Rebensburg zähmt eisige Kandahar und zeigt es ihren Kritikern

Ski Alpin der Damen - die Siegerehrung der Abfahrt Sportschau 08.02.2020 06:04 Min. Verfügbar bis 08.02.2021 Das Erste

Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen

Rebensburg zähmt eisige Kandahar und zeigt es ihren Kritikern

Von Wolfram Porr

Lange hat sie darauf warten müssen, beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen hat es endlich geklappt: Viktoria Rebensburg feierte auf der Kandahar den ersten Abfahrtssieg ihrer Karriere und gab ihren Kritikern die passende Antwort.

Eine Woche nach dem Sieg von Thomas Dreßen an gleicher Stelle hat Viktoria Rebensburg für den nächsten deutschen Sieg im Alpin-Weltcup gesorgt. Auf ihrer "Heimstrecke" zeigte die 30-Jährige aus Kreuth eine leidenschaftliche Angriffsfahrt und wurde dem ersten Abfahrtssieg ihrer Karriere reich belohnt. Bislang hatte sie nur in Riesenslalom und Super G Siege einfahren können. Nun also auch in der Abfahrt.

Ihren Willen, hier ein Topergebnis einzufahren, war an ihrer Körpersprache abzulesen. Wie keine andere holte Rebensburg alles aus der sehr harten und eisigen Strecke heraus, nutzte die Gleitpassagen perfekt und fand auch in den technisch anspruchsvollen Abschnitten eine nahezu ideale Linie.

Siegläuferinnen Brignone und Suter geschlagen

Im Ziel distanzierte sie die ebenfalls starke Italienerin Federica Brignone deutlich auf den zweiten Rang (+ 0,61 Sekunden). Dritte wurde die Tschechin Ester Ledecka (+ 0,83). Corinne Suter, die Trainingsschnellste des Vortages, kam diesmal nur im oberen Streckenabschnitt gut zurecht und wurde mit 0,98 Sekunden Rückstand auf die Deutsche Fünfte.

Rebensburg: "Meine Skier waren Wahnsinn"

"Das hätte ich mir nicht schöner erträumen können", sagte eine glückliche Rebensburg nach dem Rennen. "Ich habe das gar nicht so gedacht. Aber schon beim Start habe ich gemerkt: meine Skier Wahnsinn. Da haben die Techniker Superarbeit geleistet." Dass sie es mit dieser Leistung auch ihren Kritikern, allen voran DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier, gezeigt habe, wollte Rebensburg nicht so hoch hängen: "Wichtig war, dass ich bei mir bleibe und mich aufs Skifahren konzentriere. Wir haben hier einfach versucht, technisch gut zu arbeiten, weil ich in Bansko technisch nicht auf so einem guten Niveau war."

Weidle angeschlagen auf Platz 13

Für Kira Weidle (Starnberg), der immer noch die Nachwirkungen eines grippalen Infektes zu schaffen machten, der sie in Bansko zu einer Rennpause gezwungen hatte, schlug sich mit einem Rückstand von 2,11 Sekunden wacker. Selbst Abfahrtsspezialistinnen wie die Österreicherinnen Nicole Schmidhofer und Stephanie Venier oder die Slowenin Ilka Stuhec wiesen einen deutlichen Rückstand auf Rebensburg auf.

Weltcuppunkte gab es auch für Michaela Wenig (Lenggries/+ 2,85), die auf Rang 25 einlief. Veronique Hronek (Unterwössen/+ 4,00) verpasste die Top 30 dagegen ebenso wie Patrizia Dorsch (Schellenberg/+ 3,62) und Carina Stuffer, die nicht ins Ziel kam.


Stand: 08.02.2020, 13:21

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