Fritz Dopfer - das Karriereende rückt näher

Fritz Dopfer

Ski Alpin

Fritz Dopfer - das Karriereende rückt näher

Von Wolfram Porr

Als in Kitzbühel und Schladming die besten Slalomfahrer der Welt um den Sieg fuhren, da fehlte ein Etablierter: Fritz Dopfer. Der 32-Jährige vom SC Garmisch ist verletzt - wieder mal.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Fritz Dopfer neben dem inzwischen zurückgetretenen Felix Neureuther Deutschlands bester Slalom- und Riesenslalomfahrer. Doch seit einem Schien- und Wadenbeinbruch, den er sich am 20. November 2016 beim Training zuzog, kommt der gebürtige Innsbrucker, der erst 2007 vom österreichischen Verband zum DSV wechselte, nicht mehr richtig auf die Beine. In Kitzbühel und Schladming fehlt Dopfer dem Slalomteam komplett. Diesmal sind es Rückenprobleme, die einen Start verhindern.

Rückenprobleme verhindern Start in Schladming

"Wir hatten gehofft, dass es für Schladming reicht, aber er ist leider noch nicht wieder so weit", so DSV-Pressesprecher Ralph Eder auf Nachfrage von sportschau.de. Der Rücken zwickt immer noch. An eine Rückkehr in den Weltcup ist noch nicht zu denken. Zuletzt absolvierte Dopfer ein spezielles Reha- und Aufbautraining. Im DSV hofft man auf eine baldige Rückkehr, will Dopfer aber die Zeit geben, die er braucht.

Seit einer schweren Verletzung fährt Dopfer hinterher

Fritz Dopfer beim Nachtslalom in Schladming

Fritz Dopfer vor zwei Jahren beim Nachtslalom in Schladming

Gerüchte, Dopfer könnte nach den auch in dieser Saison wieder unbefriedigenden Platzierungen seinen schleichenden Rücktritt forcieren, dementierte Eder. Trotzdem fragt man sich, warum sich Dopfer das alles noch antut: Bis 2016 fuhr der Vizeweltmeister im Slalom von 2015 in seinen zwei Paradedisziplinen regelmäßig um die Podestplätze mit, stand in seiner Karriere insgesamt neunmal auf dem "Stockerl" (sechs zweite und drei dritte Plätze) und war jeweils in der ersten Startgruppe zu finden. Doch nach seiner schweren Verletzung gab es immer wieder Rückschläge.

Kein Riesenslalom mehr: "Er kann das nicht mehr fahren"

Zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang nahm ihn der DSV zwar mit. Ein 22. Platz im Slalom und ein 26. Rang im Riesenslalom waren aber nicht sein Anspruch. In diesem Winter startete der sympathische und bescheidene Sportler einen neuen Versuch, wieder näher an die Weltspitze heranzukommen. Kurz vor Weihnachten folgte dann die Entscheidung, nicht mehr im Riesenslalom, sondern nur noch im Slalom anzutreten: "Das Thema hat sich erledigt", sagte der deutsche Cheftrainer Christian Schwaiger damals. Dopfer traue sich nicht mehr zu, in dieser Disziplin ans Limit zu gehen: "Er hatte eine schwere Verletzung, er kann nicht mehr das fahren, was er früher gefahren ist."

Pläne für die Karriere danach in der Schublade

Ob das wirklich nur für den Riesenslalom gilt? Dopfers Slalom-Bilanz liest sich ebenfalls nicht wie die eines Topfahrers: Zu Buche steht ein 21. Platz beim Slalom in Val d'Isère, und das war's. In Zagreb schied er aus, in Adelboden und Madonna di Campiglio reichte es nicht für einen Platz in den Top 30 - beide Male verpasste er den zweiten Durchgang.

Auch wenn es keiner ausspricht: Dopfers Karriereende naht. Bereits nach der vergangenen Saison dachte er ans Karriereende. Pläne für die Zeit danach hat er längst in der Schublade: Der Garmischer hat einen Master in BWL und einen in Immobilienmanagement.

Thema in: Blickpunkt Sport, ab 17.45 Uhr im BR Fernsehen

Stand: 28.01.2020, 11:02

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