DFB-Pokal - Amateure, die als Profis gelten

 DFB-Pokalspiel FSV Gütersloh 2009 gegen VfL Wolfsburg

Zweite Runde der Frauen soll komplett gespielt werden

DFB-Pokal - Amateure, die als Profis gelten

Von Marcus Bark

Der Amateurfußball ruht in einigen Verbänden schon, bevor die strengeren Corona-Regeln gelten. Dennoch dürfen Amateurvereine im DFB-Pokal der Frauen antreten. Bei den Männern wahrscheinlich noch später - weil sie wie Profis behandelt werden.

Ein paar Stunden, nachdem in Berlin die neuen Corona-Regeln verkündet worden waren, teilte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) mit, dass er vorzeitig den Spielbetrieb einstellen wird. Schon ab dem nächsten Tag, also Donnerstag (29.10.2020), gelte ein Verbot für Fußballspiele: "Betroffen davon sind alle Meisterschafts-, Pokal- und Freundschaftsspiele." Der Württembergische, der Südbadische und der Badische Fußballverband zogen später nach.

Nun ist der Sonntag sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg ein kirchlicher Feiertag (Allerheiligen), an dem zumindest in NRW ohnehin nur ein dünnes Programm angesetzt war. Aber zumindest das hätte noch ausgetragen werden können, ohne mit der neuen Corona-Schutzverordnung in Konflikt zu geraten, die erst am Montag in Kraft tritt.

Trotz der Entscheidung werden am Wochenende Amateurklubs Fußball spielen, die zum FLVW gehören. So etwa die U23 des FC Schalke 04, die in der vom Westdeutschen Fußballverband organisierten Regionalliga West gegen Rot-Weiss Essen antritt und erst danach in eine weitere Coronapause geht.

"Wettbewerbe im Profispielbetrieb"

Die Frauen des FSV Gütersloh 2009 dürfen auch spielen, obwohl sie einer Liga angehören, die formell zu den Amateurligen zählt. Für den Zweitligisten aus dem Norden steht am Samstag allerdings ein Pokalspiel an (gegen SGS Essen), und zwar eines in dem vom Deutschen Fußball-Bund organisierten Wettbewerb.

"Sowohl der DFB-Pokal der Frauen als auch der bei den Männern sind Wettbewerbe im Profispielbetrieb. Daher darf grundsätzlich am Wochenende die zweite Runde im DFB-Pokal der Frauen gespielt werden. Letztlich entscheiden die lokalen Behörden vor Ort, ob die jeweiligen Begegnungen stattfinden können", sagte Heike Ullrich, die stellvertretende Geschäftsführerin des DFB, der Sportschau.

Genehmigung des Ordnungsamtes

So könnte es theoretisch noch zu Absagen kommen. Der FSV Gütersloh 2009 hat allerdings schon die Genehmigung der zuständigen Behörde erteilt bekommen. "Wir haben eine Bestätigung des Ordnungsamtes Rheda-Wiedenbrück, dass wir spielen dürfen, allerdings ohne Zuschauer", so der stellvertretende Geschäftstführer Tobias Neumann.

Mehr Kosten für Coronatests als mögliche Prämie

Die Runde dürfte somit ein Minusgeschäft für den Klub werden, selbst wenn dem Tabellenzweiten ein Sieg gegen den Bundesligisten SGS Essen gelänge. Etwa 4.000 Euro würde der Klub laut Geschäftsführer Michael Horstkötter als Prämie dafür erhalten, das Achtelfinale zu erreichen, das am 8. November in der Sportschau am Sonntag ausgelost werden wird.

Um antreten zu dürfen, müssen sich nach Horstkötters Angaben aber Spielerinnen sowie Trainer- und Betreuerstab drei Mal auf das Coronavirus testen lassen. Bei drei Reihen und Kosten von 60 Euro pro Test ergeben sich hierfür schon 5.400 Euro.

Schweinfurter Amateure spielen auf Schalke

Während bei den Frauen die komplette zweite Runde ausgetragen wird, fehlt bei den Männern immer noch ein Spiel aus der ersten Runde. Am Dienstag trifft der FC Schalke 04 auf den als Amateurklub geltenden 1. FC Schweinfurt 05. Der Regionalligist aus Bayern hat das ihm zustehende Heimrecht mit dem Bundesligisten getauscht, sodass am Dienstag (03.11.2020) in der Arena gespielt werden soll.

Warten auf die neue Schutzverordnung

Es ist wahrscheinlich, aber noch nicht sicher, dass die Partie dann auch tatsächlich um 16.30 Uhr angepffifen werden wird. Die seit dem 17. Oktober gültige Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sehe vor, dass "bundesweite Teamsportveranstaltungen", also auch der DFB-Pokal erlaubt seien, so Martin Schulmann. Der Sprecher der Stadt Gelsenkirchen sagte der Sportschau, dass nun abgewartet werden müsse, ob dies auch in der ab 2. November gültigen Fassung so stehe: "Noch kennen wir den Wortlaut nicht."

Als sicher gilt, dass bundesweite Teamsportveranstaltungen unter Profimannschaften auch unter den neuen Regeln erlaubt sein werden. Sollte dies aber explizit so in die Verordnung aufgenommen werden, stünde ein Pokalspiel auf der Kippe, das nach einem Rechtsstreit ohnehin schon lange überfällig ist.

Stand: 29.10.2020, 13:00

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