Medienbericht: Staatsanwaltschaft ermittelt erneut gegen DFB

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Medienbericht: Staatsanwaltschaft ermittelt erneut gegen DFB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss sich wegen vermeintlicher Ungereimtheiten um Sachzuwendungen durch einen Sponsor wohl vor der Staatsanwaltschaft Frankfurt verantworten. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung am Freitagabend.

Demnach soll der DFB bereits "knapp 3,5 Millionen Euro an die Finanzbehörden überwiesen haben", schrieb die Zeitung. Der Verband bestätigte diese Summe nicht, gab aber auf "SZ"-Nachfrage an, dass er "eine Nachmeldung auf Basis einer Maximalbetrachtung an das Finanzamt" geleistet habe. Dies sei vorsorglich erfolgt, nach DFB-Angaben sei noch zu prüfen, "ob und in welcher Höhe überhaupt Steuern nachzuzahlen sind".

Die "SZ" berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft nicht mit Sponsorengeldern, sondern mit der Versteuerung von Sachleistungen wie Trikots, Schuhen und weiterer Ausrüstung beschäftigt. Der DFB gab an, er habe bei Überprüfungen Unstimmigkeiten bemerkt und sie beim zuständigen Finanzamt angezeigt.

"Im Sinne der steuerlichen Fehlerprävention" sei im Vorjahr ein Tax Compliance Management System (TCMS) eingeführt worden, "um mögliche steuerliche Risiken frühzeitig zu erkennen". Dieses System habe "Ende letzten Jahres eine mögliche Fehlerquelle aufgezeigt, woraufhin der DFB unverzüglich eine Mitteilung ans zuständige Finanzamt geschickt hat. Die Fehlerquelle besteht dabei zunächst nur in der Dokumentation".


Durchsuchungen im vergangenen Oktober

Im vergangenen Oktober waren in einem anderen Fall die Geschäftsräume des DFB sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre von Steuerfahndern durchsucht worden. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015.

Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler mitgeteilt. In dem neuen Fall geht es der "SZ" zufolge um "unkorrekte Angaben" in Lohnsteuer-Anmeldungen sowie in Körperschafts- und Gewerbesteuererklärungen von 2015 bis November 2020. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft kommentierte den Bericht auf Anfrage der Zeitung nicht.

Stand: 08.01.2021, 20:49

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