmosphäre bei einem Geisterspiel meinte Plattenhardt: "Das ist schon eine Umstellung, wenn die Unterstützung fehlt. Aber wir müssen einfach die Leistung auf den Platz bringen. Daran hat Bruno Labbadia natürlich auch einen sehr großen Anteil, wir haben viel geübt und viel gelernt."

"Chancen nicht genutzt"

TSG-Trainer Alfred Schreuder analysierte die Niederlage so: "Wir haben gut gespielt und 60, 70 Minuten dominiert. Aber im Fußball geht es darum, die Tore zu machen und nicht so einfache Gegentreffer zu bekommen. Wir hatten auch nach dem 0:2 noch gute Chancen, aber haben sie nicht genutzt."

Labbadia war nach seinem Einstand hochzufrieden, warnte aber auch: "Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns. Aber das war ein Superstart, und den haben wir auch gebraucht. Die Mannschaft war einfach happy."

Hertha bestätigt Auswärtsstärke

Die Berliner, die seit sechs Auswärtsspielen nicht verloren haben, bestätigten zudem ihre Stärke in der Fremde. Für Labbadia war es 364 Tage nach seiner bisher letzten Partie an der Seitenlinie des VfL Wolfsburg ein gelungenes Comeback in der Liga.

Labbadia über Jubel mit Umarmungen: "Hoffe, dass die Menschen Verständnis zeigen" Sportschau 16.05.2020 01:18 Min. Verfügbar bis 16.05.2021 Das Erste

Auf der anderen Seite geht die Talfahrt der Kraichgauer weiter. Die Mannschaft von Trainer Alfred Schreuder wartet seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg. Durch die achte Heimniederlage stellte die TSG ihren Negativrekord aus der Spielzeit 2012/13 ein.

Zäher Auftakt von beiden Teams

Beim Geisterspiel in der Sinsheimer Arena lief wie erwartet bei beiden Mannschaften zunächst nicht alles rund. Nach ein paar Minuten waren die Gastgeber aber besser im Spiel als die Berliner. Die Hauptstädter konzentrierten sich erst einmal auf die Defensive. Bei den Zweikämpfen hielten sich beide Teams nicht zurück.

Nach einer Viertelstunde hatten sich weder die Hoffenheimer noch die Berliner eine Chance erarbeitet. Die Berliner, bei denen der suspendierte Salomon Kalou, der gesperrte Vladimir Darida und Karim Rekik fehlten, wurden aber munterer.

Plattenhardt: "Labbadia hat einen großen Anteil am Sieg"

Sportschau 16.05.2020 01:47 Min. Verfügbar bis 16.05.2021 ARD

Das tat der Begegnung gut. Auch die Hoffenheimer, die ohne den kroatischen Vize-Weltmeister Andrej Kramaric, Sargis Adamjan und Ishak Belfodil auskommen mussten, gaben mehr Gas. Ihlas Bebou hatte die erste Möglichkeit für die TSG (24.). Kurz darauf vergab Christoph Baumgartner eine noch größere Chance für die Kraichgauer (28.).

Baumann verhindert Schlimmeres

Die Berliner hätten kurz vor der Pause eigentlich in Führung gehen müssen. Nach einem Patzer von TSG-Kapitän Benjamin Hübner und starker Vorarbeit von Ibisevic scheiterte Cunha aus kurzer Distanz am Kraichgauer Torwart Oliver Baumann (41.).

Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel war die TSG der Führung nahe. Der eingewechselte Youngster Maximilian Beier vergab aber (54.). Auf der Gegenseite klärte Baumann gegen Ibisevic (55.). Was der Hertha-Routinier nicht schaffte, gelang Akpoguma nach einem Schuss von Peter Pekarik. Kurz darauf war der starke Ibisevic per Kopf nach einer Flanke von Maximilian Mittelstädt per Kopf zur Stelle.

Jubel nicht ganz nach Vorschrift

Dass die Berliner nach beiden Treffern intensiv gemeinsam jubelten, dürfte bei der Deutschen Fußball Liga nicht gerne gesehen worden sein. Nach den beiden Gegentoren warfen die Hoffenheimer alles nach vorne, die Berliner hatten Konterchancen. Cunha legte für die Hertha nach.

Die Hertha kann sich nun am kommenden Freitag (22.05.20) im Stadtderby bei Eisern Union weiter von den Abstiegsrängen absetzen. Hoffenheim ist tags darauf beim SC Paderborn gefordert.

Schreuder: "Am Ende geht's ums Toreschießen"

Sportschau 16.05.2020 02:10 Min. Verfügbar bis 16.05.2021 ARD

Fußball · Bundesliga · 26. Spieltag 2019/2020

Samstag, 16.05.2020 | 15.30 Uhr

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Kaderabek, Akpoguma, B. Hübner, Posch – Rudy (66. Geiger), Grillitsch – Skov, Baumgartner (90. Elmkies), Zuber (66. Bruun Larsen) – Bebou (46. Beier)

0
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Pekarik, Boyata, Torunarigha, Plattenhardt – Grujic, Skjelbred (87. Ascacibar) – Lukebakio (79. Ngankam), Matheus Cunha (78. Maier), Mittelstädt (90. Dilrosun) – Ibisevic (79. Piatek)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Akpoguma (58./Eigentor)
  • 0:2 Ibisevic (60.)
  • 0:3 Matheus Cunha (74.)

Strafen:

  • gelbe Karte Pekarik (1 )
  • gelbe Karte Boyata (7 )
  • gelbe Karte Grujic (6 )
  • gelbe Karte Baumgartner (3 )
  • gelbe Karte Geiger (3 )

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Samstag, 16.05.2020, 17:27 Uhr

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Tore 0 3
Schüsse aufs Tor 5 5
Ecken 7 5
Abseits 0 1
gewonnene Zweikämpfe 98 96
verlorene Zweikämpfe 96 98
gewonnene Zweikämpfe 50,52 % 49,48 %
Fouls 7 16
Ballkontakte 610 592
Ballbesitz 50,75 % 49,25 %
Laufdistanz 114,18 km 114,47 km
Sprints 166 222
Fehlpässe 52 44
Passquote 86,8 % 87,98 %
Flanken 8 13
Alter im Durchschnitt 24,9 Jahre 26,3 Jahre

dpa/sid/red | Stand: 16.05.2020, 19:29

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