Bundesliga - Vorspieler, Auswärtsphobiker, Sternenjäger

Amadou Haidara (r) bejubelt sein Tor zum 1:0 gegen den VfB Stuttgart mit Kevin Kampl.

Vorschau auf den 32. Spieltag

Bundesliga - Vorspieler, Auswärtsphobiker, Sternenjäger

Das Topspiel ist auch ein Vorspiel, Leverkusens Trainer Wolf reist nicht gerne. Und in München greifen sie nach dem fünften Stern. Alles Wichtige zum 32. Spieltag der Bundesliga.

Borussia Dortmund - RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr)

Wenn der BVB Leipzig empfängt, ist das nicht nur ein Duell um die Champions-League-Plätze, es ist auch eine Art Vorspiel für das Finale im DFB-Pokal. Zweimal innerhalb von nur fünf Tagen spielen beide Mannschaften gegeneinander.

Leipzigs Kevin Kampl, einst auch beim BVB unter Vertrag, sagt: "Sie brauchen die Punkte unbedingt für die Champions League, aber wir werden sie ihnen bestimmt nicht schenken." Zuletzt allerdings hat RB in Dortmund selten gut ausgesehen, wartet dort schon seit sechs Spielen auf einen Sieg.

Dortmunds Trainer Edin Terzic hofft vor dem ersten Duell mit Leipzig auf einen Spieler, den sie in Dortmund in den vergangenen Tagen sehr vermisst hatten: Erling Haaland. Im Pokal gegen Kiel war der Norweger noch ausgefallen, doch nun, sagte Terzic, sei Haaland zurück und "eine Option" gegen RB.

1899 Hoffenheim - FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr)

Auf Schalke hatten sie zuletzt viele Probleme, eines davpon ist ganz sicher die Sache mit den Auswärtsspielen: Von den jüngsten 26 Spielen in der Fremde hat Schalke nicht ein einziges gewonnen. Über den bislang letzten Auswärtssieg, ein 2:1 in Bremen, freuten sie sich auf Schalke im November 2019.

Ausgerechnet jetzt führt der Spielplan Schalke in den Kraichgau. In Hoffenheim hat S04 überhaupt erst einmal gewonnen - und das waren noch Zeiten: 34. Spieltag der Saison 2015/16, 4:1 für Schalke, es trafen Klaas-Jan Huntelaar, Eric Maxim Choupo-Moting und Leroy Sané.

Die Realität aber ist trist. Zwei Punkte müsste Schalke aus den letzten drei Spielen noch holen, dann wären sie in der Bundesliga-Historie vorbei am Wuppertaler SV. Dann wäre diese katastrophale Schalker Saison nur noch die drittschlechteste, die es in der Bundesliga jemals gegeben hat.

VfL Wolfsburg - 1. FC Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr)

Wolfsburg war in dieser Saison sehr oft die Mannschaft der Stunde, ist noch immer sehr guter Dritter - und doch ist die Euphorie ein wenig dahin. Von den jünsten vier Ligaspielen hat der VfL drei verloren, der Vorsprung auf Platz fünf beträgt nun nicht mehr elf, sondern nur noch zwei Punkte.

Womöglich wird Trainer Oliver Glasner seinen Spielern deshalb andere Statistiken präsentieren. Vielleicht ja diese: Nach dem Hinspiel waren Wolfsburg und Union noch punktgleich, jetzt haben die Niedersachen elf Punkte mehr. Oder diese: Auswärts hat Union zuletzt selten Grund zur Freude gehabt. Von den vergangenen acht Auswärtsspielen hat der Klub nur eins gewonnen.

Werder Bremen - Bayer 04 Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr)

Ach, Werder. Es ist noch gar nicht lange her, da sprach vieles dafür, dass Werder Bremen diesmal nicht bis zur letzten Sekunde um den Klassenerhalt würde zittern müssen. Doch dann das: Die jüngsten sieben Ligaspiele hat Werder allesamt verloren, der Vorsprung auf den Relegationsrang besteht nur noch aus der besseren Tordifferenz, es wird mal wieder diskutiert. Auch über Trainer Florian Kohfeldt.

Hoffnung machen wird manchen Werder-Anhänger eine Statistik über den Gegner aus Leverkusen. Bei Bayer haben sie sich vor einigen Wochen Trainer Hannes Wolf vom DFB ausgeliehen, es läuft auch gar nicht schlecht, vielleicht wird es ja doch noch was mit der Qualifikation - zumindest für die Europa League.

