Rechenaufgabe Olympia: Pechsteins Chancen weiter gesunken

Claudia Pechstein

Eisschnelllauf | Stavanger

Rechenaufgabe Olympia: Pechsteins Chancen weiter gesunken

Zum Auftakt des Eisschnelllauf-Weltcups in Stavanger hat es von den zwölf deutschen Athletinnen und Athleten nur Claudia Pechstein in die Top 10 der B-Gruppen-Rennen geschafft. Pechsteins Olympiaträume erhielten trotzdem einen Dämpfer.

Deutschlands beste Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat im Kampf um eine achte Olympia-Teilnahme einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Eine Woche nach ihrem 16. Rang über 3.000 Meter wurde die 49-jährige Berlinern über 5.000 Meter in der B-Gruppe Siebte.

Zum Auftakt des Weltcups am Freitag (19.11.2021) im norwegischen Stavanger benötigte Pechstein für die Distanz 7:10,778 Minuten. In den Rennen der A- und B-Gruppe waren 17 Läuferinnen zeitschneller als Pechstein.

Olympiaqualifikation für Pechstein sehr schwierig

Damit hat Pechstein in einem verzwickten Quali-Verfahren für die zwölf Langstrecken-Startplätze (3.000 und 5.000 Meter) bei Olympia nur noch theoretische Chancen auf das Ticket nach China.

Kompliziertes Qualifikationsverfahren

Die Auswahl verläuft kompliziert: Acht Starterinnen qualifizieren sich über den Langstreckenweltcup, vier weitere über das Zeitranking. Dabei darf jede Nation aber nur zwei Athletinnen über die längste olympische Eisschnelllaufstrecke der Frauen stellen. Das Zittern könnte für Pechstein daher bis zum Weltcup in Nordamerika Mitte Dezember weitergehen.

Nach aktuellem Stand hat Pechstein im Langstrecken-Weltcup nach zwei von vier Rennen 47 Punkte gesammelt und ist 19. Auf Rang acht liegt mit 70 Punkten die Niederländerin Joy Beune, die aber aus dem Ranking fällt, weil sie die dritte "Oranje"-Starterin wäre. Pechstein müsste sich in diesem Ranking also noch vor die Russin Natalja Woronina schieben, die als Neunte 66 Punkte geholt hat.

Eisschnelllauf - die Läufe der Frauen und Männer in Stavanger Sportschau 20.11.2021 12:52 Min. Verfügbar bis 20.11.2022 Das Erste

Eine Chance, als eine der vier zeitschnellsten 5.000-Meter-Läuferinnen die Quali zu schaffen, gibt es ohne Ausfälle nicht mehr. Selbst abzüglich der "nur-zwei-Athletinnen-pro-Nation"-Regelung waren am Freitag in Stavanger 13 Läuferinnen schneller als Pechstein.

Diese Chance gibt es nur noch über die 3.000-Meter-Distanz, in der noch zwei Rennen in Nordamerika ausstehen. Die kürzere Distanz liegt Pechstein allerdings weniger als die 5.000 Meter.

Olympia-Chance noch über den Massenstart

Eine weitere Olympiachance ergibt sich für Pechstein noch im Massenstart. Aber auch hier erlebte die mehrfache Olympiateilnehmerin beim Saisonauftakt vor einer Woche im polnischen Tomaszow eine Enttäuschung: Im Halbfinale musste sie aussteigen und liegt im Massenstart-Gesamt-Weltcup derzeit auf Rang 29.

Für die Qualifikation müsste Pechstein 24. werden - auch hier gilt, dass pro Nation nur zwei Athletinnen qualifiziert sind. Aktuell hat Pechstein im Gesamt-Weltcup als 29. mit 26 Punkten drei Punkte Rückstand auf den Qualifikationsplatz. Bis zur Vergabe der Olympia-Tickets stehen in Salt Lake City und Calgary noch zwei Massenstart-Weltcups in Übersee auf dem Programm.

Bisher hat nur der japanische Skispringer Noriaki Kasai achtmal an den Olympischen Winterspielen teilgenommen.

Uhrig und Co. jenseits der Top 15

Die weiteren deutschen Starterinnen Michelle Uhrig (7:28,215 Minuten), Josie Hofmann (7:30,613 Minuten) und Victoria Stirnemann (7:37,357 Minuten) kamen über die 5.000 Meter auf die Ränge 18, 19 und 22.

1.000 Meter - Deutsche Athleten an den Top 10 vorbei

Zuvor hatten weitere deutsche Athleten in der B-Gruppe die Top 10 verpasst. Über 1.000 Meter wurde Sophie Warmuth in 1:19,071 Minuten 19., Josephine Heimerl in 1:19,090 Minuten 21., Lea-Sophie Scholz in 1:19,281 Minuten 23. und Anna Ostlender in 1:19,800 Minuten 26. B-Gruppen-Siegerin Lotte van Beek benötigte 1:16,657 Minuten.

Dufter als Bester Zwölfter in der B-Gruppe

Bei den Männern erreichte über 1.000 Meter in der B-Gruppe Joel Dufter das beste Ergebnis. Der Inzeller wurde in 1:10,234 Minuten Zwölfter. Hendrik Dombek kam in 1:10,578 Minuten auf Rang 21, Moritz, Klein in 1:10,878 Minuten 29. und Stefan Emele in 1:10,966 Minuten 30. Der Sieger Connor Howe aus Kanda brauchte 1:09,497 Minuten.

dh | Stand: 19.11.2021, 19:47

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