Fußball | Regionalliga Last-Minute-Tor lässt Lok Leipzig jubeln

Stand: 30.09.2022 21:15 Uhr

Als die sich mehr als 5.000 Fans im Bruno-Plache-Stadion eigentlich schon auf ein torloses Remis zwischen Lok Leipzig und dem FC Rot-Weiß Erfurt eingestellt hatten, explodiert in der letzten Minute das Stadion.

Der 1. FC Lok Leipzig hat den Flutlicht-Hit gegen den FC Rot-Weiß Erfurt mit 1:0 gewonnen. Das Civa-Team sicherte sich die drei Punkte dank eines Last-Minute-Tores von Bogdan Rangelov, der einen Schuss von Djamal Ziane unfreiwillig ins Erfurter Tor verlängerte. In einer insgesamt ausgeglichenen, kampfbetonten Partie wurden die gut organisierten Gäste ein wenig unter Wert geschlagen.

Stadionsprecher nach 19 Jahren entlassen

Als die Mannschaftsaufstellungen aufgerufen wurden, erklang eine neue Stimme. Mirko Linke war nach 19 Jahren als Stadionsprecher gekündigt worden. Grund war eine diskriminierende Grafik, die er nach dem Derbysieg in den sozialen Medien geteilt hatte. Der Verein reagierte sofort: "Nach der Veröffentlichung einer vollkommen inakzeptablen Grafik in den sozialen Medien, die gegen die gelebten Werte des 1. FC Lok verstößt, hat der Verein die Zusammenarbeit mit Stadionsprecher Mirko Linke beendet."

Spannendes Spiel ohne große Chancen

Flutlicht, 5.000 Fans und bestes Fußball-Wetter: Die Zutaten für einen Regionalliga-Kracher konnten nicht besser sein. Und die Leipziger setzten gleich die ersten Duftmarken. In der dritten Minute der erste große Aufreger. Nach einem weiten Einwurf sprang der Ball an den Arm von Aeron Manu, die Pfeife von Schiedsrichter Hannes Ventzke blieb aber zum Entsetzen der Gastgeber ebenso still wie zehn Minuten später, als Tobias Dombrowa aus Nahdistanz Andrej Stratsev das Leder an die Hand schoss. Zumindest den ersten Elfmeter hätte man geben müssen.

Trotz aller Bemühungen der Gastgeber wurde es nur selten wirklich gefährlich für das Erfurter Tor. Lag daran, dass die Gäste wieder sehr diszipliniert verteidigten. Im Spiel nach vorn dauerte es bis zur 20. Minute, ehe Kay Seidemann erstmals durchbrach und von David Urban umgerissen wurde. Nun lief der Ball bei den Erfurtern flüssiger, besonders auffällig und kaum zu stoppen war Ramarjo Hajrulla, der immer wieder mit Seidemann die Leipziger Abwehr vor Probleme stellte. Dabei hatten die Gastgeber in der 37. und 39. Minute Glück, dass Hajrulla den Ball jeweils nicht im FCL-Tor unterbrachte.

Sascha Pfeffer

Leipzigs Sascha Pfeffer am Ball

Entscheidung in der Schlussminute

Nach dem Wechsel wirbelten zunächst nur die Gäste aus Erfurt, einzig Zählbares kam nicht heraus. Bei Lok funktionierte nichts, Trainer Almedin Civa reagierte mit zwei Wechseln. Nach 70 Minuten war die Partie dann völlig offen, Räume gab es genügend, aber die beiden Keeper mussten dennoch kaum eingreifen. Erfurt stand weiter gut, Lok fehlten weiter die Ideen. Doch die Gastgeber erhöhten in den Schlussphase den Druck und hatten Erfolg. Nach mehreren Versuchen zog Ziane aus 15 Metern ab und Rangelov verlängerte unhaltbar. Danach versuchte Erfurt noch einmal alles, doch Keeper Isa Dogan stand sicher.

Artur Mergel, Djamal Ziane, Salomon Patrick Amougou Nkoa

Im Duell: Artur Mergel, Djamal Ziane, Salomon Patrick Amougou Nkoa (v.l.)

Stimmen zum Spiel

Fabian Gerber (Trainer Erfurt): "Wir kriegen wieder viele Komplimente, davon können wir uns nichts kaufen. Wir hatten 20 Minuten Probleme, haben da viel vermissen lassen. Dann haben wir uns reingekämpft und reingespielt. Wir wurden gefährlicher vor dem Tor, haben aber nicht optimal zu Ende gespielt. Aus der Halbzeitpause kamen wir gut raus, haben ein gutes Spiel gemacht. Wir waren da die bessere Mannschaft. Dann kriegen wir kurz vor Schluss so ein dämliches Tor, vier Mal abgefälscht. Dann können wir noch den Ausgleich machen."

Almedin Civa (Trainer Lok Leipzig): "Wir haben angefangen wie die Feuerwehr. Es war eine gute erste Halbzeit. Wir hatten ein paar Gelegenheiten, mussten auch immer auf die Konter achten. In sie zweite Halbzeit kamen wir nicht gut rein, der Gegner hatte mehr vom Spiel. Um die 70. Minute waren wir wieder drin, ohne die hundertprozentige Chance zu haben. Man hat am Ende gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Am Ende zwingst du etwas, zwei kommen rein, der eine bereitet vor, der andere vollendet."

Dank Bogdan Rangelov: Lok Leipzig holt drei späte Punkte gegen Rot-Weiß Erfurt

rei