Belgische Fußballliga bricht Saison endgültig ab

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Belgische Fußballliga bricht Saison endgültig ab

Die laufende Saison in der belgischen Fußball-Liga wird wegen der Corona-Krise nicht zu Ende gespielt.

Die Vollversammlung des Fußballverbands Pro League stimmte am Freitag (15.05.2020) endgültig dafür, die Spielzeit frühzeitig abzubrechen, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Saison werde mit dem Stand vom 29. Spieltag Ende März beendet.

Der FC Brügge ist somit zum 16. Mal in der Vereinsgeschichte Meister. Waasland-Beveren steigt ab. Die nächste Saison soll am 7. August beginnen. In Frankreich und den Niederlanden waren die Spielzeiten bereits abgebrochen worden.

Vierfache Vertagung

Die belgische Entscheidung hatte lange auf sich warten lassen. Zwar war die Saison schon Ende März unterbrochen worden. Die Abstimmung der Vollversammlung wurde jedoch vier Mal vertagt, weil man zunächst auf Vorgaben der Regierung warten wollte. Diese entschied zuletzt, dass Sportwettkämpfe wegen der Virus-Pandemie bis zum 31. Juli verboten bleiben.

Die Klubs wollten sportlich und finanziell Klarheit. Deshalb hofften sie kurioserweise mehrheitlich, nicht mehr spielen zu dürfen. Der Wunsch war ein Verbot des Fußballs durch die Regierung.

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"Höhere Gewalt" sichert die Einnahmen

Für die belgische Liga ging es wie für viele andere Wettbewerbe um das Fernsehgeld. Belgiens Liga nimmt pro Saison derzeit 82 Millionen Euro ein, der Bundesliga stehen zum Vergleich 1,16 Milliarden Euro zu.

Die Bundesliga erhält das Geld in vier Raten und will die Saison zu Ende spielen, um die vierte Rate zu behalten. Belgiens Liga hat das komplette Geld bereits bekommen. Durch die Entscheidung der Regierung ist es möglich, sich auf "höhere Gewalt" berufen zu können. Die Klubs das Geld müssten das Geld nicht zurückzahlen und hätten finanziell etwas Planungssicherheit. "Und wir müssten nicht krampfhaft die Saison mit aufwändigen Test- und Hygienemaßnahmen ohne Fans zu Ende spielen", sagte Ligasprecher van Bever vor der offiziellen Entscheidung.

Drohungen der UEFA blieben leer

"Zumindest sind die Drohungen der UEFA nicht mehr aktuell", sagt van Bever. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der wohl einen Vorbildcharakter der Belgier für andere Länder fürchtete, drohte ultimativ mit dem Ausschluss für Belgiens Klubs aus der Champions League und der Europa League. Der FC Brügge nahm 2018/19 dort mehr als 30 Millionen Euro ein.

Mit den Fakten, die die staatlichen Entscheidungsträger in Frankreich und den Niederlanden geschaffen haben, ist dieses Szenario aber längst vom Tisch. Mittlerweile erlaubt die UEFA Saisonabbrüche unter bestimmten Umständen.

Geld gegen Abstieg? Schlusslicht wehrt sich

Waasland-Beveren ist der einzige Absteiger. Und der Klub hat Protest angekündigt. Auch versprochene Solidaritätszahlungen aus dem Kreis der möglichen Europapokalteilnehmer konnten daran bislang nichts ändern.

Stand: 15.05.2020, 18:57

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