Wintersport | Nordische Kombination Kombi-Weltcup in Klingenthal - Entscheidung vertagt

Stand: 14.01.2023 13:53 Uhr

Klingenthal muss weiter um die Austragung des Weltcups der Nordischen Kombinierer zittern. Nach der wetterbedingten Absage für dieses Wochenende soll erst am Dienstag eine finale Entscheidung fallen, ob die Wettbewerbe am kommenden Wochenende stattfinden.

Nach der Hiobsbotschaft unter der Woche muss Klingenthal weiter um die Austragung des Weltcups der Nordischen Kombinierer bangen. Erst am Dienstag (17. Januar) soll eine finale Entscheidung fallen, ob die ursprünglich für dieses Wochenende geplanten Wettkämpfe am kommenden Wochenende (21./22. Januar) nachgeholt werden können. Das sagte Alexander Ziron, Geschäftsführer des VSC Klingenthal, am Samstag (14. Januar) dem MDR.

"Optimismus weicht Pessismus"

"Der Wetterbericht hat uns in den vergangenen Tagen sehr positiv gestimmt, dass wir ab Montag Schnee hätten produzieren können. Leider ändert sich der Wetterbericht mittlerweile stündlich, sodass der Optimismus ein bisschen Pessimismus gewichen ist", erklärte Ziron.

Erst am Dienstag (10. Januar) war der Weltcup wegen hoher Temperaturen und starken Regens kurzfristig abgesagt worden. Die widrigen Bedingungen hatten es den Veranstaltern unmöglich gemacht, Schanze und Laufstrecke entsprechend zu präparieren. Der Internationale Skiverband FIS hatte Klingenthal darafhin angeboten, für den Weltcup-Standort Chaux-Neuve (Frankreich) einzuspringen. Die dort geplanten Wettbewerbe waren zuvor wegen Schneemangels ebenfalls abgesagt worden.

Klingenthal und der Wettlauf gegen die Zeit

Zwar werden für die kommende Woche Minustemperaturen im sächsischen Vogtland vorhergesagt, allerdings könne man noch nicht final entscheiden, ob dann auch genügend Schnee für die Präparierung der Schanze und Strecke zur Verfügung steht. "Wir werden gemeinsam alles versuchen, die Veranstaltung über die Bühne zu bringen", bekräftigte Ziron. "Wir brauchen circa drei Tage, um die Sportstätten in einen entsprechenden Zustand zu versetzen. Es wird eng, aber immerhin gibt es noch eine gewisse Chance, die Veranstaltung durchzuführen."

Klingenthal Schanze

Blick von der Skisprungschanze in Klingenthal am Samstag.

Die Situation gestalte sich laut Ziron "mehr als kompliziert". Die Quartiere für die Athleten und Teams wurden vorsichtshalber vorgebucht. Aufgrund der Kurzfristigkeit sei es aber vor allem schwer, genug ehrenamtliche Helfer zu finden, die für die Vorbereitung und Durchführung des Weltcups mit 60 Athleten aus elf Nationen unersetzlich sind. Geplant sind in der Vogtland Arena zwei Einzelwettbewerbe.

Kombinierern droht lange Pause

Sollte der Weltcup in Klingenthal nicht stattfinden können, hätten die Kombinierer, deren Sportart ohnehin schwierigen Zeiten entgegen blickt, eine Zwangspause bis Ende Januar. Dann ist Seefeld/Österreich (26. bis 29. Januar) Gastgeber der Nordischen Kombination.

Eine erneute Absage der Wettkämpfe wäre ohne Zweifel ein weiterer Rückschlag für die Nordischen Kombinierer, deren Sportart in den letzten Jahren arg in Schieflage geraten ist. Die einstige Attraktivität ist abhanden gekommen, nur noch wenige Nationen mischen im Weltcup vorn mit.

Eric Frenzel am 29.01.2022 beim FIS Weltcup Nordische Kombination in Seefeld/Tirol

Schwierige Zeiten für Eric Frenzel und Co.

Nordische Kombination vor ungewisser Zukunft

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo Cortina wurden die Startplätze bereits von 55 auf 36 Teilnehmer verringert. Die Frauen dürfen überhaupt nicht teilnehmen und für 2030 droht sogar das komplette Olympia-Aus. Dabei gehört die Nordische Kombination zu einer der traditionellsten olympischen Wintersportarten, die seit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit 1924 im Programm vertreten ist.

Der Skiverband FIS ist besorgt und hat deshalb neue Programme in Aussicht gestellt. So sollen bessere TV-Zeiten, gleicher Ski-Wachs für alle Starter und attraktivere Formate den schleichenden NoKo-Niedergang aufhalten.

red