Handball | 2. Bundesliga Ukrainischer Meister Motor Saporoschje erhält Gast-Startrecht für 2. Bundesliga

Stand: 09.06.2022 21:52 Uhr

Es ist ein absolutes Novum: Der ukrainische Topverein HC Motor Saporoschje wird in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen - und damit auch gegen die mitteldeutschen Teams ThSV Eisenach, HC Elbflorenz und Dessau-Roßlauer HV. Der ukrainische Meister kann so den nötigen Spielrhythmus für die Champions League bekommen. In der Ukraine ist das seit dem Angriff Russlands nicht möglich, da die Liga pausiert.

Der ukrainische Handball-Meister HC Motor Saporoschje nimmt in der kommenden Saison als Gaststarter am Spielbetrieb der 2. Bundesliga teil. Das bestätigte Ligapräsident Uwe Schwenker am Mittwoch. "Uns war klar: Bei dieser Frage muss eine basisdemokratische Entscheidung der Klubs getroffen werden. Letztlich hat sich eine deutliche Mehrheit für die Aufnahme ausgesprochen. Die Klubs haben gesagt: Hier helfen wir, Handballer helfen Handballern", so Schwenker.

Heimspiele und Unterkunft in Düsseldorf

Die Heimspiele absolvieren die Ukrainer im Castello in Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt sorgt auch für die Unterbringung des Teams und hatte laut Schwenker großen Anteil daran, dass das Projekt kurzfristig umgesetzt werden konnte. Die Saison im deutschen Unterhaus beginnt Anfang September. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine ruht derzeit der Spielbetrieb in der Ukraine.

Saporoschje braucht Wildcard für Champions League

Saporoschje, das seit 2013 stets den nationalen Meistertitel gewinnen konnte, könnte durch die Spiele in der 2. HBL die nötige Spielpraxis gegen Teams wie den ThSV Eisenach, HC Elbflorenz und den Dessau-Roßlauer HV für die Champions League sammeln. Für eine Teilnahme an der Königsklasse müsste die Europäischen Handball-Föderation (EHF) Saporoschje allerdings eine Wildcard erteilen.

Startrecht für die Bundesliga ausgeschlossen

Der Gedanke einer Integration des ukrainischen Serienmeisters in den deutschen Spielbetrieb entwickelte sich bereits vor einigen Wochen. Ein Startrecht in der Bundesliga war dabei laut Schwenker aufgrund des ohnehin vollgepackten Spielplans ausgeschlossen. In der 2. Liga kommen die Gaststarter gewissermaßen sogar gelegen: Da die Liga in der kommenden Saison ursprünglich mit 19 Teams ausgespielt werden sollte, werden spielfreie Wochenenden nun vermieden.

(red/sid)