Europa - Vierkampf hinter Bayer um nur einen Quali-Platz

Jubel bei Bayer 04 Leverkusen

Ausblick auf den Re-Start

Europa - Vierkampf hinter Bayer um nur einen Quali-Platz

Bei zehn Punkten Vorsprung auf Platz sechs kann Bayer Leverkusen bereits für die Europa League planen - es soll aber noch die Königsklasse werden. Dahinter kämpfen vier Teams um nur einen Quali-Platz.

Zu den zwei Monaten Corona-Pause kommen noch zwei Tage extra - erst am Montag (18.05.2020, Live-Ticker bei sportschau.de) steigt für Bayer Leverkusen mit dem Duell gegen Werder Bremen der Neustart. Aber die zwei Tage extra dürfte das Team von Peter Bosz jetzt auch noch verschmerzen können, denn es gehört zumindest personell zu den Profiteuren der Unterbrechung: Mit Sven Bender, Lars Bender und Nadiem Amiri kehren gleich drei Spieler nach Verletzungen ins Team zurück.

Hält Leverkusens Serie weiter an?

Die Frage ist allerdings, ob Leverkusen den Lauf aus der Zeit vor der Unterbrechung transportieren kann. Die Werkself gewann sieben von neun Partien, darunter auch spektakulär mit 4:3 gegen Dortmund. Ob Bayer nun "nur" den fünften Platz nach unten absichert oder noch einmal weiter oben angreift, entscheidet sich schnell: Schon am 27. Spieltag wartet mit Mönchengladbach die Mannschaft, die im Kampf um die Champions League noch in direkter Schlagdistanz ist.

Und auch danach wird es richtig kernig. Mit dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg kommen zwei Teams auf Bayer zu, die um den einen Qualifikations-Platz zur Europa League kämpfen. Dann geht es für Leverkusen gegen die Bayern und anschließend zum FC Schalke - dem derzeitigen Tabellensechsten.

Stand vor dem 26. Spieltag
Verein PunkteTorverhältnis
5. Bayer 04 Leverkusen4745:30 (+15)
6. FC Schalke 043733:36 (-3)
7. VfL Wolfsburg3634:30 (+4)
8. SC Freiburg3634:35 (-1)
9. TSG Hoffenheim3535:43 (-8)

Schalker Formverfall in der Rückrunde

Dass die "Königsblauen" überhaupt noch so gut dastehen, hängt mit dem Polster zusammen, das sie sich in der Hinrunde angelegt haben. Das Jahr 2020 hingegen war geprägt von einem kompletten Formverfall: Seit dem 25. Januar ging so gut wie gar nichts mehr. Da verloren die Schützlinge von David Wagner 0:5 in München, holten danach keinen Sieg mehr und mussten gegen Leipzig (0:5) und in Köln (0:3) weitere Demütigungen erleben.

Mit dem Derby bei Borussia Dortmund haben die "Knappen" aber die bestmögliche Option, all diese schlimmen Partien schnell aus den den Köpfen der Fans zu verbannen. Dabei können sie auch wieder auf einen ihrer größten Mentalitätsspieler zurückgreifen: Daniel Caligiuri meldet sich nach einer langwierigen Innenbandverletzung im Knie wieder zurück. Der Offensiv-Allrounder sagt: "Mir geht's super, ich bin wieder voll da. Wenn man aus der Corona-Krise etwas Positives rausholen will, kann ich das meiner Verletzung zuschreiben. Ich traue es mir zu, von Anfang an zu spielen."

VfL Wolfsburg in Lauerstellung

So einen wie Caligiuri brauchen die Schalker auch jetzt, denn der Vorsprung nach unten ist zusammengeschmolzen. Der VfL Wolfsburg liegt als Siebter nur noch einen Punkt hinter den Schalkern. Seit Anfang Februar ist das Team von Trainer Oliver Glasner ungeschlagen, hat dabei gegen Düsseldorf (1:1) und bei Union Berlin (2:2) Punkte liegen lassen. Ob es für die "Wölfe" weiter nach oben geht, entscheidet sich schnell. Nach dem Re-Start-Auftakt in Augsburg geht es gegen Borussia Dortmund und dann zu Bayer Leverkusen - dem direkten Konkurrenten um den Europa-League-Startplatz. "Unser Ziel sind die Europa-League-Plätze. Wir sind einen Punkt dahinter und das klare Ziel ist, den einen Platz gutzumachen. Sicherlich haben wir ein schwieriges Restprogramm, aber wir waren gut drauf und wir wissen, was wir können", sagt Mittelfeldspieler Xaver Schlager. Verzichten muss er dabei auf seinen Kollegen Yannick Gerhardt, der sich im Training mehrere Gesichtsfrakturen zugezogen hatte.

SC Freiburg ganz entspannt

In Lauerstellung liegt punktgleich mit Wolfsburg auch der SC Freiburg auf Platz acht. Doch die Breisgauer könnten gleich wieder an Boden verlieren, denn es geht zum Re-Start nach Leipzig. Was für Freiburg spricht, ist die Tatsache, dass das Team recht entspannt an die ganze Sache herangehen kann. Während Schalke die Einnahmen dringend braucht und Wolfsburg zum zweiten Mal in Serie in die Europa League einziehen will, hat Freiburg einen internationalen Startplatz nicht unbedingt im Visier. Trainer Christian Streich zählt immer noch die Punkte zu den Abstiegsplätzen. Wie auch immer: Am letzten Spieltag vor der Corona-Pause untermauerten die Freiburger mit einem 3:1-Sieg gegen Union Berlin ihre Stärke. Und die Statistik spricht für sie: In der Saison 2016/17 hatte der SC nach 25 Spieltagen einen Punkt weniger auf dem Konto und landete hinterher in der Europa League.

Restprogramm spricht für Hoffenheim

Die Hoffenheimer liegen zwei Punkte hinter dem FC Schalke auf Platz neun. Dass die Kraichgauer noch nach oben schauen dürfen, liegt am Restprogramm. Mit Leipzig und Dortmund warten nur noch zwei Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Zudem ist 1899 ein Profiteur der Corona-Krise. Von den letzten fünf Partien vor der Spielpause wurde keins gewonnen. Trainer Alfred Schreuder sieht die TSG für den Neustart gut gewappnet. "Die Jungs sind fit und brennen auf die Spiele. Keine Frage", sagte der 47-Jährige. Zum Auftakt warten bei Hertha BSC mit dem neuen Trainer Bruno Labbadia allerdings eine Wundertüte.

Hoffen auf die Bayern

Was die Europa-League-Anwärter eint, ist die Hoffnung auf den FC Bayern. Sollten die Münchner die Meisterschaft und den DFB-Pokal holen, wird auch der Tabellensiebte in der Europa League spielen.

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Sportschau 12.05.2020 03:04 Min. Verfügbar bis 12.05.2021 Das Erste Von Moritz Cassalette

red/sid/dpa | Stand: 14.05.2020, 09:09

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