Pausen internationaler Fußballligen

Und sportlich? So steht's in Europas Top-Ligen

Robin Tillenburg

Dass in den europäischen Topligen Fußball gespielt wurde, scheint eine Ewigkeit her. Wie war nochmal der sportliche Stand? Wer ist auf Meisterkurs? Wer schießt wo die meisten Tore? Wer überrascht?

Bundesliga: Enger Titelkampf, Bremen enttäuscht

Im Titelkampf sind noch fünf Klubs vertreten. Auch wenn es vor allem für Bayer Leverkusen mit acht und Borussia Mönchengladbach mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München schwierig werden dürfte, und Borussia Dortmund (vier Zähler Abstand) und RB Leipzig (fünf) wohl die größeren Bayern-Jäger sind, ist das ein durchaus überraschender Aspekt.

Die Spitze ist in diesem Jahr breiter als zuletzt. Seit der Saison 2008/2009 war der Abstand zwischen Platz eins und fünf nach dem 25. Spieltag noch nie so gering wie momentan. Damals trennten Tabellenführer Hertha BSC und den Fünften Hoffenheim sogar nur fünf Punkte.

Im Keller sind Tabellenschlusslicht SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang die durchaus erwartbaren Kandidaten. Platz 17 ist aber die große sportliche Enttäuschung der aktuellen Spielzeit: Mit Europapokal-Ambitionen gestartet, läuft Werder Bremen den Ansprüchen meilenweit hinterher. Weil auch Platz 15 acht Zähler entfernt ist, muss Werder bei einer Fortsetzung des Spielbetriebs auf die Relegation hoffen.

Premier League: Liverpool enteilt - Vardy extrem treffsicher

In der Premier League hoffen die Fans des FC Liverpool inständig auf eine sportliche Fortsetzung der Spielzeit. Der Grund: Der erste Meistertitel seit 30 Jahren ist bei noch neun (beziehungsweise teilweise zehn) auszutragenden Spielen und 25 Punkten Vorsprung eigentlich nur noch Formsache.

Die Überraschungsteams sind Aufsteiger Sheffield United und Leicester City. Sheffield steht auf einem hervorragenden siebten Platz und hat realistische Chancen auf das internationale Geschäft.

Leicester hat nach drei Jahren im Mittelfeld der Liga als Dritter sogar die Champions League fest im Visier. Ein Garant: Routinier Jamie Vardy. Der 33-Jährige führt die Torschützenliste der Liga mit 19 Treffern an. Bei den Vorlagen bringt Manchester Citys Kevin de Bruyne es auf starke 17.

La Liga: Top-Duo nicht so überzeugend wie sonst

Seit der Saison 2006/07 hatte der Tabellenführer der spanischen Eliteliga nie weniger Punkte nach dem 27. Spieltag als aktuell. Barcelona liegt mit 58 Zählern zwei Punkte vor Real Madrid - und dennoch ist der FC Sevilla auf Platz drei mit 47 Zählern schon raus aus dem Titelkampf.

Richtig Spaß macht Real Sociedad San Sebastian. Das jüngste Team der Liga rangiert auf Platz vier und führt darüber hinaus übrigens auch die Fairnesstabelle an. Das von Real Madrid ausgeliehene Supertalent Martin Ödegaard, der Ex-Dortmunder Alexander Isak und Co. mischen die Liga auf, haben Barcelona ein Remis abgetrotzt und Real Madrid aus dem Pokal geworfen. Zumindest bei den Scorern ist aber alles beim Alten: Lionel Messi liegt dort mit 31 Punkten deutlich vor Karim Benzema und Luis Suarez.

Serie A: Immobile überflügelt CR7 - aber (noch) nicht in der Tabelle

Der Kampf um den Titel in Italien geht - wie immer - nur über Juventus Turin. Die "alte Dame" mit Superstar Cristiano Ronaldo liegt mit 63 Zählern auf Rang eins. Der schärfste Konkurrent ist Lazio Rom (62), das nur hauchdünn dahinter rangiert. Mit einer Wahnsinnsquote von 27 Toren in 26 Spielen ist Lazios Stürmer Ciro Immobile der "Ballermann" der Liga. Der 30-Jährige hat damit ganze sechs Treffer mehr erzielt als Ronaldo und reiht sich in die Riege der Ex-Dortmund-Stürmer ein, die in dieser Spielzeit groß auftrumpfen: Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Isak und eben Immobile.

Ligue 1: Und täglich grüßt "la marmotte"

Murmeltier heißt in französischer Sprache "marmotte" und ebendieses grüßt auch in dieser Spielzeit wie im Film mit Bill Murray in der Ligue 1 regelmäßig. Das Bild in der Tabelle ist das gleiche wie eh und je. Paris Saint-Germain liegt klar vorn - wie (fast) immer in den vergangenen sieben Jahren. Immerhin könnte es mal wieder einen Torschützenkönig von einem anderen Verein geben: Monacos Wissam Ben Yedder (18 Treffer), und Lyons Moussa Dembélé (16) machen PSG-Star Kylian Mbappé (18) durchaus Konkurrenz.