Wembley-Weltmeister Jack Charlton ist tot

Jack Charlton

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Wembley-Weltmeister Jack Charlton ist tot

Er spielte 773 Mal für Leeds United, holte mit Englands Nationalmannschaft 1966 die Weltmeisterschaft: Nun ist der englische Fußballer Jack Charlton nach langer Krankheit verstorben.

Jack Charlton ist tot. Er wurde 85 Jahre alt. "Wieder ein trauriger Tag für den Fußball", twitterte Wembley-Torschütze Geoff Hurst. "Er war ein großartiger und liebenswerter Charakter. Ruhe in Frieden, alter Freund." Jack Charlton sei an der Seite seiner Familie zu Hause in Northumberland friedlich eingeschlafen, erklärte diese in ihrer Mitteilung.

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773 Partien für Leeds United

"Big Jack", so sein Spitzname wegen seiner Körpergröße, absolvierte 35 Länderspiele und 773 Partien für Leeds United - Vereinsrekord. 1950 kam er als 15-Jähriger zum Klub, am 25. April 1953 feierte er beim 1:1 an der Elland Road sein Debüt gegen die Doncaster Rovers.

1965, erst im Alter von 30 Jahren, gab Charlton unter Nationaltrainer Sir Alf Ramsey sein Debüt im Trikot der "Three Lions". Bei der Heim-WM 1966 absolvierte er inklusive des legendären Finales alle Spiele. "Jacky" stand gemeinsam mit seinem zweieinhalb Jahre jüngeren Bruder Bobby Charlton auf dem Platz, als auch das berühmt-berüchtigte Wembley-Tor gegen Deutschland fiel. 1967 wurde er zum Fußballer des Jahres in England gewählt - als direkter Nachfolger seines Bruders Bobby. Nach dem Ende seiner Karriere als Spieler 1973 arbeitete er auch als Trainer.

Erfolge als Irlands Nationaltrainer

In Irland wird "Big Jack" bis heute vergöttert, weil er das Underdog-Team ausgerechnet als englischer Trainer zu den Endrunden der EM (1988) und WM (1990 und 1994) führte. Der groß gewachsene Abwehrspieler gehörte 1966 zur englischen Mannschaft, die mit einem 4:2-Erfolg nach Verlängerung gegen die DFB-Auswahl das legendäre Endspiel im Londoner Wembley-Stadion gewann.

"Er war nicht nur ein Freund vieler, sondern auch ein sehr verehrter Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater", hieß es in dem bewegenden Statement der Familie. "Wir können nicht ausdrücken, wie stolz wir auf das außergewöhnliche Leben sind, das er geführt hat, und auf die Freude, die er so vielen Menschen in verschiedenen Ländern und aus allen Lebensbereichen bereitet hat. Er war ein durch und durch ehrlicher, freundlicher, lustiger und aufrichtiger Mann, der immer Zeit für Menschen hatte."

Die englische Nationalmannschaft zeigte sich bei Twitter "am Boden zerstört" von der Todesnachricht. Der Irische Fußball-Verband schrieb am Samstag (11.07.2020), Charlton sei der Trainer gewesen, "der den irischen Fußball für immer verändert habe." Sehr berührt äußerte sich auch der ehemalige irische Nationalspieler Paul McGrath, der von 1985 bis 1997 für die "Boys in Green" spielte.

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sid, dpa | Stand: 11.07.2020, 12:42

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