Schweizer Sieg im Slalom - Straßer verpasst Top15

Slalom - Linus Straßer wird bei Comeback 18. Sportschau 21.12.2020 02:19 Min. Verfügbar bis 21.12.2021 Das Erste

Slalom in Alta Badia

Schweizer Sieg im Slalom - Straßer verpasst Top15

Von Rang acht zum Sieg: Der Schweizer Ramon Zenhäusern ist in Alta Badia zum Slalom-Erfolg gefahren. Linus Straßer verpasste dagegen die angepeilte Top-10-Platzierung deutlich.

Ramon Zenhäusern aus der Schweiz hat den Slalom auf der Gran Risa in Alta Badia gewonnen. Der 28-jährige zweifache Olympiamedaillengewinner fuhr beim ersten Slalom der Saison am Montag (21.12.2020) in den italienischen Dolomiten noch von Rang acht im ersten Durchgang ganz nach vorn und feierte den dritten Weltcupsieg seiner Karriere.

Auf Rang zwei und drei kamen mit Manuel Feller und Marco Schwarz zwei Österreicher. Die Deutschen hatten bei einem der eher selten gefahrenen Slaloms in Alta Badia nichts mit der Entscheidung zu tun. Als Bester aus dem DSV-Team wurde Linus Straßer 18., Sebastian Holzmann kam auf Rang 25.

Zenhäusern: "Alles riskiert"

"Das war so eng nach dem ersten Durchgang. Ich habe einfach Gas gegeben und alles riskiert", sagte Zenhäusern, der im ersten Lauf nur 0,52 Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte, nach dem Rennen: "Ich war vorher sehr nervös. Ich hatte kein Rennen seit elf Monaten. Aber das Ergebnis hat mir gezeigt: Die Vorbereitung hat sich gelohnt."

Auch Feller als 13. und Schwarz als Zehnter des ersten Durchganges zeigten starke Aufholjagden.

Italiener Vinatzer von eins auf vier

Nach dem ersten Durchgang hatten noch der italienische Youngster Alex Vinatzer sowie Daniel Yule aus der Schweiz und der Österreicher Michael Matt die Konkurrenz angeführt. Der 21-jährige Vinatzer verpasste als Vierter dann aber knapp um sieben Hundertstel das Podest. Yule fiel auf Rang sieben, Matt auf Platz 15 ab.

Enttäuschend verlief einmal mehr das Rennen für Henrik Kristoffersen, den Slalom-Weltcup-Gesamtsieger der Vorsaison. Nach Rang fünf im ersten Durchgang konnte er im zweiten Lauf keine Zeit gutmachen und fiel sogar noch einen weiteren Rang ab. Enttäuscht fuhr der 26-Jährige nach seinem Lauf sofort aus dem Zielbereich. Es läuft einfach noch nicht in dieser Saison für den Slalom-Spezialisten.

Straßer fällt auf Rang 18 zurück

Linus Straßer, nach dem ersten Lauf noch 15., gab vor dem Finale im BR-Fernsehen die Devise aus: "Arschbacken zusammenkneifen und richtig marschieren." Doch der 28-Jährige konnte das im schnelleren zweiten Lauf nicht umsetzen und fiel noch auf Platz 18 zurück.

Dabei zeigte der beste deutsche Slalomfahrer in seinem ersten Slalom nach langer Verletzungspause zunächst einen beherzten zweiten Durchgang. Beim Übergang in den unteren Teil leistete er sich aber zwei Fehler und verlor folgenschwer das nötige Tempo. "Ich suche noch nach dem Gefühl, es ist noch nicht die letzte Konsequenz da. Gerade bei so einem Rennen, wo es ab der Mitte um Vollgas geht", hatte er bereits nach dem ersten Lauf gesagt.

Linus Straßer beim Weltcup in Alta Badia

Linus Straßer beim Weltcup in Alta Badia

Im Ziel nach dem Wettkampf ergänzte er: "Ich merke, dass mir das Zutrauen noch fehlt. Das ist minimal. Aber auf dem Niveau mit den Jungs macht das relativ viel aus. Jetzt ist der Lauf recht einfach gewesen, einfach gesteckt und schnell. Und da brauchst du das Vertrauen. Das werde ich mir über die nächsten Rennen erarbeiten. Grundsätzlich bin ich mit meinem Skifahren zufrieden. Ich würde gern weiter vorn landen. Aber das muss man Schritt für Schritt angehen. Richtung Januar will ich dann in Topform sein."

Holzmann verbessert sich auf Rang 25

Neben Straßer schaffte es aus dem DSV-Team noch Sebastian Holzmann mit der hohen Startnummer 43 ins Finale. Als 30. ging er in den zweiten Durchgang und kündigte vor seiner Fahrt im BR an: "Es gibt nur eins: Attacke." Und so fuhr er auch: Holzmann zeigte eine flüssige und auch im unteren Teil aggressive Fahrt. Mit einer Zeit von 49,92 Sekunden war er auf dem etwas schmaler gesteckten zweiten Kurs nicht nur knapp sieben Sekunden schneller als im ersten Lauf - er machte mit dem viertbesten Finallauf gleich fünf Plätze gut und sammelte als 25. ein paar Weltcup-Punkte.

"Ich bin soweit zufrieden", sagte er anschießend im BR: "Ich war hier und da noch ein bisschen zu brav. Am Anfang habe ich auch zu viel reingredrückt, der Schnee war schon recht weich. Aber mit Teilpassagen kann ich zufrieden sein."

Vier Deutsche verpassen Finale der Top 30

Alexander Schmid als 40., Julian Rauchfuß und Anton Tremmel als 43. und 44. sowie Fabian Himmelsbach als 51. im Klassement der 69 Fahrer verpassten dagegen das Finale der besten 30 Fahrer.

Dirk Hofmeister | Stand: 21.12.2020, 13:49

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