3. Liga: Favoriten, Verfolger und Überraschungen

Leroy-Jacques Mickels (r.) im Zweikampf mit Carlo Sickinger

Saisonvorschau

3. Liga: Favoriten, Verfolger und Überraschungen

Die 3. Liga startet in die Saison. Aber wer sind die Favoriten, wer die Verfolger, welches Team kann vielleicht eine Überraschung schaffen? Wir haben uns die Mannschaften der Saison 2020/21 mal genauer angeschaut.

Vorweg erst einmal die gute Nachricht: "Momentan ist der Eindruck, dass die Vereine ohne ganz großen Schaden durchgekommen sind", sagte Manuel Hartmann, Abteilungsleiter Spielbetrieb Ligen und Wettbewerbe beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Konkrete Informationen zum tatsächlichen Befinden der 3. Liga werden die Verantwortlichen aber erst haben, wenn die Nachlizenzierung anstehe und die wirtschaftlichen Daten vorlägen, so Hartmann weiter: "Im Herbst wissen wir dann, wie die Folgen sind."

Immerhin, es kann losgehen. Am Freitagabend (18.09.2020, 17.45 Uhr im Ticker und im Livestream) wird die erste Partie der Saison 2020/21 angepfiffen. Der 1. FC Kaiserslautern empfängt Dynamo Dresden.

Die Favoriten

Apropros Dynamo Dresden. Die Sachsen werden von den Trainern der 3. Liga laut einer Umfrage des DFB als Topfavorit auf den Aufstieg gehandelt. Der Zweitligaabsteiger hat einen größeren Umbruch hinter sich, allerdings hat er keinerlei Ablösesummen bezahlt. Dennoch: Dynamo will zurück in die Liga zwei, im DFB-Pokal überzeugte das Team beim 4:1 gegen den Hamburger SV. "Wir streben den für uns maximal möglichen Erfolg an", sagt Dynamo-Trainer Markus Kauczinski. Die Konkurrenz ist indes groß.

Auch Absteiger Wehen Wiesbaden hat nicht vor, längere Zeit in der 3. Liga zu verweilen. "Wir wollen nach dem Abstieg zunächst einmal so schnell wie möglich in der Liga ankommen und dann eine Position im oberen Drittel erreichen", gibt sich Trainer Rüdiger Rehm erst einmal etwas zurückhaltend. Allerdings: Wozu sein Team in der Lage ist, hat es bereits im DFB-Pokal-Wettbewerb angedeutet, wo es den Fast-Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Heidenheim mit 1:0 besiegen konnte.

Natürlich gilt auch der Vorjahresmeister und Titelverteidiger FC Bayern München II als Titelfavorit. Aber auch in der anstehenden Saison spielt der FCB wieder außer Konkurrenz, zumindest was die Aufstiegsoption angeht.

Die Verfolger

In der abgelaufenen Saison hat der FC Ingolstadt hauchdünn den Aufstieg verpasst, ist in den Relegationsspielen denkbar knapp am 1. FC Nürnberg gescheitert. "Wir möchten mit diesen Jungs, dem Verein und dem gesamten Umfeld besser abschneiden als in der Vorsaison", sagt Thomas Oral. Alles andere als ein Aufstieg wäre demnach eine Enttäuschung. Oral hat mit Marc Stendera einen Bundesliga-erfahrenen Spieler hinzugewonnen und das Gros des Teams zusammenhalten können.

Der MSV Duisburg leidet noch immer an der verpassten Chance der Vorsaison. Vom 14. bis 32. Spieltag auf Tabellenplatz eins - um nach der Corona-Pause den Aufstieg auch wegen einer großen Verletzungsproblematik doch noch zu verspielen. "Das braucht ein wenig Zeit, um das zu verdauen", sagte Torsten Lieberknecht jüngst. Dennoch: Wer so nah dran war, der möchte auch den letzten Schritt machen. "Wir wollen das Ziel, das wir in der vergangenen Saison so knapp verpasst haben, wieder in Angriff nehmen - auch wenn die Bedingungen für uns angesichts des im Vergleich zum Vorjahr noch einmal reduzierten Etats und mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten der Konkurrenz wieder ein gewaltiges Stück schwieriger geworden sind", so der Coach. Der Etat des MSV Duisburg liegt nur noch bei vier statt wie zuletzt bei 4,5 Millionen Euro.

Sebastian Mielitz, Marcel Risse und einige weitere bekannte Profis sind vor dieser Saison zu Viktoria Köln gestoßen. Das Team vom Rhein setzt auf Namen, um vielleicht den Schritt in die 2. Liga zu schaffen. Auch wenn sie davon in Köln nichts hören wollen. "Wir haben uns qualitativ auf jeden Fall verstärkt. Aktuell weiß man aber noch nicht, wie wir als komplette Einheit funktionieren. Gute Spieler zu haben, heißt nicht, dass es automatisch auch eine gute Mannschaft ist. Wenn wir das schaffen, werden wir bestimmt auch eine gute Rolle in der Liga spielen", sagt Trainer Pavel Dotchev. Als offizielles Ziel hat die Viktoria Platz sechs ausgegeben.

Stand: 17.09.2020, 06:00

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