PSG in der Champions League - vier Titel sind noch nicht genug

Thomas Tuchel, Trainer von Paris Saint-Germaint

Champions League, Viertelfinale

PSG in der Champions League - vier Titel sind noch nicht genug

Von Tim Beyer

Noch drei Siege in der Champions League trennen Paris Saint-Germain und Thomas Tuchel vom fünften Titel der Saison. Über die Zukunft des Trainers wird trotzdem spekuliert. Immerhin: Kylian Mbappé ist zurück.

Am Montag hat Kylian Mbappé ein Foto auf Instagram gepostet, und das ist nun wirklich mal ein Hoffnungsschimmer für alle, die es mit Paris Saint-Germain halten. Zuletzt hatte Mbappé nämlich wegen einer Knöchelverletzung pausieren müssen, sein Einsatz im Champions-League-Viertelfinale gegen Atalanta Bergamo am Mittwochabend (12.08.2020) galt mindestens als fraglich. Das Foto zeigt Mbappé, er trägt Fußballschuhe und Trainingsklamotten, verletzt sieht er eher nicht aus.

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"Seine Anwesenheit auf der Auswechselbank scheint gesichert", schrieb die Zeitung "Le Parisien" über Mbappé, der immer noch erst 21 ist, aber schon lange unersetzlich für PSG. In dieser Saison hat Mbappé in 34 Pflichtspielen 30 Tore erzielt, seine Rückkehr, und sei es vorerst nur als Joker, dürfte der Laune des Trainers Thomas Tuchel, 46, sehr zuträglich sein. So viel zu den guten Nachrichten.

Was wirklich zählt, ist die Champions League

Es sind gerade nämlich keine ganz einfachen Wochen für Tuchel. Vier Titel hat er mit PSG in dieser Saison gewonnen, Meisterschaft, Pokal, Superpokal und Ligapokal, doch so richtig beeindruckt ist davon niemand. Was in Paris wirklich zählt, ist allein das Abschneiden in der Champions League. Dort war man vor einem Jahr wie schon in den beiden Spielzeiten zuvor im Achtelfinale gescheitert, diesmal an Manchester United und nach einem 2:0-Hinspielerfolg. Es war also nicht das erste Mal, dass die europäischen Ambitionen des Präsidenten Nasser Al-Khelaifi krachend mit der Realität kollidiert waren.

Jetzt ist man immerhin schon mal eine Runde weiter. Zufrieden ist damit bei PSG allerdings noch niemand, die erste Halbfinalteilnahme in der Champions seit 25 Jahren sollte es dann schon sein, noch lieber der Titel.

Vier Titel, doch der eigene Job ist unsicher

In einigen französischen Medien wird derweil spekuliert, Tuchel habe über sein Vertragsende 2021 hinaus ohnehin keine Zukunft in Paris und ein Aus gegen Bergamo könne ihn gar vorzeitig den Job kosten. Passend dazu berichteten die einflussreichen Blätter "L'Equipe" und "Le Parisien", es stehe nicht zum Besten um die Stimmung, das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft war demnach schon einmal besser.

Auch der Sportdirektor Leonardo und Tuchel sind offenbar nicht immer einer Meinung, was ja für die weitere Verweildauer eines Trainers eher kein gutes Zeichen ist. Allerdings käme den Klub eine Trennung von Tuchel teuer zu stehen, laut der "L'Equipe" stünden ihm und seinem Trainerstab eine Abfindung von zusammen 15 Millionen Euro zu.

Kein Verrati und auch di Maria fehlt

Doch noch ist Tuchel da, und er hat seine Spieler zuletzt einige Tage im portugiesischen Faro auf Atalanta Bergamo vorbereitet. Eigentlich, so war zu lesen, wäre man ja gerne ins feine "Hotel Cascade" nach Lagos gezogen, nur waren die Bayern schneller. Dann also Faro. Dort wird sichTuchel intensiv mit der Frage beschäftigt haben, mit welchen Spielern und mit welcher Taktik er Italiens Überraschungsmannschaft ärgern kann.

Atalanta hat zuletzt innerhalb weniger Wochen die Saison in der Serie A zu Ende gespielt und war dabei sehr erfolgreich. Die Mannschaft aus jener Region im Norden Italiens, die von Covid-19 so sehr betroffen war, ist eingespielt, wohingegen PSG in den vergangenen fünf Monaten gerade einmal zwei Pflichtspiele zu bestreiten hatte und nun auch noch auf den verletzten Spielmacher Marco Verratti und den gesperrten Angel di Maria verzichten muss. Auch Edinson Cavani ist nicht dabei, er hat den Klub verlassen.

"Ein Geschenk für mich"

Im Training hat Tuchel deshalb zuletzt manchmal ein 4-3-1-2 statt des gewohnten 4-3-3 trainieren lassen, die Rolle des Spielmachers hat dann Neymar übernommen und vor ihm könnten Mauro Icardi und Pablo Sarabia beginnen. "Wir sind bereit, Geschichte zu schreiben", sagte Neymar, neben Mbappé der letzte verbliebene Spieler von Weltklasse. Die Champions League hat PSG jedoch noch nie gewonnen, der Weg zum Titel allerdings wird mit nur noch drei Spielen ab dem Viertelfinale wohl nie mehr so einfach wie in dieser Saison. Jetzt oder nie - das könnte das Motto werden für PSG und Thomas Tuchel.

"Wir sind ein sehr starkes Team", sagte Tuchel und meinte damit wohl vor allem sich und seine Spieler, vielleicht gar den Sportdirektor Leonardo. Zusammen habe man in dieser Saison immerhin einige Titel gewonnen und überhaupt, sagt Tuchel, sei er "sehr glücklich, der Trainer von Paris St. Germain zu sein. Es ist ein Geschenk für mich."

Stand: 12.08.2020, 07:00

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