Abfahrer fürchten das Wetter mehr als die Kandahar

Thomas Dreßen auf der Kandahar

Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

Abfahrer fürchten das Wetter mehr als die Kandahar

Von Wolfram Porr

Das deutsche Skiteam geht mit sieben Abfahrern in den Weltcup-Klassiker von Garmisch-Partenkirchen. Für den besten DSV-Abfahrer Thomas Dreßen ist es ein echtes Heimrennen. Allerdings könnte es auf der "Kandahar" zu einer Wetterlotterie kommen.

Von seinem Heimatort Mittenwald aus sind es über die Bundesstraße 2 genau 19,5 Kilometer zu fahren bis zur Talstation der Kandahar Alpin in Garmisch-Partenkirchen. Laut Routenplaner bräuchte Thomas Dreßen dafür 29 Minuten Fahrzeit, wenn die Straße frei ist. So etwas nennt man "Heim-Weltcup". Denn Familie und Freunde des 26-Jährigen werden zuhauf an der Piste oder im Zielraum stehen, wenn sich der beste deutsche Abfahrer am Samstag (01.02.2020) ab 11.30 Uhr (Liveticker ab 11.20 Uhr) auf die berühmte, sehr anspruchsvolle Kandaharstrecke stürzt.

Weltcup-Debüt für Simon Jocher

Dreßen führt ein siebenköpfiges Aufgebot an, zu dem natürlich auch Josef Ferstl gehört, der nach seinen verpatzten Rennen ebenfalls wieder überzeugen will. Romed Baumann, der erstmals in Garmisch im deutschen Rennanzug an den Start geht, Andreas Sander, Manuel Schmid, Dominik Schwaiger und Simon Jocher komplettieren das Team, wie der Deutsche Skiverband am Donnerstag (30.01.2020) mitteilte. Der 23-jährige Jocher fährt für den SC Garmisch und gibt sein Debüt im Weltcup.

Kein "Freier Fall" - Vorteil Dreßen?

Die besten Chancen werden freilich Dreßen eingeräumt. Auf der anspruchsvollen Kandahar-Strecke, die den Klassiker-Dreiklang im Januar nach Lauberhorn in Wengen und der Streif vollendet, fühlt sich der Mittenwalder wohl. 2018 war er hier kurz nach seinem großen Kitzbühel-Triumph Siebter. "Mir liegt Garmisch schon gut", sagte Dreßen, der "frisch im Kopf" an die nächste Aufgabe herangehen möchte. Letzter deutscher Abfahrtssieger auf der Kandahar war übrigens Markus Wasmeier vor 28 Jahren. Einen "kleinen Vorteil" verspricht sich Dreßen von der veränderten Kursgestaltung. Aus Präparierungsgründen wird auf dem spektakulären "Freien Fall" verzichtet und "die meisten kennen die alte Strecke nicht", so Dreßen.

Riesenslalomaufgebot noch nicht komplett

Nach der Abfahrt am Samstag steht am Sonntag (02.02.2020, 10.30/13.30 Uhr) ein Riesenslalom (Liveticker ab ca. 10.20 Uhr) auf dem Programm. Für den wurden bislang Stefan Luitz und Alexander Schmid nominiert. Weitere Starter will der DSV noch bis zum Wochenende bekanntgeben.

Wettervorhersage macht Sorgen

Für die Veranstalter ist die Ausrichtung der Kandaharrennen in diesem Jahr ein großer Kraftakt. Weil es am Mittwoch geschneit hatte, musste das erste Abfahrtstraining am Donnerstag (30.01.2020) abgesagt werden: Der Neuschnee konnte trotz unermüdlichen Einsatzes der Pistenarbeiter nicht ausreichend von der Strecke geräumt werden. In den nächsten Tagen dürfte es dann teils sehr warm werden - eine echte Herausforderung.

Am Freitag (31.01.2020) steht noch ein Training an - laut Veranstalter wird es dabei auch bleiben. Ein Trainingslauf ist laut Reglement vorgeschrieben, damit eine Abfahrt abgehalten werden kann. Laut Wetterbericht soll der Abfahrts-Samstag niederschlagsfrei bleiben. Bei erwarteteten Temperaturen von bis zu 11 Grad Celsius könnten die Rennen aber zur Wetter- und Startnummernlotterie werden.

Thema in: Blickpunkt Sport, Sonntag, 21.45 Uhr im BR Fernsehen

Stand: 30.01.2020, 15:07

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