Dazu sollte Leverkusen in Bremen aber schon gewinnen - doch das ist eher unwahrscheinlich, sagt die Statistik: Zwölfmal stand Wolf als Trainer eines Bundesligisten bei einem Auswärtsspiel an der Seitenlinie, nie hat seine Mannschaft gewonnen.

Bayern München - Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr)

Die Dinge sind klar, und von irgendwo karren sie gerade sicher schon Weißbier ran: Wenn die Bayern ihr Heimspiel gegen Gladbach gewinnen, sind sie Meister. Es wäre Titel Nummer 30 in der Bundesliga, dann dürften sie sich in München künftig einen fünften Stern auf die Brust nähen. So sieht es die Spielkleidungsrichtlinie der DFL vor.

Womöglich aber läuft alles ganz anders, und das Weißbier bleibt im Fass und die Bayern weiter die Jäger des fünften Sterns. Denn pünktlich zum Saisonendspurt kommt Gladbach wieder in Form, vier der jüngsten sechs Spiele hat die Borussia gewonnen.

Noch dürfen sie am Niederrhein von der Qualifikation für Europa träumen, vier Punkte beträgt der Rückstand auf Rang sechs. Es helfen nun nur noch Siege - auch wenn der Gegner die Bayern sind.

1. FC Köln - SC Freiburg (Sonntag, 13.30 Uhr)

Für das, was Friedhelm Funkel gerade mit den Kölnern macht, hat man irgendwann einmal den Begriff Trainereffekt geprägt. Neun Spiele hatte Köln nicht gewonnen, dann übernahm Funkel und es gab gleich zwei Siege in Folge.

Im Interview mit der Sportschau erzählte Funkel jüngst, er habe der Mannschaft gleich zu Beginn gesagt, "dass wir alle Spiele gewinnen wollen und wir so auch auf den Platz gehen müssen." Freiburg allerdings ist eher nicht der Lieblingsgegner der Kölner: Von den vergangenen zehn Duellen verlor der FC sieben.

"Niemals Angst gehabt, meinen Ruf zu verlieren" - Funkels letzte Mission in Köln Sportschau 05.05.2021 11:54 Min. Verfügbar bis 05.05.2022 Das Erste Von Nesrin Elnabolsy

Eintracht Frankfurt - 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr)

Eigentlich hätten sie in Frankfurt gerade allen Grund zur Freude, schließlich hatte die Eintracht zu diesem Zeitpunkt einer Bundesliga-Saison noch nie mehr Punkte. Doch seitdem Trainer Adi Hütter seinen Weggang nach Saisonende verkündet hat, verlor Frankfurt zwei von drei Spielen.

Und plötzlich ist es gar nicht mehr so sicher, dass die Eintracht in der kommenden Saison erstmals überhaupt in der Champions League spielen wird. Der BVB auf Platz fünf hat nur noch einen Punkt Rückstand.

Was Frankfurt-Anhänger deshalb gar nicht mögen, sind Quervergleiche zur Saison 2018/19: Damals stand die Eintracht nach 32 Spieltagen auf Platz vier, verlor aber die letzten drei Spiele allesamt, auch zu Hause gegen Mainz. Frankfurt wurde durchgereicht bis auf Platz sieben.

Hertha BSC - Arminia Bielefeld (Sonntag, 18 Uhr)

Als Bielefeld das letzte Mal ein Auswärtsspiel bei der Hertha gewonnen hat, stand bei den Ostwestfalen der noch junge Trainer Otto Rehhagel an der Seitenlinie, im Oktober 1978 war das. Nun, fast 43 Jahre später, treffen sich beide Mannschaften zu einem echten Abstiegskrimi.

Vor der Saison wären sie in Bielefeld sicher einigermaßen zufrieden gewesen, hätte man ihnen eine Ausbeute von 30 Punkten aus 31 Spielen vorhergesagt. Heute ist diese Bilanz Realität, doch die Arminia muss weiter um den Klassenerhalt zittern. Weil die Hertha am Donnerstagabend (06.05.2021) ihr Nachholspiel gegen Freiburg gewonnen hat, sind beide Mannschaften vor dem direkten Duell punktgleich.

tbe | Stand: 06.05.2021, 23:02

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bayern München3478
2.RB Leipzig3465
3.Bor. Dortmund3464
4.VfL Wolfsburg3461
5.Eintr. Frankfurt3460
6.Bayer Leverkusen3452
 ...  
13.FC Augsburg3436
14.Hertha BSC3435
15.Arm. Bielefeld3435
16.1. FC Köln3433
17.Werder Bremen3431
18.FC Schalke 043416
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