Fußball | Energiekrise DFB-Vizepräsident Winkler fordert finanzielles Hilfsprogramm für die Vereine

Stand: 16.08.2022 17:27 Uhr

DFB-Vize und NOFV-Präsident Hermann Winkler hat angesichts der Energiekrise Finanzhilfen von der Bundesregierung für Sportvereine gefordert. Einen Verzicht auf Flutlichtspiele in der Regionalliga lehnt er ab.

"Die Vereine haben Angst vor steigenden Energiekosten, aber brauchen die Flutlichtspiele, um den Spielplan zu schaffen", berichtet DFB-Vize und NOFV-Präsident Hermann Winkler am Dienstag (16. August) im MDR-Interview von großen Sorgen der Regionalliga-Vereine. Auch wenn der Stromverbrauch durch die Beleuchtung gar nicht so viel Energie verbrauche, wie Winkler anmerkt, sieht der DFB-Vize für dieses Dilemma nur eine Lösung: "Ich fordere von der Bundesregierung die Unterstützung unserer Sportvereine."

Vereine müssen sich auf erhöhte Kosten einstellen

Sportvereine und Kommunen, die Sportstätten betreiben, werden in diesem Winter deutlich mehr als gewohnt für die Energie für Flutlicht, Heizung und den Betrieb der Duschen mit warmem Wasser bezahlen müssen. "Ich halte mich an das Verursacherprinzp", so Winkler. Für ihn ist "diese Energiekrise selbstverschuldet durch Deutschland, also muss der Bund hier handeln und eine Entlastung bringen."

Ich halte mich an das Verursacherprinzip. Diese Energiekrise ist selbstverschuldet durch Deutschland, also muss der Bund hier handeln und eine Entlastung bringen. DFB-Vizepräsident Hermann Winkler |

Winkler sieht geringes Sparpotenzial

Man sei gerne bereit, auch selbst zu sparen, so der Verbandsfunktionär, aber das sei unter anderem wegen des engen Spielplans in der Regionalliga und den Bedingungen im Winter nicht uneingeschränkt möglich. Zuletzt hatte Hubert Wolf, Präsident des ZFC-Meuselwitz, im MDR eine Beschränkung der Lux-Zahl der Flutlichtanlagen ins Spiel gebracht. Winkler dazu: "Ich warne davor, zu dunkel zu spielen. Das erhöht die Verletzungsgefahr."

Regionalliga: ZFC-Präsident Wolf hält nichts vom Abschaffen der Flutlichtspiele

Verbände schreiben Brief an Scholz

Genaue Summen für die geforderte Entlastung kann Winkler noch nicht nennen. Die Gasrechnungen würden Vereine und Kommunen erst im kommenden Jahr erhalten, erklärt der NOFV-Boss. Um auf Basis einer Schätzung trotzdem mit Daten argumentieren zu können, führt der DFB bei den Vereinen aktuell eine Umfrage durch.

Die Entlastungsfoderungen wiederholte Vize Winkler gemeinsam mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und den 20 Kollegen an den Spitzen der Landesverbände auch in einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz, Innenministerin Nancy Faeser und Wirtschaftsminister Robert Habeck: "Die direkte Adressierung haben wir gewählt, weil letztlich die Bundespolitik entscheidet, was im Herbst auf den Sportplätzen passiert", erklärt Winkler. Diese Erfahrung habe man während der Corona-Pandemie gemacht.

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