Wintersport | Skispringen Geiger fliegt in Zakopane auf Rang zwei

Stand: 16.01.2022 20:07 Uhr

Auf Karl Geiger ist Verlass. Der Oberstdorfer schaffte es erneut aufs Podest - zum Abschluss des Zakopane-Weltcups musste er sich nur einem Norweger geschlagen geben.

Karl Geiger ist beim Skisprung-Weltcup in Zakopane auf das Podest geflogen. Nach Sprüngen auf 134,5 Meter und 135,5 Meter wurde der Oberstdorfer beim Einzelspringen am Sonntag (16.01.2022) Zweiter.

Den Tagessieg holte sich der Marius Lindvik (135,0 Meter/139,5 Meter). Der Norweger verbesserte sich nach Rang drei im ersten Durchgang noch und distanzierte Geiger um 10,0 Punkte deutlich. Dritter wurde der Slowene Anze Lanisek (134,5 Meter/135,5 Meter).

Horngacher: "Zweiter Platz tut sehr gut"

"Karl hat sich wirklich super erholt. Heute hat er zwei sehr gute Sprünge gezeigt. Der zweite Platz tut ihm sicher sehr gut", freute sich Bundestrainer Stefan Horngacher über Geigers zweiten Rang.

Karl Geiger

Karl Geiger beim Skispringen.

Kobayashi gibt Sieg aus der Hand

Weltcup-Spitzenreiter Ryoyu Kobayashi zeigte nach seiner Führung im ersten Durchgang (136,0 Meter) dagegen Nerven. Mit 132 Metern im Finale fiel er noch auf Rang vier ab. Auch der 19-jährige Österreicher Daniel Tschofenig schaffte es nach Rang zwei im ersten Durchgang (135 Meter) nicht aufs Podest. Er wurde nach 133,5 Metern letztlich Fünfter.

Eisenbichler schafft es in die Top 10

Markus Eisenbichler konnte erneut bei nur einem Sprung überzeugen. Nach einem enttäuschenden Rang 16 im ersten Durchgang (129 Meter) flog er im Finale bei schlechten Windverhältnissen auf 130 Meter und verbesserte sich noch auf Platz zehn.

"Der zweite Sprung war besser, aber auch nicht das, was ich leisten kann", sagte der 30-Jährige im ZDF und erklärte: "Das ist eine schwierige Schanze für mich. Beim ersten Sprung habe ich keinen Druck am Tisch hinbekommen und beim zweiten war es besser. Aber ich stabilisiere mich auf einem guten Niveau." Beim Teamspringen am Samstag (15.01.2022) hatte der Siegsdorfer mit guten Sprüngen noch großen Anteil am zweiten Platz des DSV-Quartetts.

Karl Geiger

Karl Geiger beim Skispringen.

Horngacher: "Jungs aufbauen"

Lob für Eisenbichler gab es am Sonntag vom Bundestrainer: "Markus zeigt immer wieder sehr gute Sprünge, der letzte war sehr gut bei ganz schwierigen Bedingungen. Beim Rest ist es ein bisschen schwieriger, da fehlt es am Selbstvertrauen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir die Jungs aufbauen. Gottseidank hat der Karl einen Podestplatz gemacht, das hilft der ganzen Mannschaft", sagte Horngacher.

Freund von 14 auf 20

Einen, den Horngacher damit ansprach, war Severin Freund, der es trotz guter Ausgangsposition verpasste, mit einer zweiten Top-15-Platzierung die formale Olympia-Qualifikation perfekt zu machen. Nach 129,5 Metern und Rang 14 im ersten Durchgang kam er im zweiten Durchgang nur auf 121 Meter und Rang 20. "Es war schade heute, dass er nicht den 15. Platz erreicht hat für die Qualifikation. Er hat definitiv noch Chancen auf die Olympia-Qualifikation", so Horngacher.

Kos mit starker Aufholjagd

Bester aus dem Team der skisprungbegeisterten Gastgeber wurde Piotr Zyla als 17. Die größte Aufholjagd des Finals gelang dem Slowenen Lovro Kos, der sich mit 131 Metern von Rang 30 auf Platz 16 verbesserte. Für den bisherigen Weltcup-Gesamt-Dritten Halvor Egner Granerud aus Norwegen verlief der Nachmittag dagegen enttäuschend. Mit 127 und 122,5,Metern wurde er nur 25.

Leyhe, Paschke und Schmid scheiden aus

Ein deutsches Trio verpasste die das Finale sogar. Stephan Leyhe schied dabei mit 122,5 Metern äußert knapp aus. Als 31. fehlten dem Willinger nur 0,7 Punkte auf Rang 30.

Auch Pius Paschke konnte erneut keine Werbung für die eigene Olympia-Nominierung machen. Der Kiefersfeldener, der zu Saisonbeginn noch mit Top 20-Platzierungen glänzte und formal bereits die Qaulifikationskriterien erfüllt hat, verpasste mit 116,5 Metern und Rang 46 den zweiten Durchgang. Auch Constantin Schmid mit 121,5 Metern und Rang 37 musste beim Finale zuschauen.

Noch zwei Weltcups bis Olympia

Bis zu den Olympischen Spielen stehen für die Skispringer noch zwei Weltcups auf dem Programm. Vom 21. bis 23. Januar gastieren die Männer in Titisee-Neustadt, am letzten Januar-Wochenende (28. bis 30. Januar) kommt es zusammen mit den Frauen in Willingen zur Olympia-Generalprobe.

Skispringen in Zakopane - in der Zusammenfassung

Sportschau, 16.01.2022 10:50 Uhr

Olympia-Nominierung nach Titisee-Neustadt

Nach dem Titisee-Wettkampf will sich der Bundestrainer entscheiden, wen er mit nach Peking nimmt. "Wir müssen jetzt sehen, wer nach Neustadt geht. Dann begint die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Neustadt ist die letzte Möglichkeit, sich zu qualifizieren", so Horngacher.