FC Liverpool - Salah macht den "Mo Magic"

Liverpools Mohamed Salah feiert sein Tor gegen Watford

5:0-Erfolg in der Premier League

FC Liverpool - Salah macht den "Mo Magic"

Von Olaf Jansen

Ein Tor schöner als das andere - Mo Salah schwimmt beim FC Liverpool auf einer Woge des Erfolgs. Sein Trainer kriegt sich vor Begeisterung gar nicht mehr ein.

An der Vicarage Road in Watford lief die 54. Spielminute zwischen dem heimischen FC und dem Gast aus Liverpool, als Mo Salah mal wieder seine Liebe zum Ball zeigte.

Von Kollege Roberto Firmino mit einem kurzen Pass im Strafraum des Gegners angespielt, tauchte er mit der Kugel am Fuß ein in eine dreiköpfige gegnerische Überzahl an Abwehrspielern, um sich seinen Spaß zu machen. Ein Wackler nach links, einer nach rechts, ein kurzer Antritt und eine Körpertäuschung später hatte er den Ball frei auf dem linken Fuß. Und verwandelte gekonnt aus zwölf Metern mit einem Schlenzer ins rechte Eck - es stand 0:4. "Mo Magic" titelte daraufhin die Boulevard-Gazette "Sun".

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

"Derzeit der Beste der Welt"

"Gibt es im Moment einen Besseren?", fragte sein Trainer Jürgen Klopp anschließend rhetorisch in die Medienrunde und gab sich seine Antwort gleich selbst: "Natürlich nicht!" Klopp beließ es nicht bei dieser Anmerkung, sondern hob seinen ägyptischen Angreifer gleich noch eine Stufe höher: "Wenn Lionel Messi solch ein Tor schießt, sprecht ihr davon, dass sowas eben nur einer kann. Mo hat allein in dieser Saison aber schon einige solcher Treffer erzielt."

Salahs Dribblings, seine Läufe aus dem Halbfeld mit Ball ins Sturmzentrum und seine präzisen Abschlüsse - der FC Liverpool profitiert bereits seit dem Sommer 2017 vom Können des Ägypters. Man hatte ihn damals von der AS Rom geholt. Schon in seiner Debüt-Saison ging Salah regelrecht durch die Decke und erzielte 2017/18 44 Tore in 52 Pflichtspielen für die "Reds". In Liverpools Meistersaison 2019/20 führte er die gegnerischen Abwehrreihen mit seinen kongenialen Sturmpartnern Firmino und Sadio Mané zeitweise vor.

"Nur" 31 Tore nach dem Meistertitel

Diese Auftritte seien kaum zu toppen - so beurteilte man in Expertenkreisen Salahs damalige Vorstellungen. Der Höhepunkt sei überschritten, hieß es. Zumal der FC Liverpool nach seiner Meistersaison in ein kleines Tief fiel, das auch an Salah nicht spurlos vorbeiging. 20/21 fehlte die Leichtigkeit und sein Klub blieb ohne größeren Titel - wobei Salah in 51 Pflichtspielen dennoch 31 Tore schoss.

Vielleicht haben Salah und Kollegen ja auch nur ein wenig Schwung für die nächste Spielzeit geholt. In der laufenden Saison jedenfalls ist der FC Liverpool wieder voll da. Und vor allem der mittlerweile 29-jährige Rechtsaußen. In acht Ligaspielen hat er schon wieder sieben Treffer erzielt, hinzu kommen drei Tore in den beiden Champions-League-Spielen.

"Dieses Tor wird der Verein nie vergessen"

Und es ist nicht nur die Anzahl der persönlichen Erfolgserlebnisse, die Salah momentan vom Rest der Stürmer-Welt abhebt. Es ist auch das "Wie". Als er kürzlich im Liga-Kracher beim 2:2 gegen Manchester City zum Solo durch die halbe gegnerische Abwehr ansetzte und ein geradezu wundersames Tor markierte, schwärmte Jürgen Klopp anschließend: "Dieser Verein vergisst so etwas nie, und die Leute werden noch lange über dieses Tor sprechen. In 50 oder 60 Jahren werden sie sich noch an dieses Tor erinnern!"

Nicht nur in Liverpool verehren sie Salah für seine Vorstellungen - auch sein Heimatland befindet sich schon lange im "Salah-Fieber". Salah-Plakate hängen in ganz Ägypten, kaum ein ambitioniertes ägyptisches Produkt, das nicht auf Werbung mit dem Konterfei des Kickers aus dem kleinen nordägyptischen Dorf Nagrig setzt. Salah erwidert diese Liebe seines Heimatlandes vollumfänglich - was in den kommenden Monaten durchaus für dunkle Wolken am Liverpooler Himmel sorgen könnte.

Afrika-Cup und Arab-Cup drohend am Liverpool-Himmel

Im Januar findet nämlich der Afrika-Cup in Kamerun statt - Salah wird für Ägypten teilnehmen wollen und seinem Klub dann mehrere Wochen fehlen. Zudem hat die FIFA bereits in der ersten Dezember-Hälfte den Arab-Cup in Katar ins Programm gehoben. Auch Ägyptens Nationalteam ist bei diesem Test-Turnier für die WM 2022 qualifiziert - und diese Mannschaft spielt eigentlich nie ohne ihren Superstar im Angriff.

Stand: 17.10.2021, 14:09

Darstellung: