DFL terminiert Bundesliga-Fortsetzung auf 15. Mai

Politik gibt grünes Licht - Bundesliga geht weiter Tagesschau 06.05.2020 01:38 Min. Verfügbar bis 06.05.2021 Das Erste

Politik erlaubt Spiele ohne Zuschauer

DFL terminiert Bundesliga-Fortsetzung auf 15. Mai

Nach der Freigabe der Politik für die Fortsetzung der Bundesliga-Saison hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Starttermin den 15. Mai festgelegt. Nicht alle Klubs sind damit einverstanden.

Die DFL informierte die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga am Mittwochabend (06.05.2020) per Rundschreiben, dass das DFL-Präsidium als zuständiges Gremium beschlossen hat, die Saison am Freitag in einer Woche fortzusetzen. 

Mainz und Werder für längere Vorbereitung

Bei einer Mitgliederversammlung mit den 36 Profivereinen soll am Donnerstag per Videoschalte das konkrete Vorgehen bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs besprochen werden. Die Mehrheit der Klubs plädierte bereits am Mittwoch angeblich für einen schnellen Start schon am 15. Mai. Allerdings gab es auch andere Stimmen. So machten sich Werder Bremen und der 1. FSV Mainz 05 für eine etwas längere Vorbereitung stark, um eine Chancengleichheit zu gewährleisten.

"Wir halten im Sinne eines fairen Wettbewerbs eine mindestens 14-tägige Vorbereitungszeit im Mannschaftstraining für notwendig", sagte der Vorstandsvorsitzende des 1. FSV Mainz 05, Stefan Hofmann. Werder Bremen warb ebenfalls dafür, erst am 23. Mai loszulegen. "Ein früherer Start würde für uns einen deutlichen Wettbewerbsnachteil darstellen, da an anderen Standorten bereits seit Wochen in zum Teil deutlich größeren Gruppen als in Bremen trainiert werden konnte", sagte Werders Geschäftsführer Fußball, Frank Baumann.

Noch ist offen, mit welchem Spielplan die Saison fortgesetzt werden soll. Auch dies dürfte am Donnerstag bei der Videovollversammlung der 36 Klubs aus 1. und 2. Bundesliga ein Thema sein.

Einigung von Merkel und den Länderchefs

Am Nachmnittag hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer in einer Videokonferenz darauf geeinigt, dass die seit März unterbrochene Saison in der zweiten Mai-Hälfte mit sogenannten Geisterspielen fortgesetzt werden kann.

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"Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Bundesliga und die 2. Bundesliga. Sie ist verbunden mit einer großen Verantwortung für die Klubs und ihre Angestellten, die medizinischen und organisatorischen Vorgaben diszipliniert umzusetzen", kommentierte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert den Beschluss, der laut Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher einstimmig gefallen ist.

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Er wisse, dass es eine kontrovers diskutierte Entscheidung sei, aber "wir halten den Kompromiss für mehr als vertretbar", so der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Weiter sagte der CSU-Politiker: "Ich weiß, dass die Bundesligavereine alles tun werden, um Sicherheit zu erreichen." Entgleisungen wie bei Salomon Kalou dürfe es aber nicht mehr geben. Der inzwischen von Hertha BSC suspendierte Profi hatte in einem bei Facebook live übertragenen Video dokumentiert, dass er selbst, Mitspieler und der Berliner Verein mehrere Verstöße gegen das Hygienekonzept der Verbände DFL und DFB begingen.

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Zweiwöchige Quarantäne gestrichen

In einer entsprechenden Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Konferenz hatte es nach Angaben von Nachrichtenagenturen zuvor noch geheißen, dass eine "zweiwöchige Quarantänemaßnahme", etwa in Form eines Trainigslagers, nötig sei, bevor wieder gespielt werde. Dieser Passus wurde aber gestrichen.

Damit gilt nun offenbar die Vorgabe aus dem medizinischen Konzept von DFL und DFB, in dem es heißt: "Als weitere Sicherungsmaßnahme werden mindestens die letzten sieben Tage vor Saisonbeginn als Trainingslager in Quarantäne verbracht, wobei die regelmäßige Abstrichtestung fortgesetzt wird."

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Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte zur Entscheidung der Politik: "Viele Branchen fahren langsam und unter Einhaltung strenger Regeln nun wieder hoch, das gilt auch für den Berufsfußball. Im Rahmen dessen sind wir uns bei Borussia Dortmund einer großen Verantwortung bewusst. Wir werden – im Wissen darum, dass es keine Garantien gibt – alles versuchen, um eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten, dass es zu keinen neuen Infektionen bei Spielern und deren Familien kommt."

Noch neun Spieltage

So soll es nun am Freitag (15.05.20) in den beiden höchsten deutschen Ligen weitergehen. Es stehen jeweils noch neun Spieltage an, in der Bundesliga zudem ein Nachholspiel zwischen dem SV Werder Bremen und Eintracht Frankfurt.

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Ziel der DFL ist es, die Saison bis zum 30. Juni zu beenden, da sich so etliche juristische Fragen, etwa bezüglich der Spielerverträge, erledigt hätten.

"Geschockt und erschüttert"

Die Zustimmung der Politik war insgesamt erwartet worden, auch wenn es zuvor ein paar Vorfälle gegeben hatte, die Zweifel säten. Besonders das schnell wieder gelöschte Video von Kalou schlug Wellen.

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"Das Video hat der DFL und dem Profifußball an sich einen Bärendienst erwiesen. Ich habe auch von Kollegen und Kolleginnen gehört, dass sie geschockt und erschüttert seien", sagte Anja Stahmann, Vorsitzende der Sportministerkonferenz (SMK), im Inforadio des rbb. Das Vertrauen in den Profifußball werde in diesen Tagen "erschüttert", so Stahmann, "manche denken, die Bundesliga hat die Bodenhaftung verloren in Zeiten einer Pandemie."

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red/dpa/sid | Stand: 06.05.2020, 21:00

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