Derby in Manchester - "Fergie-Time" für Solskjaer

Ole Gunnar Solskjaer (l.), Cristiano Ronaldo

Fußball I Premier League

Derby in Manchester - "Fergie-Time" für Solskjaer

Ole Gunnar Solskjaer hangelt sich dank Cristiano Ronaldo durch die Saison. Die nächste schwierige Prüfung für den Trainer von Manchester United steht im Premier-League-Derby gegen den Stadtrivalen City an. Es geht für Solskjaer in die "Fergie-Time", unter den Augen des Namensgebers.

Sir Alex Ferguson sitzt weiterhin bei jedem Spiel von Manchester United auf der Ehrentribüne im Stadion Old Trafford. Er ist der Trainer, bei dem klar war, dass es jeder seiner Nachfolger schwer haben würde.

Am Sonntag (24.10.2021) gingen Bilder des 79 Jahre alten Schotten um die Welt, die ihn so deprimiert zeigten, dass die Zeit für einen weiteren Nachfolger gekommen schien.

Sir Kenny Dalglish, ebenfalls Schotte und ebenfalls Klublegende, allerdings des FC Liverpool, freute sich über den 5:0-Erfolg seines Klubs beim Rivalen.

Ronaldo beruhigt Situationen

United gegen Liverpool, das ist weiterhin das größte Spiel in England, und der schon angezählte Ole Gunnar Solskjaer schien nach der Demütigung endgültig die Beurlaubung zu erhalten.

Doch der Trainer, durchaus eine Klublegende, aber wegen seines Tores im dramatischen Finale der Champions League 1999 gegen den FC Bayern, erhielt eine weitere Schonfrist. Es folgten ein 3:0-Sieg bei Tottenham Hotspur und ein 2:2 bei Atalanta Bergamo in der Champions League.

Das beruhigte die Situation. Besser gesagt: Cristiano Ronaldo sorgte für ein paar Tage Ruhe. Er schoss beide Tore gegen Atalanta. In der Champions League sind es nun schon fünf Treffer in vier Spielen, in der Premier League immerhin vier bei sieben Einsätzen.

"Cristiano ist einfach unglaublich. Er sorgt immer wieder für diese speziellen Momente. Ich bin mir sicher, dass auch die Chicago Bulls nichts dagegen hatten, Michael Jordan im Team zu haben", verglich Solskjaer den Portugiesen mit dem Superstar des Basketballs, der in der sogenannten Crunchtime die Dinge erledigte.

Die Crunchtime heißt bei Manchester United "Fergie-Time", weil zu Zeiten von Alex Ferguson vieles in der - durchaus mal üppigen - Nachspielzeit erledigt wurde.

Am Samstag (06.11.2021) dürfte es schon deutlich früher hoch hergehen im Old Trafford, denn das Derby gegen Manchester City steht an. Schon um 12.30 Uhr Ortszeit (13.30 Uhr MEZ) ist Anstoß. United hat als Tabellenfünfter acht Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Chelsea, bei City sind es nach der Heimniederlage gegen Crystal Palace auch schon fünf.

Ironie bei Guardiola

"Wir werden da sein", kündigte Pep Guardiola mit ironischem Ton an, denn der frühe Beginn stößt dem Trainer von City sauer auf. Seine Mannschaft war noch am Mittwoch beim 4:1 gegen den FC Brügge in der Champions League beschäftigt, United hingegen 24 Stunden früher.

Ein Tag mehr Pause also für den inzwischen 36 Jahre alten Ronaldo, der trotzdem in bester körperlicher Verfassung ist. Daher war auch kaum jemand erstaunt, als im Sommer das Gerücht aufkam, der Superstar werde Juventus Turin verlassen und zu Manchester City wechseln. Gewöhnlich sehr gut informierte Reporter twitterten, dass nur noch die Unterschrift fehle. Dann landete Ronaldo jedoch überraschend bei United, für das er unter Sir Alex Ferguson schon zwischen 2003 und 2009 spielte. Drei Meisterschaften feierte er mit den "Red Devils". Nach Ronaldos Abgang kamen noch zwei hinzu, die letzte 2013.

Für die Fans wird es mal wieder Zeit, der Kader scheint zumindest in der Offensive gut genug zu sein, um mit den anderen Großen mitzuhalten. Die Saison begann auch gut. Punktgleich mit dem FC Chelsea und Liverpool war United nach fünf Spieltagen oben, dann folgten ein 0:1 gegen Aston Villa, ein 1:1 gegen den FC Everton und ein 2:4 bei Leicester. Solskjaer geriet unter Druck, das 0:5 gegen die "Reds" von Jürgen Klopp verschärfte die Lage dramatisch. Aber der Trainer erhielt eine "Fergie-Time".

Ausschnitte in der Sportschau

Ausschnitte des Spiels zwischen Manchester United und Manchester City werden am Samstag (06.11.2021) ab 18 Uhr in der Sportschau zu sehen sein.

sid/dpa | Stand: 05.11.2021, 07:39

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