Kaum Zweifel beim FC Bayern vor dem Spitzenspiel

Bayern Münchens Müller (r.) im Heimspiel gegen Frankfurt

Vor dem Duell mit Borussia Dortmund

Kaum Zweifel beim FC Bayern vor dem Spitzenspiel

Von Dirk Burkhardt

Fünf Tore geschossen, den Gegner dominiert: Gegen Eintracht Frankfurt hat Bayern München gezeigt, dass es bereit ist für das Top-Duell der Fußball-Bundesliga am Dienstag (26.05.2020) bei Borussia Dortmund. Wären da nicht diese paar Minuten in Halbzeit zwei gewesen.

Ganz kurz war er da, dieser Gedanke. Bayern München ist doch verwundbar. Innerhalb von nur vier Minuten hatte der Tabellenführer zwei Gegentore kassiert, zwei Mal nach einem Eckball. Die ersten Gegentore nach - die Corona-Pause übergreifenden - über acht Stunden.

Hatte es gerade noch nach einem souveränen Sieg gegen einen mittelmäßigen Gegner ausgesehen, stand es im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf einmal nur noch 3:2. Knapp 20 Minuten und zwei Bayern-Treffer später war beim Stand von 5:2 der Eindruck von Schwäche schon wieder weggewischt.

Münchens Müller: "Bis auf fünf Minuten relativ gut"

Sportschau 23.05.2020 02:39 Min. Verfügbar bis 23.05.2021 ARD

Nur zu früh abgehakt?

Die Schwäche war eigentlich nur ein Ausdruck von gesteigerter Konzentration: auf das Spitzenspiel am Dienstag bei Borussia Dortmund. Den Eindruck erweckten zumindest die Aussagen der Protagonisten. "Nach dem 3:0 hatten wir das vielleicht innerlich schon abgehakt", lautete die Analyse von Trainer Hansi Flick. Und auch Thomas Müller meinte: "Da waren fünf schwächere Minuten dabei. Das werden wir noch analysieren.“

Tatsächlich hatten konzentrierte Bayern bis zu den Gegentoren absolut dominiert. Starke Raumaufteilung, Tempoverschärfungen im richtigen Moment, kluge Verlagerungen, gut getimtes Pressing, um den Gegner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen und hohe Ballsicherheit - so sah das Bayern-Spiel aus.

Große Flexibilität unter Flick

Wie schon zuvor unter Flick präsentierten die Münchener einen Mix aus Stabilität und Flexibilität, wie ihn ihn nur wenige Teams abliefern können. Gegen Frankfurt tauchten zum Beispiel neben dem etatmäßigen Angreifer Robert Lewandowski auch Thomas Müller, Leon Goretzka, Kingsley Coman und Alphonso Davies in der Spitze auf. Vier von ihnen trafen.

Wie auch schon beim 2:0 bei Union Berlin ließen sich die offensiven Außen immer wieder zurückfallen und machten so Platz für die Vorstöße der nachrückenden Verteidiger Davies und Benjamin Pavard. Dazu hat "Raumdeuter“ Müller unter Flick seinen Kompass neu kalibriert und erhielt nach dem Sieg gegen Frankfurt ein Extra-Lob vom Trainer: "Er hat die Räume sehr intelligent genutzt.“

Kimmich wird zum Kopf

Auch die immer noch improvisierte Viererkette mit Jérôme Boateng und David Alaba im Zentrum hat sich gefunden. Etwas mehr als die Hälfte der Spiele unter Flick hat der FC Bayern zu Null gespielt. Zum Dreh- und Angelpunkt hat sich dabei Joshua Kimmich entwickelt, der auch gegen Frankfurt durch große Übersicht, hohen Einsatz und zusätzlich starke Standards überzeugte.

Und so können sich die Münchner nach dem zweiten Sieg nach der Corona-Zwangspause mit Blick auf das Topspiel Selbstbewusstsein leisten. Während Flick in seiner pragmatischen Art klar machte: "Wir wollen, dass in Dortmund die Null wieder steht", meinte Müller: "Wir marschieren. Dortmund marschiert. Da können wir uns freuen auf Dienstag."

Keine Zweifel, oder?

Es gibt also vor dem vielleicht im Titelkampf vorentscheidenden Spitzenduell Zweiter gegen Erster eigentlich nichts, was auf schwächelnde Münchener hindeutet - es sei denn, in den vier Minuten gegen Frankfurt und den Schwächen bei Eckbällen steckte doch mehr als nur ein flüchtiger Gedanke.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Dienstag, 26.05.2020, 22.45 Uhr

Stand: 24.05.2020, 08:00

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