Kevin Roch

Handball | 2. Bundesliga "Das Leben geht weiter" - EHV Aue nimmt Wiederaufstieg in Angriff

Stand: 29.05.2022 12:21 Uhr

Nach dem FC Erzgebirge Aue müssen auch die Handballer des EHV Aue aus der 2. Bundesliga absteigen. Der Verein galt lange als Aushängeschild der Region. Trainer Stephan Just will das Zweitliga-Urgestein umgehend zum Wiederaufstieg führen.

Schwere Zeiten im Erzgebirge. Nach den Zweitliga-Fußballern steigen auch die Handballer des EHV Aue aus der 2. Bundesliga ab. Der Gang in Liga drei war nach dem 21:28 (10:12) am Samstagabend im Abstiegsduell beim TSV Bayer Dormagen besiegelt - auch wenn die sächsischen Fans aus der Bergbauregion vorher extra ein Licht anzündeten. "Der Auer Sport erlebt gerade sehr schwere Zeiten", postete der EHV auf Facebook und fügte an: "Das Leben geht weiter, aber traurig sind wir trotzdem."

Trainer Just will Projekt Wiederaufstieg leiten

Ende April hatten die Sachsen Trainer Stephan Just quasi als Rettungsmaßnahme verpflichtet. Zuletzt keimte nach den Siegen gegen den HC Empor Rostock und davor beim VfL Eintracht Hagen noch mal Hoffnung auf. "Wir wollten All-in gehen, schließlich war es unsere letzte Chance", sagte Just.

Der EHV ist ein Urgestein der 2. Liga und will wieder dorthin Stephan Just | Trainer EHV Aue

Der 43-Jährige, dessen Vertrag nur bis Saisonende geht, kann sich wohl ein weiteres Engagement beim Unternehmen "Wiederaufstieg" im Erzgebirge vorstellen, denn unmittelbar nach der Partie meinte der ehemalige Nationalspieler: "Der EHV ist ein Urgestein der 2. Liga und will wieder dorthin."

Stephan Just (Magdeburg, Trainer) gestikuliert.

Mitgliederversammlung am 8. Juni

Jetzt geht es erstmal auf Abschiedstour. Aue spielt am kommenden Freitag im letzten Heimspiel noch gegen den TV Emsdetten und dann am 11. Juni beim Dessau-Rosslauer HV, die den Klassenerhalt an diesem Wochenende perfekt machten. Dann müssen die Personalplanungen vorangetrieben werden. Parallel hält der EHV am 8. Juni seine Mitgliederversammlung ab, in der es auch um Satzungsänderungen geht.

EHV Aue: "Botschafter des Erzgebirges"

Der Zweitliga-Dino, der in der Saison 1991/92 sogar Erstliga-Luft schnupperte, muss den Abstieg nach einem Jahrzehnt zweite Liga erstmal verdauen. Die Auer spielen seit der Saison 1992/1993 in der 2. Bundesliga. Nur 2011/2012 konnte man sich nicht für die eingleisige zweite Liga qualifizieren. Nach nur einem Drittliga-Jahr gelang der sofortige Aufstieg ins Handball-Unterhaus. Der EHV brachte sogar fünf Nationalspieler hervor. Im Jahr 2012 wurde der Verein offiziell zum "Botschafter des Erzgebirges" ernannt.

---
dpa