DFB-Team - das Hoffen auf den EM-Heimvorteil

Oliver Bierhoff

EM 2020

DFB-Team - das Hoffen auf den EM-Heimvorteil

Der Countdown zur EM 2020 läuft: DFB-Direktor Oliver Bierhoff hofft darauf, dass die Nationalmannschaft von den deutschen Fans bei den "Heimspielen" in München große Unterstützung erhält. Der Blick in die Zukunft hält aber auch weniger erfreuliche Perspektiven bereit.

Die von Joachim Löw umgebaute und verjüngte Fußball-Nationalelf soll von den deutschen Fans zum EM-Turnierstart zum Erfolg getragen werden. "Der München-Faktor wird eine Rolle spielen", sagte der DFB-Direktor Oliver Bierhoff bei einem Medientalk der Direktion Nationalmannschaften und Akademie am Dienstag (18.02.2020) in Dortmund.

Die Nationalmannschaft soll schließlich vom Heimvorteil in den Gruppenspielen gegen Weltmeister Frankreich (16. Juni), Titelverteidiger Portugal (20. Juni) sowie den noch nicht feststehenden dritten Vorrundengegner am 24. Juni in der Münchner Arena profitieren. "Da knallt es richtig", prophezeite der 51-Jährige. Was Bierhoff so optimistisch stimmt, ist der Blick zurück: Denn er hofft auf einen ähnlichen Effekt wie bei der WM 2006 in Deutschland.

Blick zurück auf die WM 2006

Damals wuchs ebenfalls ein junges deutsches Team um Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski an den Aufgaben und mit der großen Unterstützung der deutschen Anhänger. "Man geht anders zu so einem Turnier, wenn man weiß, die ersten drei Spiele habe ich hier im Stadion. Das erfüllt dich als Spieler mit Stolz und Freude", sagte Bierhof. Es sei zwar "eine extrem hohe Drucksituation", aber eine, bei der jeder einzelne Spieler wisse, "dass man sich darin auszeichnen kann".

Die Auslosung der Gruppe F habe bei den DFB-Verantwortlichen und bei den Nationalspielern schon Monate vor dem Turnierbeginn am 12. Juni besondere Aufmerksamkeit ausgelöst. "Man weiß, es gibt keinen leichten Start, sondern es geht direkt von Null auf 100", sagte Bierhoff.

Kurze Vorbereitungszeit

Joachim Löw startet am 26. Mai in Seefeld in Tirol in die EM-Vorbereitung. Vor der Nominierung des vorläufigen Kaders nach der Bundesliga-Saison bleiben nur noch die Länderspiele am 26. März in Madrid gegen Spanien und in Nürnberg (31.3.) gegen Italien als Sichtungsmöglichkeit.

Die DFB-Auswahl gehe zwei Jahre nach dem Vorrunden-K.o. bei der WM in Russland "nicht als Favorit" in die EM, erklärte Bierhoff. Trotzdem müsse eine deutsche Mannschaft immer in ein Turnier gehen mit dem Ziel, "das Größte" zu wollen: den Titel.

Die sportliche Leitung um Löw und Bierhoff ist sich aber bewusst, dass nach der Ausmusterung etlicher Weltmeister von Mats Hummels bis Thomas Müller sowie dem großen Verletzungspech (Leroy Sané, Niklas Süle) keine Wunder erwartet werden dürfen.

Nationalmannschaft - Hintertürchen für Thomas Müller

Sportschau 18.02.2020 02:08 Min. Verfügbar bis 18.02.2021 ARD

Zu wenig DFB-Talente

"Jogi ist mit seinen Trainern einen mutigen und konsequenten Schritt des Umbruches gegangen, der sehr gut gegriffen hat. Es macht echt Spaß mit der Truppe. Da wächst etwas heran", sagte Bierhoff. Er gab als Motto für 2020 aus: "Zurück in die Weltspitze ist weiter unser Ziel"

Und dennoch ziehen düstere Wolken am deutschen Fußball-Himmel auf. "Wir haben ganz klar warnende Tendenzen erkannt", sagte Bierhoff mit Blick auf die geringe Anzahl an Talenten in den Junioren-Auswahlteams. "Es wird eine Delle geben", mahnte er.

Aktuelle U21-Auswahlspieler kämen in England, Spanien oder Frankreich häufiger in den 1. Ligen zum Einsatz als in der Bundesliga, berichtete Stefan Kuntz in Dortmund. Besorgt sagte der Junioren-Nationalcoach: "Aus meiner aktuellen U21 ist keiner ganz kurz vor den Toren der Nationalmannschaft."

Stand: 18.02.2020, 19:31

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