FIFA WM 2022 Mexiko schrammt dramatisch am Achtelfinale vorbei

Stand: 30.11.2022 22:16 Uhr

Mexiko gewinnt im letzten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien und bekommt sogar Schützenhilfe von Argentinien. Am Ende fehlt ein Tor zum Achtelfinale.

Was für ein Drama: Mexiko hat am Mittwoch (30.11.2022) denkbar unglücklich den Einzug ins Achtelfinale der WM 2022 in Katar verpasst. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Martino, der nach Abpfiff hinschmiss, bezwang im abschließenden Gruppenspiel Saudi-Arabien zwar mit 2:1 (0:0), scheiterte aufgrund des schlechteren Torverhältnisses im Vergleich zu Polen aber in der Gruppenphase. Polen beendete die Gruppe mit vier Punkten und 2:2 Toren auf Platz zwei, Mexiko wurde mit vier Punkten und 2:3 Toren Dritter.

Mexiko seit 1994 immer im Achtelfinale

Die Tore für Mexiko erzielten Henry Martín (47. Minute) und Luis Chavez (52.), für Saudi-Arabien traf Salem Al-Dawsari (90.+5).

Für Mexiko endete eine WM-Erfolgsserie: Die Mittelamerikaner waren zuvor seit 1994 sieben Mal in Folge in die K.o.-Phase eingezogen. Saudi-Arabien verpasste durch die Niederlage die erste Achtelfinal-Teilnahme seit 1994.

Argentinien hat das letzte Spiel der Gruppe C gegen Polen gewonnen - trotz eines verschossenen Elfmeters von Messi. Die "Albiceleste" darf weiter vom WM-Titel träumen. Und auch Polen ist weiter.

Mexiko gibt von Beginn an Vollgas

Die Ausgangslage vor der Partie war relativ klar: Saudi-Arabien benötigte einen Sieg, um sicher in die nächste Runde einzuziehen. Mexiko benötigte einen möglichst hohen Sieg, um eine theoretische Chance aufs Weiterkommen zu haben. Das Credo der Mexikaner: alles oder nichts.

Eine Abtastphase gab es dementsprechend nicht. "El Tri" drückte von Beginn an auf die Führung und schnürte die ganz in weiß spielenden "Grünen Falken" am eigenen Strafraum fest. Die Mexikaner waren in der ersten Hälfte das klar bessere Team und erspielten sich knapp 63 Prozent Ballbesitz sowie 11:4 Torschüsse. Chavez (2.), Alexis Vega (3./45.), Martín (7.) und Orbelin Pineda (25./27.) münzten diese Gelegenheit jedoch nicht in Tore um.

Von Saudi-Arabien kommt nichts

Saudi-Arabien hatte große Probleme, ins Spiel zu kommen. Ganz ungefährlich waren die wenigen Vorstöße aber auch nicht. Mohamed Kanno (8./13.) vergab zwei gute Chancen, Ali Al Hassan hätte mit einem Kopfball in der Nachspielzeit zudem den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellen können (45.+5).

Mexiko fehlt ein Tor

Kurz nach Wiederanpfiff nahm das Rennen um die beiden vorderen Plätze dann richtig Fahrt auf. Da Argentinien gegen Polen in Führung ging (46.) und Mexiko durch den schnellen Doppelschlag durch Martin und Chavez plötzlich mit 2:0 vorne lag, fehlte den Mexikanern zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Tor für ein Achtelfinal-Ticket. Saudi-Arabien wirkte geschockt und wackelte, Mexiko warf alles nach vorne. Ein Tor von Lozano aus Abseitsposition zählte zu Recht nicht (56.).

Und dann wurde es noch komplizierter: Da Argentinien gegen Polen einen weiteren Treffer nachlegte (68.), lagen Polen und Mexiko punkt- und torgleich auf den Plätzen zwei und drei. Der entscheidende Unterschied: die bessere Platzierung in der Fairplay-Wertung für Polen. Klar war nun aber auch: Ein weiteres Tor von Mexiko oder Argentinien und Mexiko würde an Polen vorbeiziehen. Fußball ist ein einfacher Sport? Von wegen.

Saudi-Arabien trifft spät

In der Schlussphase entwickelte sich eine dramatische Partie mit wild anrennenden Mexikanern und zahlreichen Möglichkeiten. Martin (70.), Chavez (73./78.) und Pineda (76.), ließen beste Chancen liegen. Antuna traf zudem aus knapper Abseitsposition (87.).

Da Saudi-Arabien kurz vor dem Schlusspfiff der Anschlusstreffer gelang, spielte die Fairplay-Wertung in diesem Moment keine Rolle mehr. An der Ausgangslage, dass Mexiko nur ein Tor fehlte, änderte sich allerdings nichts. Dieses Tor fiel aber nicht mehr. Das bittere Aus für Mexiko war damit besiegelt.