Bö-Brüder dominieren ersten Biathlon-Sprint des Winters

Johannes Thingnes Bö

Biathlon-Weltcup in Östersund

Bö-Brüder dominieren ersten Biathlon-Sprint des Winters

Johannes Thingnes Bö heißt der Sieger des ersten Sprints dieses Winters. Der überragende Norweger der vergangenen Saison siegte vor seinem Bruder Tarjei Bö und dem Russen Matwei Jelissejew. Bester Deutscher war Johannes Kühn.

Der 26-jährige Gesamtweltcupsieger hatte nach den 10 Kilometern im Ziel 19 Sekunden Vorsprung vor seinem älteren Bruder, und das trotz eines Fehlers beim Liegendschießen. Bö zeigte aber seine gewohnte Nervenstärke, als er das Stehendschießen neben seinem "Jäger" Martin Fourcade absolvierte und - anders als der Franzose - ohne Fehler blieb. Läuferisch ohnehion eine Klasse für sich, brachte Bö den ersten Saisonsieg souverän und ungefährdet unter Dach und Fach.

Bö jagt Bö: "Ich bin immer sauer"

"Es waren zwei Momente, die etwas kritisch waren. Mein Fehler im Liegendschießen, da war Martin direkt hinter mir. Und das Stehendschießen, wo wir zusammen am Schießstand waren", resümierte der Norweger, der Anfang des Jahres an gleicher Stelle vierfacher Weltmeister geworden war, in der ARD. Sein Bruder Tarjei leistete sich ebenfalls einen Schießfehler. Das reichte knapp zu Rang zwei, 0,9 Sekunden vor dem starken und fehlerfreien Russen Matwei Jelissejew. "Wenn mein Bruder gewinnt, bin ich immer sauer", scherzte Tarjei Bö nach dem Rennen. "Letztes Jahr war er sehr stark, dieses Jahr bin ich besser und näher an ihm dran."

Kühn ärgert sich über Platz sechs

Johannes Kühn

Johannes Kühn

Als bester Deutscher kam Johannes Kühn auf einen guten sechsten Rang. Lange war der 28-Jährige von WSV Reit im Winkl sogar auf Podestkurs, zeigte eine starke Laufform und erledigte auch das Liegendschießen ohne Fehler. Seine alte Schwäche im Stehendanschlag machte ihm aber auch in Östersund einen Strich durch die Rechnung: Zwei Schüsse gingen daneben, und Kühn fiel zurück. Nach einer großartigen Schlussrunde, in der er noch einmal alles aus sich herausholte, reichte es für Kühn am Ende immerhin noch zu einem Topo-Ten-Platz, nur 0,8 Sekunden hinter dem fünftplatzierten Franzosen Martin Fourcade, der sich ebenfalls zwei Schießfehler leistete.

"Ich habe mich darauf verlassen, dass der Wind nichts ausmacht", sagte ein leicht enttäuschter Kühn in der ARD. Was das Laufen angeht, habe er sich in den letzten Tagen nicht gut gefühlt und sei "ziemlich nervös" gewesen, gab er zu. Die Form stimme aber.

Benedikt Doll brachte sich mit insgesamt vier Schießfehlern um eine mögliche bessere Platzierung. Mit einem Rückstand von 1:28,7 Minuten auf den Tagessieger reichte es noch zu Rang 24. "Es ist nicht viel Wind, aber es ist trotzdem irgendwie Wind da. Damit kam ich nicht klar beim Liegendschießen. Auch stehend hat mich der Wind geärgert. Nichtsdestotrotz: Die anderen kriegen es auch hin, also muss ich das auch schaffen. Das ist jetzt schon enttäuschend, zumal ich auf der Strecke nicht schlecht unterwegs war", sagte Doll.

Schempp und Lesser mit Luft nach oben

Simon Schempp

Simon Schempp

Simon Schempp (Uhingen) zeigte sich gegenüber seines letzten Auftritts verbessert, verpasste aber aufgrund zweier Schießfehler eine durchaus mögliche Top-20-Platzierung (+ 1:43,1 Minuten). Damit war er fast zeitgleich mit seinem Teamkollegen Erik Lesser (+ 1:45,4), der gleich vier Fahrkarten schoss und extrem unzufrieden war: "Ich gegen mich selbst" beschrieb der 31-Jährige vom SV Frankenhain in der ARD seine eigene Leistung. Seine Schießfehler seien "sehr ärgerlich" gewesen.

Philipp Horn (SV Frankenhain) kam mit einem Rückstand von 2:13,6 Minuten in der Endabrechnung auf den 57. Rang. Für den 25-Jährigen war es erst der erste Weltcupauftritt in Östersund.

Biathlon aus Östersund - der Sprint der Männer Sportschau 01.12.2019 01:16:29 Std. Verfügbar bis 01.12.2020 Das Erste

Mehr dazu in B5 aktuell, 01.12.2019, 15.15 Uhr

wp | Stand: 01.12.2019, 13:57

Darstellung: