Premier League - Liverpool, City, Chelseas Transfers und ein Verrückter

Chelseas Neuzugänge Kai Havertz (R) und Timo Werner

Start in die Saison 2020/21

Premier League - Liverpool, City, Chelseas Transfers und ein Verrückter

Liverpool und Manchester City haben die besten Chancen auf die Meisterschaft, Chelsea hat die spektakulärsten Neuzugänge, Aufsteiger Leeds einen verrückten Trainer - die Premier League startet in ihre neue Saison.

Mit einem Duell von zwei Mannschaften aus London geht es los. Am Samstag (12.09.2020) um 12.30 Uhr Ortszeit empfängt Aufsteiger FC Fulham den FC Arsenal. Für Fulham wäre der Klassenerhalt ein solch großer Erfolg wie die Qualifikation zur Champions League für Arsenal. Wie sieht es bei den anderen Klubs aus? Wer ist neu, wer ist weg? Was gibt es Besonderes? Die Vorschau auf die Saison 2020/21 in der Premier League.

Titelfavoriten:

"Wir wollen nichts verteidigen, wir wollen attackieren", sagte Jürgen Klopp. Der Trainer des FC Liverpool ist allerdings immer noch glücklich, dass er der Trainer des Titelverteidigers ist. Schließlich hatten die "Reds" 30 Jahre lang auf ihre 19. Meisterschaft warten müssen. Sollten sie mit einer kaum veränderten Mannschaft die 20. folgen lassen, hätten sie Manchester United in dieser Statistik wieder eingeholt.

Uniteds Stadtrivale City gilt als härtester Konkurrent von Liverpool. Der Verein von Trainer Pep Guardiola (letztes Vertragsjahr) offenbarte in der vergangenen Saison zu deutliche Schwächen in der Defensive, um im Meisterrennen mitzuhalten. Der bislang teuerste Neuzugang ist mit Nathan Aké, der von Absteiger FC Bournemouth kommt, daher auch ein Innenverteidiger. Ebenfalls neu - und hoch veranlagt - ist Ferran Torres (FC Valencia). Es dürften noch weitere Neuzugänge kommen. Mit Leroy Sané und David Silva haben die "Citizens" auch zwei namhafte Abgänge zu verkraften. Ein Spieler, der in der kommenden Saison deutlich mehr Anteile bekommen dürfte, ist Phil Foden.

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Dem FC Chelsea und Manchester United werden die besten Chancen eingeräumt, hinter den Titelfavoriten die Champions League zu erreichen. Bei United ruht die Hoffnung auf der so jungen wie außergewöhnlichen Offensivabteilung mit Marcus Rashford, Anthony Martial und Mason Greenwood sowie dem gestaltenden Bruno Fernandes dahinter. Die Frage ist, ob die Defensive stabil genug ist, um vielleicht schon in der kommenden Saison in den Titelkampf eingreifen zu können. Zweifel gibt es auch noch an der Qualität von Trainer Ole Gunnar Solskjaer.

Ob Frank Lampard schon ein Meistertrainer sein kann, ist auch eine spannende Frage. Zweifelsfrei ist sein Klub derjenige mit den bemerkenswertesten Neuzugängen. Mit Kai Havertz und Timo holte der FC Chelsea zwei Topspieler aus der Bundesliga, auch für Ben Chilwell (Leicester City) und Hakim Ziyech zahlten die "Blues" viel Geld. Ablösefrei kam zudem noch Innenverteidiger Thiago Silva von Paris Saint-Germain.

Transfers:

Auffällig ist bei den Wechseln, dass sich viele Klubs mit Ausnahme des FC Chelsea (noch) beim Geldausgeben zurückhalten. Außerdem zahlen sie anteilmäßig viel für Abwehrspieler. So gab der FC Arsenal etwa 35 Millionen Euro für zwei Innenverteidiger aus (Gabriel Magalhães und Pablo Mari), Leicester City zahlte 18 Millionen für den Rechtsverteidiger Timothy Castagne an Atalanta Bergamo. Der einzige Spieler, für den Liverpool bislang Geld ausgab, ist mit Konstantinos Tsimikas ein griechischer Außenverteidiger. Southampton mit dem ehemaligen Bundesligatrainer Ralph Hasenhüttl leistete sich Kyle Walker-Peters von den Tottenham Hotspur. Der FC Everton griff bei Real Madrid zu und kaufte James Rodriguez, der auch mal beim FC Bayern spielte.

Aufsteiger:

Leeds United ist zurück in der Premier League. Der dreimalige Meister wartete 16 Jahre auf die Rückkehr. Möglich machte sie nun "El Loco" Bielsa, der verrückte Bielsa, wie der argentinische Trainer genannt wird. Marcelo Bielsa gilt als Fußballlehrer mit ausgefallenen Ideen und einem enormen Fachwissen, Guardiola nennt ihn sein Idol. Bielsa wird künftig an der Elland Road mit Robin Koch einen deutschen Nationalspieler trainieren. Der Innenverteidiger kam vom SC Freiburg und kostete auch eine zweistellige Millionensumme an Ablöse.

Außerdem wieder in der Premier League sind Fulham und West Bromwich Albion.

Besonderheiten:

Das Coronavirus sorgt dafür, dass die Ränge in den Stadien zunächst noch leer bleiben. Erst im Oktober soll wieder vor ein paar Zuschauern gespielt werden. Noch ist offen, wie das genau aussehen soll.

Anders als die Bundesliga wird die Premier League zu drei Auswechslungen zurückkehren. Die Klubs entschieden sich Anfang August gegen die Möglichkeit, weiterhin fünf Auswechslungen pro Partie vornehmen zu können.

Auch Matt Doherty gehört zu den Abwehrspielern, die ziemlich teuer waren. Tottenham Hotspur zahlte etwa 17 Millionen Euro für den Iren an die Wolverhampton Wanderers. Die Freude bei so manchem Fan der "Spurs" über diese Neuverpflichtung hielt sich aber in Grenzen, denn die Leidenschaft Dohertys für den FC Arsenal war dokumentiert. Der Spieler hatte etwa bei Twitter geschrieben, dass er den Erzrivalen der "Spurs" "für immer und ewig" lieben werde. Diese Tweets löschte Doherty nun, im Trikot seines neuen Klubs und vor den vereinseigenen Kameras, die das Video über ihre sozialen Netzwerke verbreiteten.

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Da Manchester City und Manchester United bei den Finalturnieren in Champions und Europa League vertreten waren, erhielten sie von der Premier League noch eine weitere Woche zur Vorbereitung. Die beiden Klubs aus dem Nordwesten Englands steigen erst am zweiten Spieltag ein.

bar | Stand: 08.09.2020, 07:00

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