Teamcheck Rumänien
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EM-Teamcheck, Gruppe E Rumänien - Geschichten über Väter und Söhne

Stand: 16.06.2024 12:19 Uhr

Rumänien gehört bei der EM in Deutschland zu den Außenseitern. Das Erreichen des Achtelfinales wäre ein Erfolg. Über Familiengeschichten und Hoffnungsträger.

Es hat Zeiten gegeben, in denen zählten rumänische Nationalmannschaften bei großen Turnieren zu den Geheimfavoriten. Das ist lange her. Heute spielt der wichtigste Spieler der Rumänen in Saudi-Arabien. Hoffnung machen die zurückliegende EM-Qualifikation - und zwei Protagonisten, deren Väter Rumäniens Fußball prägten.

Ausgangslage

In der Qualifikation wurde Rumänien in der Gruppe I souverän Erster mit fünf Punkten Vorsprung vor der zweitplatzierten Schweiz. Rumänien kassierte in zehn Spielen nur fünf Gegentore, erzielte aber auch nur 16 Tore. Die Defensive ist die große Stärke der Mannschaft.

Auch deshalb blieb die Mannschaft von Edward Iordanescu in der gesamten Qualifikation ohne Niederlage, das gelang sonst nur Frankreich, England, Belgien, Ungarn und Portugal.

Trainer

Angel Iordanescu war fast zehn Jahre Nationaltrainer Rumäniens, verteilt auf drei Amtszeiten. Er führte das Land zu zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft. Er war verantwortlich, als Rumänien bei der WM 1994 überraschte und erst im Viertelfinale scheiterte. Seine Trainerkarriere hat Iordanescu, 74, längst beendet. Nationaltrainer ist nun sein Sohn.

Edward Iordanescu, 45, ist seit zweieinhalb Jahren für Rumäniens Fußballer verantwortlich. Und die Frage ist nun, ob er an die Erfolge seines Vaters anknüpfen kann? In der Qualifikation überzeugte Rumänien mit einer starken Defensive, doch bei der Endrunde ist das Land nur Außenseiter.

Superstar

Ein Superstar ist Nicolae Stanciu sicher nicht, aber für Rumäniens Nationalmannschaft ist der 31-Jährige trotzdem unverzichtbar. Kapitän der Mannschaft ist er auch. Im 4-2-3-1 ist Stanciu im offensiven Mittelfeld die zentrale Figur, er choreografiert die Angriffe, bereitet Treffer vor und manchmal trifft er selbst. Ohne ihn fehlt es der Mannschaft an Ideen.

Für Stanciu ist es die zweite EM-Teilnahme, er war schon 2016 dabei, als Rumänien in der Vorrunde gegen Frankreich, die Schweiz und Albanien antrat und scheiterte. Er galt damals als großes Talent, doch die ganz große Karriere legte er nicht hin. Heute spielt er in Saudi-Arabien für Damac FC.

Player to watch

Wer in Rumänien über Fußball spricht, kommt an dem Namen Hagi nicht vorbei. Als die Nationalmanschaft bei der WM 1994 das Viertelfinale erreichte, war Gheorghe Hagi der Kapitän. Es war sein Turnier, er brillierte im offensiven Mittelfeld. Kurz darauf wechselte er zum FC Barcelona. Heute steht im Kader Rumäniens sein Sohn: Ianis Hagi, 25, vom spanischen Erstligisten Deportivo Alaves, auch er ist ein Techniker im Mittelfeld. Er sagt: "Ich bin stolz darauf, diesen Namen zu tragen."

Einen Stammplatz im Nationalteam hat Hagi in der EM-Qualifikation nicht gehabt, er war oft nur Joker. Als er im November gegen Israel doch einmal von Beginn an spielte, erzielte er das Tor, das Rumänien die Teilnahme an der Endrunde in Deutschland sicherte.

Nice to know

Fünfmal hat Rumänien bislang an einer EM-Endrunde teilgenommen, viermal war nach der Vorrunde Schluss. Nur im Jahr 2000 war das anders. Beim Turnier in Belgien und den Niederlanden kam Rumänien in einer Gruppe mit Deutschland, Portugal und England weiter. Gegen die DFB-Auswahl gelang ein Remis, gegen England gab es den ersten Sieg überhaupt bei einer EM. Doch im Viertelfinale war Italien zu gut.

So könnten sie spielen

Trainer Iordanescu hat zuletzt meist eine 4-2-3-1-Formation gewählt, in der Torhüter Horaţiu Moldovan (Atlético Madrid), Radu Drăgușin (Tottenham), Răzvan Marin (FC Empoli) und Spielmacher Stanciu selten fehlten. Sie sind die Schlüsselspieler der Rumänen.

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