Hohe Erwartungen an DFB-Frauen gegen Norwegen

Sara Daebritz am Ball

Coronatests negativ

Hohe Erwartungen an DFB-Frauen gegen Norwegen

Die deutschen Fußballerinnen gehen nach dem guten Spiel gegen Australien mit Zuversicht in den nächsten Härtetest am Dienstag (13.04.2021) gegen Norwegen.

"Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen und unsere Leistung zeigen", betonte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die ihre Spielerinnen nach dem anstrengenden Corona-Wirbel rund um das 5:2 gegen Australien als "völlig frei" und ohne Sorge erlebte, dass Teil zwei des Test-Doppelpacks in Wiesbaden vielleicht doch auf der Kippe stehen könnte. Ausschließlich negative PCR-Testergebnisse im gesamten Team sorgten am Montag für Aufatmen.

Rauch und Co. abgereist - und negativ getestet

Das isolierte Wolfsburger Quartett um die am Samstag noch positiv auf Corona getestete Felicitas Rauch ist bereits abgereist, die Nachtests fielen auch bei Rauch laut DFB alle ohne Virus-Befund aus. Der Bundestrainerin stehen nun aber nur noch 17 Feldspielerinnen zur Verfügung. "Wir nehmen Belastungen raus, ohne an Qualität verlieren zu wollen", erklärte "MVT" dennoch. Umso willkommener war die Nachricht, dass Kapitänin Alexandra Popp nach einer Unterschenkelprellung wieder einsatzbereit ist.

Hegering wird zur Schlüsselspielerin

Im Tor wird anstelle von Merle Frohms (Eintracht Frankfurt) wie geplant Ann-Katrin Berger vom FC Chelsea zum Einsatz kommen. Die 30-Jährige darf sich auf ihr zweites Länderspiel nach dem EM-Qualifikationsspiel in Irland (3:1) im vergangenen Dezember freuen. Gegen die Norwegerinnen um Ingrid Engen vom VfL Wolfsburg dürfte sie Gelegenheit bekommen, sich auszuzeichnen. "Norwegen ist sehr physisch, sehr eingespielt", warnte Innenverteidigerin Marina Hegering, verwies aber auch auf den deutschen 4:0-Sieg im Duell beim letztjährigen Algarve Cup: "Die haben noch eine Rechnung offen mit uns."

Hegering ist inzwischen zur echten Schlüsselspielerin in der deutschen Auswahl herangereift. Voss-Tecklenburg machte sie bei ihrem Einstieg als Bundestrainerin 2019 zur Nationalspielerin. "Ich kenne sie seit ihrem zwölften Lebensjahr, habe ihre Entwicklung hautnah verfolgt. Ihren Willen und ihre Professionalität transportiert sie auf die anderen", lobte die Bundestrainerin.

Auch der Wechsel der torgefährlichen Abwehrspielerin von der SGS Essen zum FC Bayern sei ein wichtiger Schritt für ihre Entwicklung gewesen: "Der Vereinswechsel hat ihr gut getan. Sie ist ein Typ, der für sich einen sicheren Rahmen braucht. Sie muss jetzt nicht nebenbei arbeiten gehen, kann den Fokus auf sich und ihre Person im Fußball legen. Dadurch gewinnt sie mehr Energie für sich und davon profitiert der Verein und die Nationalmannschaft."

Hohe Erwartungen nach zwei enttäuschenden Turnieren

Hegerings Teamkollegin Lina Magull hofft, dass das umformierte junge Team erneut mit viel Offensivdrang zu Werke geht. "Die Erwartungen an uns sind nach dem Australien-Spiel natürlich sehr hoch", sagte die Mittelfeldspielerin, "aber wir wollen einfach wieder mit der gleichen Spielfreude loslegen."

Ohnehin wächst nach zwei enttäuschenden großen Turnieren die Zuversicht. 15 Monate vor der EM in England soll das verjüngte Team allen Widerständen zum Trotz den nächsten Schritt in Richtung Titelreife machen und weiter zusammenwachsen.

red/dpa/sid | Stand: 12.04.2021, 18:23

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