Nach der Heimpleite gegen Wolfsburg ist der VfB Stuttgart Tabellenletzter der Bundesliga

Fußball | Bundesliga Ratlose Fans des VfB Stuttgart: "Bruno Labbadia ist die ärmste Sau!"

Stand: 20.03.2023 08:25 Uhr

Nach der Heimpleite gegen Wolfsburg ist der VfB Stuttgart Tabellenletzter der Bundesliga. Viele Anhänger der Schwaben wirken desillusioniert und ratlos, nur wenige sind noch optimistisch. Mit Trainer Bruno Labbadia haben sie Mitleid.

Beim 0:1 gegen den VfL Wolfsburg enttäuschte der VfB Stuttgart auf ganzer Linie. Die Schwaben zeigten in der Defensive große Lücken, nach vorne ging gar nichts. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia hatte nicht eine echte Torchance. Nach der Partie und dem Sturz auf Rang 18 setzte es für das Team ein gellendes Pfeifkonzert von den eigenen Anhängern.

"Dem VfB fehlt ein Grundgerüst"

Auch mit etwas Abstand zur Partie gegen die Wölfe herrschte bei den Fans Frust - und Ratlosigkeit. "Bruno Labbadia ist im Grunde genommen eine arme Sau, weil er die Mannschaft nicht zusammengestellt hat", sagte etwa Jens Kohler von den "Stuttgarter Junxx", dem ersten schwul-lesbischen VfB-Stuttgart-Fanclub, gegenüber SWR Sport. "In den anderen Mannschaften, mit denen er im Abstiegskampf war, hat er immer ein gewisses Grundgerüst an erfahrenen Spielern gehabt, mit denen er einfach arbeiten konnte. Beim VfB fehlt sowas komplett."

Wolfsburg musste sich nicht groß anstrengen, um das Match in Stuttgart zu gewinnen. Omar Marmoushs Treffer in der 56. Minute war ein VfB-Abwehrfehler vorausgegangen. Danach ließen die Niedersachsen nichts mehr anbrennen - auch weil die Schwaben arg limitiert spielten. Trotzdem erhielt Coach Labbadia nach der Partie eine Job-Garantie - obwohl seine Mannschaft von zehn Bundesligaspielen unter seiner Führung nur eines gewinnen konnte.

"Die Mannschaft hat nix verstanden"

Für Anhänger Kohler liegt das Problem in erster Linie auch nicht am Trainer. "Die Mannschaft hat nix verstanden", sagte er. "Die haben den gleichen Riemen runtergekickt wie sonst auch. Da hat kein Spieler gekämpft. Die haben keinen Willen gezeigt, den Ball nach vorne zu bringen. Wie oft waren die im Sechzehner vom Gegner? Nicht oft."

Auch am Tag nach der Wolfsburg-Pleite ist die Enttäuschung unter den Fans noch groß, aber auch verhaltener Optimismus ist zu spüren. "Was soll man machen? Ich wünsche mir einfach mehr Power", sagte etwa Julian Goldammer, der mit seinem Vater Peter Goldammer am Sonntag (19.03.2023) auf dem Trainingsgelände des VfB Stuttgart reinschnupperte. Coach Labbadia ließ sein Team indes am Neckar laufen. Julian Goldammer ist in Sachen Klassenerhalt jedenfalls weiter zuversichtlich: "Ich glaube auf jeden Fall, wir bleiben in der Bundesliga."

"Noch haben wir die Hoffnung"

Ähnlich ist die Stimmungslage bei seinem Papa Peter. "Noch haben wir die Hoffnung. Wir halten dem Verein auf jeden Fall die Treue. Und ich glaube daran, dass wir den Klassenerhalt packen", sagte er. Aber auch Peter Goldammer macht deutliche Defizite aus: "Es gibt ein Metalitätsproblem. Wenn es mal nicht gut läuft, dann ist das in den Gliedern und Beinen so. Dann macht es der Kopf aus. Deshalb bräuchte die Mannschaft mal einen Erfolg als Schlüsselerlebnis."

Klar ist, dass der VfB diesen Erfolg bald braucht. Als Letzter stehen die Stuttgarter mit dem Rücken zur Wand. Nach der Länderspielpause folgen zwei Auswärtsspiele bei Union Berlin und dem VfL Bochum. Es brodelt bereits jetzt unter den Anhängern - nicht alle sind (noch) so tiefenentspannt wie die Goldammers, sondern eher angespannt wie Jens Kohler von den "Stuttgarter Junxx". Es bleibt also spannend.