Die Elf des Spieltages - Leipzig, Bayern, Dortmund und ein Wechselspieler

Die Elf des Spieltages - Leipzig, Bayern, Dortmund und ein Wechselspieler

Mit Robert Lewandowski und Erling Haaland führen zwei Dauerbrenner die Elf des Spieltages an. Aber auch dabei: ein Mittelfeldspieler von Union Berlin - und ein Einwechselspieler in Topform.

Alexander Schwolow

Tor - Alexander Schwolow (Hertha BSC): Dass die "alte Dame" beim Gastspiel in Leipzig lange auf Remis-Kurs war und am Ende nur 1:2 verlor, war vor allen Dingen Schwolows Verdienst. Verdeckte Schüsse, freche Schlenzer ins lange Eck, Schüsse gegen die Laufrichtung - alles holte der Ex-Freiburger raus. Bei Upamecanos Gewaltschuss und Sabitzers Elfmeter war Schwolow chancenlos.

Tor - Alexander Schwolow (Hertha BSC): Dass die "alte Dame" beim Gastspiel in Leipzig lange auf Remis-Kurs war und am Ende nur 1:2 verlor, war vor allen Dingen Schwolows Verdienst. Verdeckte Schüsse, freche Schlenzer ins lange Eck, Schüsse gegen die Laufrichtung - alles holte der Ex-Freiburger raus. Bei Upamecanos Gewaltschuss und Sabitzers Elfmeter war Schwolow chancenlos.

Abwehr - Raphael Guerreiro (Borussia Dortmund): Extrem laufstark und effektiv, vorne wie hinten. Gegen die massiv tiefstehenden Schalker war sein Kracher aufs kurze Eck, den Rönnow nur abklatschen konnte und Akanji verwertete, vielleicht die entscheidende Aktion dieses Derbys. In der Konterabsicherung glänzte der Portugiese ebenfalls - eine Top-Leistung.

Abwehr - Mats Hummels (Borussia Dortmund): Komplett souverän in der Zweikampfführung, die schnellen Schalker wie Matondo oder später Raman und Kutucu prallten einfach an ihm ab. Dazu der Kopfballhammer in den Winkel zum 3:0, mal wieder eine (länderspiel-)reife Leistung des Routiniers. 

Abwehr - Dayot Upamecano (RB Leipzig): Wer Leipzigs Upamecano dabei zusah, wie er gegen die Herthaner Jhon Cordoba und Dodi Lukebakio Zweikämpfe gewann, Gefahren antizipierte und dann auch noch das wichtige 1:1 erzielte, der bekam eine Ahnung davon, warum dieser Spieler das Interesse vieler Spitzenklubs geweckt haben soll. Im Sommer war zu lesen, auch die Bayern hätten über Upamecano nachgedacht. Er wird, davon darf man nach diesem Auftritt ausgehen, auch den Berlinern in Erinnerung bleiben. Nur eben irgendwie anders.

Mittelfeld - Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): Zeigte in nur 30 Minuten Spielzeit, wie wertvoll er aktuell für die Borussia ist. Im Mittelfeld übernahm er mit dem ebenfalls eingewechselten Florian Neuhaus sofort das Kommando. Mit den beiden Nationalspielern kam mehr Struktur in die Gladbacher Angriffsbemühungen. Und nicht zuletzt machte Hofmann auch als Joker das, was er derzeit am besten kann: sich an Toren beteiligen. Es waren mit Strafstoß und Vorlage zum Siegtreffer die Scorerpunkte Nummer fünf und sechs in dieser Saison. Fazit: Hofmann machte in nur einer halben Stunde den Unterschied gegen Mainz.

Mittelfeld - Joshua Kimmich (FC Bayern München): Der defensive Mittelfeldspieler wirkte vor allem in der ersten Halbzeit gegen Eintracht Frankfurt omnipräsent. Der Standardspezialist servierte auch die Ecke, die Robert Lewandowski zum 2:0 einköpfte. Kimmich spielt nicht immer spektakulär, aber effektiv und unermüdlich. Er hatte 92 Ballbesitzphasen, so viele wie kein anderer Akteur auf dem Platz. Und keiner spulte auch mehr Kilometer ab (11,8) als er – nur Frankfurts Sebastian Rode brachte es auf den gleichen Wert. Insgesamt ein sehr reifer Auftritt.

Mittelfeld - Sheraldo Becker (FC Union Berlin): Der Mittelfeldmann von Union Berlin machte viel Druck über die rechte Außenbahn. Mit seinen schnellen Antritten und präzisen Flanken erzeugte er immer wieder Gefahr im gegnerischen Strafraum und bereitete zahlreiche gute Chancen vor. Zudem verbreitete er mit eigenen Abschlüssen immer wieder Torgefahr.

Mittelfeld - Kevin Kampl (RB Leipzig): Unter Julian Nagelsmann hat sich Kampl noch einmal weiterentwickelt. Einst war der Nationalspieler Sloweniens ein offensiver Freigeist, heute ist Kampl als Sechser Initiator vieler Leipziger Spielzüge. Gegen die Hertha lief fast jeder Angriff über ihn, und er selbst lief auch viel. Am Ende hatten die Statistiker 11,2 Kilometer notiert - der Spitzenwert aller RB-Akteure. In dieser Form ist Kampl ein Fixpunkt im System von Leipzig und Trainer Nagelsmann.

Angriff - Robert Lewandowski (FC Bayern München): Inzwischen ist es ja schon eher eine Notiz wert, wenn Lewandowski einmal nicht trifft. Gegen Eintracht Frankfurt erzielte der Pole seine Saisontore acht bis zehn und stellte dabei gleich einen neuen Rekord auf. Zehn Treffer nach nur fünf Spieltagen hatte in 57 Jahren Bundesliga-Geschichte noch niemand geschafft. Und wenn einer Gerd Müllers Torrekord von 40 Saisontreffern aus der Spielzeit 1971/72 brechen kann, dann der eiskalte Lewandowski. Ein Phänomen, der Mann.

Angriff - Jean-Philippe Mateta (1. FSV Mainz 05): Am Franzosen lag es definitiv nicht, dass die Mainzer die fünfte Niederlage in Folge einstecken mussten. Der Angreifer war vor allem in der ersten Hälfte der überragende Mainzer: Bei langen Bällen war er stets zur Stelle und machte die Pässe fest. Im Strafraum wirbelte er zusammen mit Teamkollege Robin Quaison die Abwehr der Gladbacher ein ums andere Mal durcheinander. Beim 1:1 zeigte er seinen Torriecher, beim 2:1 seine ganze Klasse, als er sich gegen vier Abwehrspieler durchsetzte und eiskalt aus der Drehung abschloss. Die Art und Weise seiner Tore ließ ihn hauchdünn vor Lucas Alario in die Elf des Spieltages rutschen.

Angriff - Erling Haaland (Borussia Dortmund): Unglaubliche Quote, mit der Haaland sogar den Bundesliga-Uralt-Rekord von Uwe Seeler gekippt hat: In seinen ersten 20 Spielen hat er 18 Mal getroffen (übrigens doppelt so oft wie ganz Schalke im gleichen Zeitraum). Gegen "Königsblau" rackerte er, hatte mit vier Abschlüssen die meisten - und wie galant er die Partie per Lupfer zum 2:0 vorentschied, war eine Augenweide.

Die Elf des 5. Spieltags:

Stand: 25.10.2020, 10:36 Uhr

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