Mayer gewinnt Abfahrt in Kvitfjell - Kilde übernimmt Weltcupführung

Ski alpin - Dreßen guter Achter bei Mayers Abfahrtssieg in Kvitfjell Sportschau 07.03.2020 00:21 Min. Verfügbar bis 07.03.2021 Das Erste

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Mayer gewinnt Abfahrt in Kvitfjell - Kilde übernimmt Weltcupführung

Von Wolfram Porr

Mit seinem achten Rang bei der Weltcup-Abfahrt in Kvitfjell hat sich Thomas Dreßen aus Mittenwald Platz zwei im Abfahrts-Weltcup gesichert. Den Tagessieg holte der Österreicher Matthias Mayer, aber auch Aleksander Aamodt Kilde hatte Grund zur Freude.

Ein Sieg bei einem Heimrennen ist immer etwas Besonderes: In Kvitfjell machte Matthias Mayer dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde bei dessen Heimrennen allerdings einen Strich durch die Rechnung. Mit Startnummer drei ins Rennen gegangen, strahlte Kilde auf dem "Leader's Chair" im Zielraum schon über beide Backen, ehe der Abfahrts-Olympiasieger von Sotschi seine Bestzeit noch einmal um 14 Hundertstelsekunden unterbot. Dritter wurde der Schweizer Carlo Janka (+ 0,37 Sekunden).

Dreßen sichert Platz zwei im Abfahrts-Weltcup

Mit seinem zweiten Rang übernahm Kilde wieder die Führung im Gesamtweltcup vor seinen Konkurrenten Alexis Pinturault (heute nicht in den Punkten) und Henrik Kristoffersen. Nachdem das Weltcupfinale in Cortina d'Ampezzo abgesagt wurde, sind seine Chancen auf den Gewinn der Großen Kristallkugel damit beträchtlich gestiegen. "Ich bin trotzdem zufrieden. Es kann so weitergehen. Ich habe morgen noch ein Rennen, da muss ich kämpfen, um im Kampf um die Große Kristallkugel dabei zu bleiben", sagte Kilde im ZDF.

In der Disziplinenwertung stand der Schweizer Beat Feuz schon vor dem Rennen als Sieger fest. Thomas Dreßen verteidigte mit einem soliden achten Rang in dieser Wertung seinen herausragenden zweiten Platz vor Matthias Mayer.

Neunter Weltcupsieg für Olympiasieger Mayer

Bei besten äußeren Bedingungen hatte der Norweger auf der technisch anspruchsvollen Olympiastrecke von 1994 eine tolle Zeit vorgelegt, an der sich die anderen Mitfavoriten zunächst die Zähne ausbissen. Weder Beat Feuz noch Vincent Kriechmayr (Österreicher) und Thomas Dreßen (Mittenwald), der im oberen Abschnitt noch superschnell unterwegs war und am Ende Achter wurde, konnten die Bestzeit des Norwegers knacken. Erst Mayer gelang wieder ein fehlerfreier Lauf von oben bis unten, der mit dem Tagessieg belohnt wurde, dem neunten Weltcupsieg seiner Karriere.

Dreßen: "Saison war der Wahnsinn"

Thomas Dreßen

"Der Start war das Schlimmste, das Anschieben", sagte ein nicht unzufriedener Thomas Dreßen. "Es hat ganz schön reingestochen in die Schultern." Der Mittenwalder räumte ein, heute mit Schmerzmitteln und nicht auf der letzten Rille gefahren zu sein: "Ich würde sagen, ich bin heute in Schönheit gestorben. Das war nichts Besonderes, eine solide Fahrt. Irgendwie war ich nicht so drauf eingestellt, dass die Strecke aggressiver war als noch im Training. Nach der 'Brezn' von Hinterstoder war es aber okay."

Alles richtig gemacht! Platz zwei im Abfahrtsweltcup ist bei den Männern das beste Ergebnis eines deutschen Alpinrennläufers seit der Saison 2014/2015, als Felix Neureuther im Slalom-Weltcup Zweiter geworden war. "Hätte man mir vor der Saison gesagt, dass ich beim letzten Abfahrtstrennen Zweiter bin, hätte ich's nicht geglaubt. Und die Saison mit drei Siegen waren sowieso der Wahnsinn", so Dreßen.

Für die übrigen Deutschen lief es nicht ganz so gut: Josef Ferstl (Hammer/+1,98) und Andreas Sander (Ennepetal/+ 2,17) konnten aber immer noch Weltcuppunkte sammeln. Für Romed Baumann (Kiefersfelden/+ 2,48), Simon Jocher (Garmisch/+ 2,49) und Dominik Schwaiger (Königssee/+2,52) reichte es knapp nicht für einen Top-30-Platz.

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wp | Stand: 07.03.2020, 12:24

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