Handball | Bundesliga HBL: Sieg im Topspiel - Magdeburgs großer Schritt Richtung Titel

Stand: 01.05.2022 17:47 Uhr

Der SC Magdeburg ist der Meisterschaft in der Handball-Bundesliga (HBL) einen großen Schritt näher gekommen. Verfolger THW Kiel hat den Titel abgeschrieben, darf aber von der Champions League träumen.

Der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter aus Magdeburg gewann das selbsternannte "Ost-Derby" gegen den Verfolger Füchse Berlin am Sonntag (01.05.2022) 28:27 (14:14) und darf nun noch zuversichtlicher auf das Restprogramm blicken: Die vermeintlich schwierigen Spiele gegen Titelkonkurrenten liegen bereits hinter dem SCM.

Der Erfolg war aber lange in Gefahr. Den überragenden Berliner Hans Lindberg, Top-Torschütze der Liga, bekamen die Gastgeber nicht in den Griff, der Däne erzielte insgesamt 13 Tore - Saisonrekord. Bester Werfer der Magdeburger war vor 6.066 Zuschauern Gisli Kristjansson mit fünf Treffern.

Bei noch sieben ausstehenden Spielen haben die Magdeburger, die am Dienstag gegen HBC Nantes den Einzug ins Halbfinale der European League perfekt machen wollen, weiter sechs Minuspunkte weniger auf dem Konto als Verfolger THW Kiel (46:10).

Erleichterung in Magdeburg, Frust bei den Füchsen

"Das war ein Wechselbad der Gefühle", sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert bei "Sky": "Wir haben nie aufgesteckt, immer an uns geglaubt. Am Schluss war es auch ein bisschen Matchglück, Berlin hatte mindestens einen Punkt verdient."

Stefan Kretzschmar, Magdeburger Vereinsikone und heute Sportvorstand der Füchse, war "sehr niedergeschlagen" nach dem Rückschlag im Kampf um die Champions League: "Es ist sehr bitter, hier nichts mitzunehmen."

Kiel gewinnt gegen Melsungen

Der THW Kiel hat den nächsten Schritt zur Qualifikation für die Champions League gemacht. Die "Zebras" gewannen ihr Heimspiel gegen die MT Melsungen mit 27:25 (12:10) und liegen als Tabellenzweiter nun vier Punkte vor der SG Flensburg-Handewitt und den Füchsen Berlin, die aber jeweils ein Spiel weniger absolviert haben.

Niclas Ekberg erzielte sieben Treffer für Kiel. Bester Werfer der Gäste war Julius Kühn mit acht Toren.

Kiels Niclas Ekberg jubelt nach einem Tor

An eine erfolgreiche Titelverteidigung glaubt beim THW trotzdem niemand mehr. "Wir haben jetzt eine bessere Ausgangsposition im Kampf um Platz zwei. Es ist wichtig, dass wir uns für die Champions League qualifizieren", sagte Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

Richtungsweisender Erfolg für Flensburg

Bereits am Samstag hatte die SG Flensburg-Handewitt ihre Chance auf einen Champions-League-Platz gewahrt. Gegen den HSV Hamburg feierte der Tabellenvierte einen am Ende ungefährdeten 33:23 (15:14)-Sieg und bleibt in Kontakt zum THW Kiel auf Rang zwei.

Vor 5.222 Zuschauer in der heimischen Arena kam Flensburg zunächst nicht in Fahrt. Hamburg nutzte Unaufmerksamkeiten und Abschlussschwächen der Gastgeber und blieb über den gesamten ersten Durchgang dran.

Flensburg-Handewitts Handballer Hampus Wanne beim Sprungwurf

Klare Sache in Halbzeit zwei

Über weite Strecken lagt die SG sogar in Rückstand und ging erst durch zwei aufeinanderfolgende Treffer von Tore Einarrsson und Hampus Wanne mit 15:14 zur Pause wieder in Führung.

Auch die ersten beiden Treffer nach Wiederanpfiff gingen auf das Konto der Flensburger. Ab Mitte der Halbzeit zogen die Gastgeber dann immer weiter davon. Am Ende fiel der Erfolg mit 33:23 überdeutlich aus. Erfolgreichster Torschütze für Flensburg war Hampus Wanne mit acht Treffern. Für den HSV traf Casper Mortensen auf sechs Tore.

In einer weiteren Partie des 28. Spieltags landete der HC Erlangen einen 33:27 (15:18)-Erfolg beim TBV Lemgo-Lippe und rückte als Elfter bis auf einen Zähler und einen Platz an den Gegner heran.