2G-Regelung in Berlin "Wir wollen keinen Ausschluss mehr für den Sport"

Stand: 09.11.2021 18:38 Uhr

In Berlin soll ab kommender Woche in vielen Bereichen die 2G-Regel gelten. Das hat auch Auswirkungen auf den Sport. Der Präsident des Berliner Landessportbundes Härtel betont, dass das nicht zu Lasten des Breiten- und Amateursports gehen dürfe.

In Berlin soll die sogenannte 2G-Regel - Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und Kinder unter zwölf Jahren - ab der kommenden Woche auch für den Sport gelten. Wie genau die neue Regel umgesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest. Eine neue Corona-Schutzverordnung könnte der Senat am Donnerstag verabschieden. Andeutungen machte Berlins noch Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag aber bereits.

Müller: "Modellversuche schlichtweg nicht möglich"

So äußerte sich Müller zum Beispiel bereits bezüglich des Kinder- und Breitensports in Berlin: "Wir wollen sehen, dass wir die Einschränkungen für die Kinder und Jugendlichen so gering wie möglich halten." Ob der Ligabetrieb in den Amateurklassen langfristig weiter wie bisher laufen könne, ließ er offen: "Wir müssen sehen, wie die Erfahrungen mit 2G sind. Wir können nicht ausschließen, dass gegebenenfalls nachgeschärft werden muss.“
 
Für das Lokalderby in der Fußball-Bundesliga zwischen Union und Hertha am Samstag, 20. November werde sich laut Müller nichts ändern. An den aktuellen Zuschauerregeln mit einer Auslastung von 50 Prozent von Sportveranstaltungen unter freiem Himmel werde man festhalten. "Modellversuche oder höhere Auslastungen sind in dieser Corona-Lage schlichtweg nicht möglich", so Müller. Damit würde das Union-Spiel gegen Bayern München im Stadion an der Alten Försterei mit einer Auslastung von 75 Prozent eine Ausnahme bleiben, die Köpenicker müssten auch zu einem halb voll besetzten Stadion zurückkehren. Laut Senat handelte es sich dabei eh um eine Einzelfallentscheidung.

Härtel: Kinder und Jugendliche dürfen nicht Leidtragende sein

Der Präsident des Berliner Landessportbundes (LSB), Thomas Härtel, sagte auf Anfrage des rbb, dass er die konkreten, neuen Regelungen ebenfalls noch nicht kenne, da der LSB bislang nicht informiert wurde.
 
"Da würden wir uns auch einen besseren Austausch mit der Gegenseite wünschen", so Härtel. Allerdings habe man in seinem Verband bereits mit Verschärfungen gerechnet. Man müsse jetzt sehen, wie man damit umgehe, sagte Härtel, stellte aber auch klar: "Wir wollen keinen Ausschluss mehr für den Sport." Zugleich richtete er einen Appell an die politischen Entscheidungsträger: "Wir erwarten, dass es nicht zu Lasten des Breiten- und Amateursports geht."
 
Konkret nannte der LSB-Präsident auch den Kinder- und Jugendsport. "Die 2G-Regel kann da so gar nicht greifen, weil die Kinder und Jugendlichen dann wieder raus wären." Das gelte es zu vermeiden, da für Kinder und Jugendliche laut Härtel somit erneut die Leidtragenden der Pandemie-Situation und die sozialen Auswirkungen verheerend wären. "Da muss es eine Regelung geben, die nicht 2G ist. Beispielsweise werden Schulkinder schon dreimal die Woche in der Schule getestet. Diese Tests könne man dann auch auf den Kinder- und Jugendsport anwenden."

Berliner Fußballverband will sich am Freitag äußern

Thomas Härtel rechnet damit, dass die Ligen im Profisport wie bisher weitergehen. Im Amateurbereich sehe die Lage anders aus. Der Ligabetrieb würde dort davon beeinflusst, "weil ja auch die Zuschauer, Betreuer und die Gastmannschaft darunterfallen werden. Es ist eine große Herausforderung für die Vereine", sagt der Präsident des Berliner Landessportbundes.
 
Der Berliner Fußballverband (BFV) wollte sich auf rbb-Anfrage bislang nicht zur Umsetzung der 2G-Regel äußern. Der BFV wolle spätestens am Freitag eine Pressemitteilung herausgeben, hieß es von Verbandsseite auf Nachfrage.

Staatssekertär: Sport soll erlebbar bleiben

Der Staatssekretär für Sport des Landes Berlin, Aleksander Dzembritzki (SPD), verwies ebenfalls auf die noch laufenden Absprachen des Senats. "Ich möchte aber, dass Sport weiter erlebt werden kann. Das können wir aber nur aufrechterhalten, wenn die Menschen sich impfen lassen", sagte der SPD-Politiker. Bis das der Fall sei, müsse der Senat handeln.
 
Diskutiert werde aktuell, ob eine Sportveranstaltung mit mehr als 100 Personen automatisch eine 2G-Veranstaltung werden müsse. Dzembritzki betont aber: "Ziellinie ist das kommende Wochenende." Bis dahin gehe es darum, wie man 2G ausgestalte. Aber auch die Bürgerinnen und Bürger seien gefordert: "Dieses Ding schaffen wir nur gemeinsam."

Brandenburg vorerst mit 3G

Laut Pressemitteilung des Landes Brandenburg will man dort bei Sport- und Freizeiteinrichtungen zunächst an der 3G-Regel festhalten. Die neue Corona-Verordnung soll konkret an diesem Donnerstag in einer Sondersitzung des Kabinetts beschlossen werden und ab Montag, den 15. November für drei Wochen gelten.

Sendung: rbb UM6, 09.11.2021, 18:00 Uhr