Bundesliga - mit der Nostalgie-Keule gegen das Abstiegsgespenst 

Christian Gross, neuer Coach der Schalker, beim Training

17. Spieltag in der Fußball-Bundesliga

Bundesliga - mit der Nostalgie-Keule gegen das Abstiegsgespenst 

In der Bundesliga suchen sie den Bayern-Herausforderer, es ist die alte Geschichte. Was neu ist: In der Krise wird man in Mainz und Gelsenkirchen nostalgisch. Alles Wichtige zum 17. Spieltag.

Mittwoch, 20. Januar, 18.30 Uhr: FC Schalke 04 - 1. FC Köln

Abstiegskampf im Januar, das ist auch die Zeit für Nostalgie, daran glauben gerade viele Menschen in Gelsenkirchen. Seit Monaten irrlichtert der FC Schalke 04 durch die Liga, Platz 18, nur sieben Punkte, und beinahe hätten sie auch noch Tasmania Berlin den Allzeit-Negativrekord der Liga gemopst. Da kann man sich schon einmal an bessere Zeiten erinnern. Sie hatten davon auf Schalke einige, nur liegen die ein wenig zurück. In der Krise haben sie sich deshalb daran erinnert, dass sie mal einen sehr guten Torjäger hatten, der Klaas-Jan Huntelaar hieß, und einen äußerst tauglichen Rechtsverteidiger, sie nannten ihn Rafinha.

Der Plan ist nun so simpel wie genial: Huntelaar, 37, kehrt zurück. Möglicherweise kommt auch Rafinha, 35. Mit der Nostalgie-Keule gegen das Abstiegsgespenst. Schalke steht nach 16 Spielen bei mageren 13 Toren.

Im Kellerduell gegen den 1. FC Köln, Tabellenplatz 16, kann Huntelaar noch nicht helfen - er plagt sich mit Wadenproblemen herum. Immerhin gibt es außerdem noch Matthew Hoppe, 19, er hat in den jüngsten beiden Spielen gleich viermal getroffen und ist innerhalb weniger Wochen vom Reservespieler zum Hoffnungsträger aufgestiegen. Von Huntelaar könnte Hoppe sicher noch eine Menge lernen, doch jetzt ist erst einmal Köln. Man vergisst das ja beinahe in diesen Tagen der Nostalgie.

Mittwoch, 20. Januar, 20.30 Uhr: RB Leipzig - 1. FC Union Berlin

Natürlich, Leipzig ist Zweiter und erster Bayern-Verfolger. Doch die Überraschung der Saison ist ein anderes Team, nämlich Leipzigs nächster Gegner: Union Berlin. Wer hätte schon gedacht, dass Union nach 16 Spielen mit 28 Punkten auf Platz 5 steht? Zuletzt ist wieder viel über Union gesprochen worden, doch die Gründe dafür waren gar nicht schön. Nach dem Spiel gegen Leverkusen wurden Rassismus-Vorwürfe gegen Verteidiger Florian Hübner laut. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt.

Union hat die Rassismus-Vorwürfe allerdings zurückgewiesen und Hübner in Schutz genommen. "Wenn es jemanden geben sollte, der das vernommen hat, soll er sich melden", sagte Unions Pressesprecher Christian Arbeit. Nun wurde bekannt, dass auch gegen Unions Cedric Teuchert ermittelt wird.

Mittwoch, 20. Januar, 20.30 Uhr: SC Freiburg - Eintracht Frankfurt

Womöglich hat Freiburgs Trainer Christian Streich in den vergangenen Wochen manchmal auf den Spielplan geschaut und sich dann Gedanken gemacht, macht er ja oft. Er könnte dann über das Timing nachgedacht haben: Eintracht Frankfurt, ausgerechnet jetzt. Am Wochenende hat die Eintracht den Verteidiger David Abraham verabschiedet, er hatte Streich einmal übel getackelt. Nun spielt Frankfurt also ohne Abraham gegen Streichs Freiburger.

Wäre aber sonst auch kein Problem gewesen, hat Streich gesagt. Sie hatten sich ja ausgeprochen, Streich und Abraham. Zum Abschied schickte Streich dem Argentinier sogar eine Botschaft: "Ich wünsche Dir alles Gute." Abraham also ist nicht Streichs Problem, Luka Jovic könnte eines werden. Die Eintracht hatte Jovic gerade per Leihe aus Madrid zurückgeholt, da traf der nach seiner Einwechslung gleich doppelt gegen Schalke. Auch Christian Streich wird das beobachtet haben.

Mittwoch, 20. Januar, 20.30 Uhr: FC Augsburg - Bayern München

Der FC Bayern ist Tabellenführer der Bundesliga, vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den Zweiten Leipzig. Doch zuletzt hatten sich die Bayern eine Phase relativer Schwäche erlaubt, auf das Pokal-Aus in Kiel folgte ein wackliger Sieg gegen Freiburg. Also sagte der Trainer Hansi Flick, im Spiel gegen den FC Augsburg und auch anschließend gegen Schalke 04 "müssen wir nochmal einen Tick an unserer Leistung drehen".

Womöglich wird er gegen Augsburg auf Serge Gnabry verzichten müssen, den Nationalspieler plagen muskuläre Probleme. Immerhin hatte gegen Freiburg zuletzt Leroy Sané nicht nur ein tolles Tor erzielt, sondern auch in der Defensive fleißig ausgeholfen. "Das war das, was wir und die Mannschaft von Leroy sehen möchten", sagte Flick. In München hoffen sie nun, dass Sané dieses Engagement dauerhaft zeigt. Für den FC Augsburg wären das dann keine so guten Nachrichten.

Mittwoch, 20. Januar, 20.30 Uhr: Arminia Bielefeld - VfB Stuttgart

Wer Parallelen sucht zwischen den beiden Aufsteigern Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart, muss lange suchen, sehr lange. Es gibt sie dann aber doch noch: Bielefeld, Tabellenplatz 15, 14 Punkte, hat 24 Gegentore kassiert, Stuttgart, Rang zehn, 22 Punkte, auch. Das war es aber auch schon. Ansonsten verkehrt sich die Entwicklung beider Mannschaften seit einiger Zeit ins Gegenteil: In der zweiten Liga war Bielefeld noch das überragende Team, der Fußball mitreißend, sie hatten die beste Offensive und die beste Defensive. Und Stuttgart hatte Mühe.

Heute spielt der VfB mitreißenden Fußball, die junge Mannschaft des Trainers Pellegrino Matarazzo ist eine der positiven Überraschungen dieser Saison. Die Arminia hingegen liegt immerhin zwei Punkte über dem Relegationsrang 16, das ist ein Erfolg, natürlich. Doch mitreißend spielt die Mannschaft von Uwe Neuhaus lange schon nicht mehr, die Leichtigkeit des Erfolgs ist dem sportlichen Überlebenskampf gewichen. Womöglich kommt das Duell gegen den Mitaufsteiger da gerade recht.

red/sid/dpa | Stand: 20.01.2021, 17:54

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