Corona, Impfen, Löw - und ein bisschen Fußball gegen Liechtenstein

Nationalmannschaft: Der Startrekord, die Impfpflicht und der ganze Rest Sportschau 10.11.2021 01:31 Min. Verfügbar bis 10.11.2022 Das Erste

Fußball | Nationalmannschaft

Corona, Impfen, Löw - und ein bisschen Fußball gegen Liechtenstein

Von Christian Hornung

Rund um die Nationalmannschaft und die bevorstehenden beiden Länderspiele werden gerade viele Themen von nationaler Wichtigkeit diskutiert. Der Fußball stört da fast ein bisschen.

Dass es im Vorfeld der WM-Qualifikationsspiele am Donnerstag (11.11.2021) in Wolfsburg gegen Liechtenstein (20.45 Uhr) und am Sonntag um 18 Uhr in Eriwan gegen Armenien (beide im Livecenter bei sportschau.de) ganz wenig um Fußball und ganz ausgiebig um die Pandemie ging, ist natürlich nachvollziehbar.

Es war nach dem positiven Corona-Test beim vollständig geimpften Niklas Süle samt Quarantäne für seine Kontaktpersonen, Impfverweigerer Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Karim Adeyemi, auch gar nicht zu vermeiden. Bundestrainer Hansi Flick hat geduldig und höflich wie immer seine Auffassung zum Thema Impfen und zur Verurteilung von Nichtgeimpften dargelegt.

"Impfen der einzige Weg aus der Pandemie"

Ob er nur geimpfte Spieler mit zur Weltmeisterschaft nehmen wird, diese Frage hat er vertagt. Zur Sportschau sagte Flick im Interview: "Es gibt keine Impfpflicht in Deutschland, also darf man auch niemanden verurteilen, der sich nicht impfen lässt. Für mich ist es trotzdem der einzige Weg aus der Pandemie, dass man sich impfen lässt - das ist meine klare persönliche Meinung, und die haben mir auch viele Experten bestätigt."

DFB: Impfstatus noch kein Thema für Flick

Sportschau 10.11.2021 01:13 Min. Verfügbar bis 10.11.2022 ARD


Sieben Siege, eine Niederlage

Flick muss nun sein Team umbauen. Das findet er sportlich nicht so tragisch, weil seine Mannschaft bereits für die Weltmeisterschaft qualifiziert ist. Von acht Spielen in der Gruppe J hat das DFB-Team sieben gewonnen und eins verloren. Dafür konnte Flick allerdings nichts, die sehr peinliche 1:2-Heimpleite gegen Nordmazedonien am 31. März war noch vor der Europameisterschaft und fiel deshalb noch in die Amtszeit von Joachim Löw.

Löw-Abschied - gegen Liechtenstein

Dass ihm der DFB diese Niederlage noch nachträgt, könnte man angesichts der Rahmenbedingungen seiner Verabschiedung beinahe vermuten - wenn man böswillig wäre. Der Weltmeistertrainer, der sein Land mit der Nationalmannschaft in der Fortsetzung des Sommermärchens (bei dem Löw auch schon Co-Trainer war) wieder versöhnt hat, der lange Zeit begeisternden Fußball spielen ließ, der Brasilien im Land des damaligen WM-Gastgebers mit 7:1 monumental gedemütigt hat, der wird nun gegen - kein Scherz - Liechtenstein verabschiedet: Dieser Verband, der auch Pierluigi Collina schonmal einen Fön geschenkt hat, hätte nicht treffender seine Führungs- und Stillosigkeit dokumentieren können.

Dass Joachim Löw am Donnerstagabend ein paar Tore sehen wird, das ist aber durchaus wahrscheinlich. Aus den bisherigen fünf Duellen der beiden Nationen stehen fünf deutsche Siege mit einem Torverhältnis von 29:3 zu Buche - die Statistik etwas heruntergezogen hat ausgerechnet Hansi Flick bei seinem Debüt mit einem ausgesprochen zähen 2:0 am 2. September.

WM-Qualifikation: Skurriles aus Liechtenstein

Sportschau 11.11.2021 01:02 Min. Verfügbar bis 11.11.2022 ARD


Nmecha ein Kandidat für die Startelf

Wer in Abwesenheit von Gnabry, Musiala, Adeyemi, Kimmich, Süle und den ebenfalls unpässlichen Timo Werner, Julian Draxler, Florian Wirtz und des leicht angeschlagenen Kai Havertz an den Treffern 30 plus X arbeiten darf, ließ sich aus dem Abschlusstraining noch nicht eindeutig herleiten. Da das Spiel in Wolfsburg stattfindet, würden die Zuschauer sich vermutlich mehrheitlich ihren VfL-Profi Lukas Nmecha wünschen. "Wir wollen den Fans wieder diese Gier auf Tore zeigen", hat Flick auf jeden Fall versprochen.

Nmecha hat bereits in der U21 gezeigt, dass er auf längere Sicht Deutschlands chronisches Problem auf der Neuner-Position beheben könnte. "Ich habe nicht erwartet, schon jetzt dabei zu sein. Das war ein bisschen ein Schock. Aber ich freue mich", hat der ebenso durchsetzungsstarke wie technisch versierte Angreifer zuletzt gesagt.

Erstmals eine Frau an der Pfeife

Nmechas sehr wahrscheinliches Debüt ist an diesem Abend übrigens nicht das einzige. Zum ersten Mal nach 113 Jahren Länderspielhistorie des DFB wird eine Schiedsrichterin ein Spiel der Männer-Nationalmannschaft leiten: Ivana Martinčić aus Kroatien.

Stand: 11.11.2021, 13:27

Darstellung: