Borussia Mönchengladbach schießt sich in die Champions League

Gladbachs Jonas Hofmann (l.) jubelt mit Florian Neuhaus

Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC 2:1

Borussia Mönchengladbach schießt sich in die Champions League

Borussia Mönchengladbach hat in der Fußball-Bundesliga mit einem souveränen Heimsieg den Millionen-Jackpot geknackt. Die Fohlenelf bezwang eine über lange Zeit sehr schwache Berliner Hertha hochverdient.

Die Borussia schlug Hertha BSC mit 2:1 (1:0) und zog nach 2015 und 2016 zum dritten Mal in die Gruppenphase der Champions League ein. Damit kann die Borussia in schwierigen Corona-Zeiten schon jetzt mit rund 20 Millionen Euro Mehreinnahmen planen.

Jonas Hofmann (7.) beruhigte früh die Nerven der Borussia, der schon ein Remis gereicht hätte. Breel Embolo machte (78.) kurz vor Schluss alles klar. Vedad Ibisevic (90.) gelang das Anschlusstor.

"Alles egal - wir sind glücklich"

Hofmann freute sich nach der Partie am Sportschau-Mikrofon: "Da kommt vielleicht im mittleren Alter noch bei mir das Knipser-Gen raus. Wir haben verdient gewonnen, hätten aber gerne das zweite Tor etwas schneller nachgelegt. Davor sind wir zwischenzeitlich auch mal kurz in die Bedroullie gekommen, aber alles egal - wir stehen auf dem vierten Platz und sind glücklich."

Coach Marco Rose sagte auf eine Frage der Sportschau nach dem Wechselbad der Gefühle in den letzten Wochen: "So groß war dieses Wechselbad gar nicht, weil wir einfach ein cooler Haufen sind. Dass es Widerstände in der Bundesliga gibt, ist uns klar, aber die haben wir mit einer unglaublichen Teamleistung überwunden. Wir sind in der Champions League dabei - das fühlt sich richtig gut an."

Hertha-Spieler Per Skjelbred, der den Verein nach sieben Jahren verlassen wird, gab zu: "Es fühlt sich schon sehr komisch an. Berlin hat für mich alles bedeutet. Fußballerisch, aber auch für meine Frau und meine Familie."

Vorjahres-Albtraum wiederholt sich nicht

Ein Jahr zuvor hatte Gladbach am letzten Spieltag noch den vierten Platz an Bayer Leverkusen verloren, diesmal ging das Fernduell mit der Werkself an die Fohlen. Mit 65 Punkten schaffte die Borussia zudem ihre zweitbeste Saison des Jahrtausends.

Jonas Hofmann: "Wollten schnell das Tor nachlegen"

Sportschau 27.06.2020 02:29 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 ARD Von Burkhard Hupe

"Heute ist ein Finale", hatte Sportdirektor Max Eberl vor dem Anstoß gesagt, Champions League sei für Gladbach "wie eine Meisterschaft". Entsprechend engagiert begann die Borussia vor 21.000 Pappkameraden: Das Rose-Team war von der ersten Minute an hellwach, störte die Berliner früh und ließ sich auch von der Nachricht der schnellen Leverkusener Führung nicht aus der Ruhe bringen.

Per Skjelbred: "Berlin hat für mich alles bedeutet"

Sportschau 27.06.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 ARD Von Burkhard Hupe

Embolo legt für Hofmann auf

Stattdessen konterte die Borussia mit dem eigenen 1:0: Embolo setzte sich im Strafraum stark gegen zwei Herthaner durch und bediente Hofmann, der den Startelf-Debütanten Dennis Smarsch (21) im Hertha-Tor per Flachschuss überwand. Für Hofmann war es der dritte Treffer innerhalb von drei Spielen.

Die Stimmen zur Gladbacher CL-Qualifikation Sportschau 27.06.2020 00:43 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 Das Erste

Mit der beruhigenden Führung im Rücken bestimmte die Borussia fortan das Spiel, von der Hertha kam kaum Gegenwehr. Einziges Manko war die Chancenauswertung. Smarsch, der den werdenden Vater Rune Jarstein ersetzte, sah sich einem Dauerbeschuss ausgesetzt.

Marco Rose: "Wir sind ein cooler Haufen" Sportschau 27.06.2020 00:38 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 Das Erste

Embolo und Stindl scheitern am Pfosten

Der starke Embolo (32.) und Lars Stindl (41.) trafen jedoch nur den Pfosten, zur Pause lag das Torschussverhältnis bei 13:0 für die Hausherren. Im zweiten Durchgang nahm die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia nach einem Dreifach-Wechsel endlich am Spiel teil. Gladbach zog sich nun weit zurück und lauerte auf Konter. Ohne den verletzten Marcus Thuram und den angeschlagenen Alassane Plea im Angriff fehlte jedoch die Durchschlagskraft. Allein Embolo vergab zweimal frei vor Smarsch (63./67.), ehe er eine Viertelstunde vor Schluss doch noch traf.

Jonas Hofmann: "Wollten schnell das Tor nachlegen"

Sportschau 27.06.2020 02:29 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 ARD Von Burkhard Hupe

Per Skjelbred: "Berlin hat für mich alles bedeutet"

Sportschau 27.06.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 ARD Von Burkhard Hupe

Ausschnitte in: Sportschau, Das Erste, Samstag, 27.06.20, 18 Uhr

Fußball · Bundesliga · 34. Spieltag 2019/2020

Samstag, 27.06.2020 | 15.30 Uhr

Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Lainer (90.+2 Jantschke), Ginter, Elvedi, Bensebaini – C. Kramer, Neuhaus – Stindl (90.+2 Raffael) – P. Herrmann (60. Traoré), Embolo (88. Bénes), Hofmann

2
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Smarsch – Esswein (46. Leckie), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt (46. Maier) – N. Stark, Grujic (46. Skjelbred / 76. Ngankam) – Lukebakio, Darida (67. Ibisevic), Matheus Cunha – Piatek

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Hofmann (7.)
  • 2:0 Embolo (78.)
  • 2:1 Ibisevic (90.+1)

Strafen:

  • gelbe Karte C. Kramer (4 )
  • gelbe Karte Skjelbred (4 )
  • gelbe Karte N. Stark (8 )

Schiedsrichter:

  • Deniz Aytekin (Oberasbach)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Samstag, 27.06.2020, 17:26 Uhr

Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Tore 2 1
Schüsse aufs Tor 8 2
Ecken 3 3
Abseits 0 2
gewonnene Zweikämpfe 96 79
verlorene Zweikämpfe 79 96
gewonnene Zweikämpfe 54,86 % 45,14 %
Fouls 7 15
Ballkontakte 700 586
Ballbesitz 54,43 % 45,57 %
Laufdistanz 112,75 km 116,62 km
Sprints 203 246
Fehlpässe 66 71
Passquote 87,66 % 83,41 %
Flanken 3 6
Alter im Durchschnitt 28 Jahre 26,3 Jahre

dpa/sid/red | Stand: 27.06.2020, 19:00

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