Bochums Manuel Riemann - Cooler Keeper mit Führungsformat

Manuel Riemann

Bochums Manuel Riemann - Cooler Keeper mit Führungsformat

"Es sind ja nur elf Meter": Bochums Torwart Manuel Riemann wird beim DFB-Pokal-Sieg gegen den FC Augsburg zum lässigen Helden - ohne einen einzigen Schuss gehalten zu haben.

Manuel Riemann ist beim VfL Bochum die etatmäßige Nummer eins. Beim Pokalfight zwischen seinem VfL und dem FC Augsburg (7:6 n.E.) saß er jedoch zunächst nur auf der Bank, sollte fürs anstehende Ligaspiel in Gladbach geschont werden. Für ihn stand Michael Esser zwischen den Pfosten.

Der machte seine Sache gut, dennoch reifte während der Verlängerung in VfL-Coach Thomas Reis die Entscheidung Riemann im Falle eines Elfmeterschießens zu bringen. Bekannt für seinen Killerinstinkt auf der Linie sollte er der entscheidende Faktor sein. "Das war vorher nicht abgesprochen", sagte Riemann nach der Partie: "In der 103. Minute wurde ich gefragt, wie lange ich brauche, bis ich warm bin. Da habe ich gesagt, ich brauche fünf bis zehn Minuten."

Bochums Torhüter-Duo Esser und Riemann im Interview

Sportschau 27.10.2021 01:41 Min. Verfügbar bis 27.10.2022 ARD Von Andreas Kramer


Als Torwart chancenlos, als Schütze der Held

Ob warm oder nicht - der Keeper konnte nicht einen Ball der Augsburger parieren. Der einzige Fehlschuss der Gäste ging auf das Konto von Arne Maier, der als fünfter FCA-Schütze den Ball über das Tor setzte.

Der Matchball lag somit beim VfL - und hier zeigte sich die Nervenstärke von Torwart Riemann. Der 33-Jährige schnappte sich die Kugel und verwandelte selbst eiskalt den letzten Schuss vom Punkt. "Es sind ja nur elf Meter. Ich war mir ehrlich gesagt ziemlich sicher heute", gab er anschließend cool zu Protokoll.

Es war übrigens nicht Riemanns erster Elfmeter-Treffer. Vor 14 Jahren traf er als 18-jähriger Keeper von Wacker Burghausen schon einmal vom Punkt. Damals war es kein geringerer als Bayern-Torhüter Oliver Kahn, der das Nachsehen hatte.

VfL Bochum gegen FC Augsburg - die Zusammenfassung Sportschau 27.10.2021 05:28 Min. Verfügbar bis 27.10.2022 Das Erste

Riemann in einer Reihe mit Zumdick und van Duijnhoven

In Sachen Bundesliga ist Riemann ein echter Spätstarter. Erst mit 32 Jahren schaffte er den Sprung ins Fußball-Oberhaus. Ganz offensichtlich war das aber noch nicht zu spät, um in Bochum nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Kein Wunder, mit seinem Tor ballerte er nicht nur seine Mannschaft ins Achtelfinale des DFB-Pokals, sondern sich selbst auch in die Herzen der Fans, die ihn nach Schlusspfiff lauthals feierten.

Schon in der Vergangenheit hatte Bochum einige starke Männer zwischen den Pfosten. Ralf "Katze" Zumdick etwa, der für seinen VfL insgesamt 283 Liga-Partien absolvierte. Oder Rein van Duijnhoven, der in der Saison 2003/04 in 13 Heimspielen hintereinander ohne Gegentor blieb. Riemann reiht sich in die Liste der VfL-Helden nun nahtlos ein.

Denn der gebürtige Mühldorfer hat nicht nur eine große Klappe und spricht die Fehler im Team gerne lautstark an. Er übernimmt auch Verantwortung und hat als Mensch das Format zu einer echten Führungsfigur. Das hat das Pokalspiel einmal mehr bewiesen.

Echte Größe nach Abpfiff der Partie

Als die Partie entschieden und die Feierlichkeiten im vollen Gange waren, zeigte Riemann einmal mehr, was er für ein starker Typ ist. Er stieg auf den Zaun und stimmte Sprechchöre für Ersatzkeeper Michael Esser an, der die Bochumer mit seinen Paraden überhaupt erst in die Entscheidung vom Punkt gerettet hatte.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

cl | Stand: 28.10.2021, 11:04

Darstellung: