SC Paderborn: Das Jahr eins nach Baumgart

Paderborns Trainer Lukas Kwasniok bei einem Testspiel gegen Hannover 96

SC Paderborn: Das Jahr eins nach Baumgart

Mit dem Abgang von Trainer Steffen Baumgart ist beim SC Paderborn im Sommer eine Ära zu Ende gegangen. Der neue Coach Lukas Kwasniok soll die erfolgreiche Arbeit fortsetzen, aber keine Kopie sein.

Steffen Baumgart hat in den vergangenen vier Jahren beim SC Paderborn eine Ära geprägt. Als sportlicher Absteiger in die Regionalliga schaffte der SCP unter Baumgart den direkten Durchmarsch in die Bundesliga. Baumgart entschied sich jedoch, seinen im Sommer ausgelaufenen Vertrag nicht zu verlängern und trainiert jetzt den 1. FC Köln. In Paderborn soll Baumgarts Arbeit fortgeführt werden, mit Lukas Kwasniok an der Seitenlinie.

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Sportschau 16.07.2021 Verfügbar bis 16.07.2022 ARD


So lief die vergangene Saison

Nach sieben Auf- und Abstiegen in Folge wollte man in Paderborn mal eine ruhige Saison erleben und endlich aus dem Fahrstuhl aussteigen. Diese Aufgabe wurde sozusagen mit Bravour gemeistert, denn mehr Mittelmaß ging nicht: Der SCP beendete die vergangene Zweitliga-Saison auf dem neunten Tabellenplatz. 15 Punkte hinter den Aufstiegsplätzen, 14 Punkte vor den Abstiegsrängen. Schon früh war klar, dass es für den SCP weder nach oben noch nach unten gehen wird.

Die Leistungen waren schwankend. Neben schwachen Auftritten wie beim 1:2 beim 1. FC Nürnberg oder dem 0:3 in Bochum gab es auch Galas wie beim 3:0-Sieg im Rückspiel gegen Bochum oder dem denkwürdigen 8:3 bei Erzgebirge Aue. "Wir hätten durchaus ein bisschen mehr erreichen können. Aber wir haben in vielen Situationen gesehen, warum wir halt nicht oben mitspielen konnten. Die Jungs mussten und müssen sich erst entwickeln", sagte Baumgart nach der Saison der "Neuen Westfälischen".

Wer kommt, wer geht?

Nicht nur auf der Trainerposition hat es beim SCP in der Sommerpause eine Veränderung gegeben. Auch der Umbruch im Kader war groß. Zwölf Spieler haben den Verein verlassen, neun Spieler sind neu gekommen, dazu kamen vier Leihspieler zurück. Dennoch sind viele Stammspieler der vergangenen Saison noch an Bord.

Besonders schmerzt den SCP der Abgang von Sebastian Schonlau. Das Eigengewächs hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Zweitliga-Innenverteidiger entwickelt und war in der vergangenen Saison auch Kapitän. In der kommenden Spielzeit läuft er für den HSV auf. Mit Christopher Antwi-Adjei (VfL Bochum) und Sebastian Vasiliadis (Arminia Bielefeld) haben zwei weitere Leistungsträger der Baumgart-Ära den Verein verlassen.

Der Königstransfer der Ostwestfalen ist dagegen ein Spieler, der schon in der vergangenen Saison für die Paderborner aufgelaufen ist. Chris Führich wurde nach seiner Leihe von Borussia Dortmund dank einer Kaufoption fest verpflichtet. Führich schaffte in der vergangenen Saison seinen Durchbruch und war mit 13 Toren und sieben Vorlagen zweitbester Scorer im Team hinter Dennis Srbeny (16 Tore, fünf Vorlagen).

Noch ist aber unklar, ob Führich in der kommenden Saison auch wirklich für die Ostwestfalen spielt. Ein Wechsel nach Stuttgart steht im Raum, allerdings soll die vom SCP aufgerufene Ablösesumme dem VfB zu hoch sein. "Das Heft des Handelns hat der SC Paderborn in der Hand", sagte Kwasniok. "Fakt ist: Wir haben einen Top-Spieler unter Vertrag. Was sich andere Vereine wünschen, ist davon unberührt."

Darüber hinaus ist der SCP seiner Transfer-Philosphie treu geblieben und hat vor allem entwicklungsfähige Spieler geholt. Die Lücke in der Innenverteidigung soll der 22-Jährige Jasper van der Werff schließen. Der Schweizer ist von RB Salzburg ausgeliehen. Luca Marseiler (24/SpVgg Unterhaching) soll Antwi-Adjei auf der Außenbahn ersetzen. Jonas Carls (24/Schalke 04) soll Stamm-Linksverteidiger Jamilu Collins Druck machen. Marco Schuster (25/Waldhof Mannheim) und Marcel Mehlem (26/Saint Gilloise) verstärken das Mittelfeld-Zentrum. Gut möglich, dass noch eine weiterer Innenverteidiger verpflichtet wird.

lt | Stand: 15.07.2021, 08:00

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