Bremen, Berlin, Bayern - die Elf des Spieltages

Bremen, Berlin, Bayern - die Elf des Spieltages

Zwei Spieler von Werder Bremen haben es mal wieder in die Sportschau-Elf des Spieltages geschafft. Auch andere Teams schicken mehr als einen Spieler.

Tor - Jiri Pavlenka (Werder Bremen): Es war erst das zweite Mal, dass Werder Bremen in dieser Saison kein Gegentor bekam. Pavlenka hatte entscheidenden Anteil daran. Bei einem extrem schwierigen Fernschuss von Nicolas Höfler und einem Volley-Versuch von Nils Petersen in der allerletzten Sekunde hatte der Tscheche seine besten Momente, zeigte aber auch bei den Halbchancen zwischendrin keinerlei Unsicherheiten und faustete zudem etliche Flanken aus der Gefahrenzone. Starkes Spiel.

Abwehr - Dedryck Boyata (Hertha BSC): Unions Angreifer rissen zwar keine Bäume aus, aber auf eine Quote von 100 Prozent erfolgreichen Zweikämpfen in zehn Duellen muss man erst einmal kommen. Unaufgeregt und klar unterband Boyata alles, was für Hertha im Stadtderby hätte gefährlich werden können - und machte dann auch noch vorne sein Tor.

Abwehr - Marco Friedl (Werder Bremen): Friedl hatte auf seiner linken Defensivseite in Roland Sallai den stärksten Spieler der Freiburger gegen sich und löste diese Aufgabe zufriedenstellend. Immer wieder warf Friedl sich mit aller Macht in Zweikämpfe und war gemeinsam mit seinen Defensivkollegen ein Garant für den wichtigen Sieg. Dass er zudem mit tollem Einsatz den Siegtreffer einleitete und sich nur deshalb kurz vor Schluss verletzte, weil er mit letzter Kraft und langem Bein einen Zweikampf im Strafraum für sich entschied, passte zu einer rundum starken Leistung.

Abwehr - Eduard Löwen (FC Augsburg): Wer einen solchen Freistoß raushaut, der gehört in die Elf des Tages. Löwen brachte mit seinem direkt und wunderschön verwandelten Schuss aus etwa 25 Metern seine Augsburger auf die Siegerstraße. Mit Wucht und Gefühl schoss er die Kugel ins rechte obere Schalker Toreck und ließ Keeper Markus Schubert keine Chance. Auch sonst erledigte der 23-Jährige seine Aufgabe sehr gut. Immer wieder lief er die Schalker im Mittelfeld aggressiv an und sorgte so mit seinen Kollegen dafür, dass sich S04 kaum Chancen herausspielen konnte.

Mittelfeld - Joshua Kimmich (Bayern München): Kimmich ist aktuell die Schaltzentrale des Bayern-Spiels. Gegen Frankfurt waren es 107 Ballkontakte, 11,8 gelaufene Kilometer und zahlreiche gut geschlagene Standards. Aber nicht die reine Masse macht die Leistung. Was Kimmich spielt, hat offensiv wie defensiv Hand und Fuß und machte gegen Frankfurt einen wichtigen Unterschied aus.

Mittelfeld - Raphael Guerreiro (Borussia Dortmund): Er stand genau da, wo ein Torjäger stehen muss, wenn ein Torjäger mal neben den Ball tritt. Das war nach dem Rückpass von Thorgan Hazard bei Erling Haaland so. Aber der Fehltritt des norwegischen Stürmers blieb ohne Folgen, denn Guerreiro war mit in den Strafraum gesprintet und schob am zweiten Pfosten zum 1:0 für den BVB ein. Es war der achte Saisontreffer des portugiesischen Europameisters, der in der Woche zuvor beim 4:0-Derbysieg gegen den FC Schalke 04 schon zwei Tore erzielt hatte. Guerreiro ist als linker Mittelfeldspieler im Dortmunder 3-4-3-System derzeit ein ganz wichtiger Faktor. Das stellte er auch in Wolfsburg wieder unter Beweis. Seine Positionswechsel schaffen stets Räume für die Offensivspieler, der gegnerischen Defensive wird es so schwierig gemacht.

Mittelfeld - Kevin Kampl (RB Leipzig): Nach 70 Minuten war für ihn Schluss. Bis dahin hatte Kampl 82 Mal den Ball. Wäre er bis zum Schlusspfiff auf dem Platz geblieben, wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit der Leipziger mit den meisten Ballbesitzphasen gewesen. Aber auch so war Kampl neben Timo Werner der überragende Spieler in einer bärenstarken Mannschaft. Er lief viel, verteilte den Ball klug und setzte sich energisch in der Offensive ein. Sehenswert war sein Sprint in der Strafraum, den er mit dem Querpass zu Werner vor dem 4:0 krönte. Ein eigener Treffer blieb Kampl verwehrt, obwohl ein Schuss den Weg ins Netz fand. Yussuf Poulsen hatte dabei aber im Abseits gestanden und dem Mainzer Torwart die Sicht versperrt.

Mittelfeld - Thomas Müller (Bayern München): Unter Trainer Flick ist Müller dauerhaft im zweiten Frühling. Ein Tor, eine Vorlage waren schon stark gegen Frankfurt. Aber dazu leistete der 30-Jährige auch noch eine Menge Arbeit gegen den Ball (28 Zweikämpfe, 11,6 gelaufene Kilometer) und half durch seine Art und Präsenz den Münchenern aus einem kleinen Leistungsloch.

Angriff - Kai Havertz (Bayer 04 Leverkusen): Doppelpack in Bremen, Doppelpack nun gegen Borussia Mönchengladbach: Havertz bestätigt auch nach der langen Corona-Pause seine Topform. Acht seiner zehn Saisontore erzielte er in der Rückrunde. Der 20-Jährige war gegen Gladbach an nahezu jedem Bayer-Angriff beteiligt, traf kurz vor der Pause noch die Querlatte. Beim Elfmeter hatte er etwas Glück - das scheint ihm dieser Tage nur so zuzufliegen.

Angriff - Vedad Ibisevic (Hertha BSC): Das Wichtigste vorneweg: Dieses Mal hat Ibisevic Corona-konform gejubelt. Und zum Jubeln hatte er einigen Grund. An nahezu allen gefährlichen Offensivaktionen der Hertha war der 35-Jährige beteiligt. Ein Tor und zwei - sehr kluge - Vorlagen waren am Ende die Top-Ausbeute.

Angriff - Timo Werner (RB Leipzig): Vor dem Spiel war die schludrige Chancenverwertung von Werner ein Thema. In Mainz nutzte er dann gleich seine erste Möglichkeit zum Treffer. Es folgten zwei weitere Tore, die er dank seines Tempos und seiner schnellen Auffassungsgabe erzielte. Werner kommt nun auf 24 Saisontore. Ordentlich für einen, der trotzdem noch viel liegen lässt.

Die Elf des 27. Spieltages von sportschau.de

Stand: 25.05.2020, 05:45 Uhr

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