: Arnel Kujovic von Energie Cottbus im Zweikampf mit Fatih Baca vom FC Viktoria 89 Berlin (Foto: IMAGO / Matthias Koch)

Cottbus wieder Tabellenführer Energie schlägt Viktoria in letzter Sekunde

Stand: 05.04.2023 21:07 Uhr

Energie Cottbus ist durch einen späten Elfmetertreffer der 2:1-Sieg über den FC Viktoria 1899 Berlin gelungen. Damit haben die Lausitzer Rot-Weiß Erfurt überholt und die Tabellenführung zurückgewonnen.

Eine umkämpfte Begegnung zwischen dem FC Viktoria 1899 Berlin und Energie Cottbus ist denkbar knapp mit 1:2 ausgegangen. Am 26. Spieltag der Regionalliga Nordost schenkten sich beide Mannschaften wenig, auch wenn die Lausitzer im ersten Durchgang das bessere Team gewesen waren. Der Auswärtssieg schenkt Cottbus die Tabellenführung, Viktoria verweilt auf dem dem neunten Rang.

Wähling bringt Cottbus sehenswert in Führung

Energie Cottbus war in den ersten Minuten der Wille, die Tabellenführung zurückzuerobern, deutlich anzusehen. Die Cottbuser begannen mutig und setzten Viktoria, die erst einmal mehr vom Ball hatte, im Spielaufbau früh unter Druck. Klare Chancen entwickelten sich daraus aber zunächst nicht. Gerade als sich Viktoria zu akklimatisieren schien, kassierten die Hausherren das 0:1. Energie-Stürmer Nicolas Wähling hatte sich in der 11. Minute über links im Dribbling durchgesetzt, zog nach innen und bugsierte den Ball mit einem hervorragenden Schlenzer ins rechte Toreck – eine starke Einzelaktion.
 
Beflügelt von dem sehenswerten Treffer wollte Cottbus sogleich das 2:0 nachlegen, die Lausitzer Offensive bereitete den ständig hinterherlaufenden Berlinern immer wieder Probleme. Die auf sechs Positionen rotierte Viktoria wirkte vor allem im Ballbesitz nur wenig sortiert, sodass sich Ballverlust an Ballverlust reihte und sich keinerlei Torgefahr entwickelte. Nach 20 Minuten hatte Energie die Partie voll im Griff. In der 25. Minute hätte Cottbus‘ Timmy Thiele das 2:0 erzielen müssen, dessen Schuss aus kurzer Distanz wurde aber noch von Berlins Regionalliga-Debütant Marten Schulz über die Latte gelenkt.
 
Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff wurde Viktoria mit einer Doppelchance, die Energie-Torhüter Elias Bethke mit einem Fehler eingeleitet hatte, erstmals gefährlich. Ein nachhaltiges Aufbäumen entwickelte sich daraus jedoch nicht. So ging es absolut leistungsgerecht mit 0:1 in die Halbzeitpause.

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Viktorias Leistungssteigerung reicht nicht

Viktoria-Coach Semih Keskin war verständlicherweise unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, weshalb er zur zweiten Halbzeit gleich drei Wechsel vornahm. Die erste Chance im zweiten Durchgang gehört aber Cottbus, Kapitän Axel Borgmann verfehlte in der 52. Minute das Tor aus rund 15 Metern jedoch knapp. Die schwache Chancenverwertung sollte sich rächen, bei einem Freistoß in 62. Minute stieg Viktorias Innenverteidiger Tobias Gunte am höchsten und köpfte den Ball präzise ins rechte Eck – das 1:1 aus dem Nichts.
 
Im Anschluss an den Ausgleichstreffer entwickelt sich eine offene, aber auch etwas zerfahrene Begegnung. Beide Mannschaften waren bemüht, nun auf das zweite Tor zu gehen, allerdings wurde die Partie von recht vielen Fouls, Behandlungen und Diskussionen mit dem Schiedsrichter immer wieder unterbrochen, sodass kein Rhythmus aufkam. Viktoria zeigte in jedem Fall ein anderes Gesicht als noch in der ersten Halbzeit – man agierte deutlich zweikampfstärker und allgemein präsenter. Vor allem Joker Enes Küc hatte seinen Berlinern geholfen, durch den Angreifer wurden sehr viel mehr Bälle in der gegnerischen Spielhälfte gehalten und dadurch Entlastung geschaffen.
 
In der Schlussphase brachten sich beide Mannschaften gegenseitig noch ein paar Male in Gefahr, doch der Ball wollte auf beiden Seiten nicht mehr im Tor landen. So schien es zumindest, doch dann wurde Energies Malcom Badu in der 90. Minute im Viktoria-Strafraum gefoult. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Jonas Hildebrandt souverän zum 2:1 – bei diesem Ergebnis blieb es dann auch.

Sendung: rbb24, 05.04.2023, 21.45 Uhr